Jokers Blog Deutschland

Wo Bücher töten können

MoersBücher können schrecklich heimtückisch sein. Sie können sogar töten. Das glauben Sie nicht? Dann kommen Sie mal mit in „Die Stadt der träumenden Bücher“, dort werden Sie sehen, dass ich recht habe ... Dass Lesen ein Abenteuer wird, wenn man die Tür öffnet zu Buchhaim, wo die träumenden Bücher zu Hause sind und es verführerisch nach Druckerschwärze, Papier und Leim duftet. Genau diese verlockende Tür nämlich öffnet der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der unbedingt das Geheimnis eines geerbten Manuskripts ergründen möchte. In der geheimnisvollen Stadt trifft er auf leidenschaftliche Bücherjäger und seltsame Buchlinge, bis er sich fast in der labyrinthischen Welt der Bücher verliert.

Autor der herrlich verrückten Geschichte ist Walter Moers, der Tausendsassa unter den deutschen Autoren der Gegenwart. Moers, der auch als Comiczeichner und Illustrator arbeitet, ist mit „Käpt’n Blaubär“ und dem „Kleinen Arschloch“ einem großen Publikum bekannt geworden – keine Frage, der Mann hat einen brachialen Humor und Sinn fürs Groteske. Alles ist in der Regel wahnsinnig übertrieben und politische Korrektheit ist definitiv Fehlanzeige.

Was ich wirklich bewundere, ist seine überbordende, alle Grenzen sprengende Phantasie. Was Walter Moers einfällt, ist einfach kaum zu glauben: Sprachspiele, wilde Zeichnungen und eine eigentümliche Mischung alter Mythen und Sagen gemixt mit den Fakten der postmodernen Welt.

Da ich auch Sie als Bücherjäger einschätze – sonst wären Sie ja nicht bei Jokers unterwegs, oder? – lege ich Ihnen diesen über 400 Seiten feinsten Lesestoff zum fantastischen Preis gern ans Herz!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

18.12.2009, 09.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Walter Moers, Stadt der träumenden Bücher,

Weihnachtliche Sozialkritik

Charles DickensEbenezer Scrooge ist wohl der bekannteste Geizhals der Welt. Allein dieser Name lässt einen schon frösteln. Der alte Grantler gehört zu den wichtigsten Figuren von Charles Dickens und begegnet uns dieser Tage wieder im Kino. Diesmal in 3D und verkörpert von Jim Carey. Er zeigt uns, wie er durch den Besuch von drei Geistern eine Persönlichkeitswandlung vom Bösen zum Guten vollzieht.

„Eine Weihnachtsgeschichte“ heißt Charles Dickens berühmte Erzählung, auf der dieser Film beruht. Ich habe bislang nur den Trailer zum Kinofilm gesehen und fand Scrooge ziemlich düster und unheimlich. Und Dickens’ Erzählung selbst ist ja auch nicht ohne: Dem knauserigen alten Mann, der ohne Mitleid über die Armen und Benachteiligten der Gesellschaft urteilt, wird durch die drei Geister der Weihnacht gnadenlos der Spiegel vorgehalten.

In einer der Traum-Szenen in der Nacht vor Weihnachten erlebt Ebenezer Scrooge sogar seinen eigenen Tod und muss erkennen, dass ihm niemand nachtrauert. Er erkennt, wie unbeliebt er sein muss – als kalter, nur am Profit interessierter Geschäftsmann, der keine Almosen gibt und sich dem Elend anderer gegenüber verschließt.

Charles Dickens schlägt hier ganz deutliche sozialkritische Töne an, die auch für seine übrigen Werke charakteristisch sind. Denken Sie nur an „Oliver Twist“. Die Darstellung von Kinderarmut ist hier wirklich drastisch. Auch in „David Copperfield“ widmet sich Dickens dem Thema Kindheit. Kein Wunder, hatte doch Charles Dickens selbst eine harte Jugend in einer kinderreichen Familie, die zeitweise sogar im Londoner Schuldgefängnis leben musste.

Die Lektüre dieses englischen Klassikers lohnt sich auf jeden Fall. Bei Jokers haben wir eine Vielzahl an Titeln von und über Charles Dickens, in Deutsch und im englischen Original – selbstverständlich zu unwiderstehlichen, fast schon „Scrooge“-mäßigen Preisen.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

16.12.2009, 09.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Charles Dickens, Sozialkritik, Ebenezer Scrooge,

Die Frau des Zeitreisenden

Meist tue ich es zuerst nicht ganz freiwillig, aber manchmal führt es zu unerwarteten Entdeckungen: ein Buch lesen, das ich auf den ersten Blick für eine süße Romantik-Schnulze halte. Bisweilen gefällt es mir nämlich auf den zweiten Blick sehr gut. Das war schon bei „P.S. Ich liebe dich“ von Cecelia Ahern so, und bei Audrey Niffenegger ging es mir ähnlich. Als „Die Frau des Zeitreisenden“ so mit seinem geblümten Cover auf meinem Tisch lag, hatte ich die schlimmsten Vorurteile in Richtung Kitsch. Doch ich habe das Buch tatsächlich sehr gern gelesen.

Die Geschichte von Clare und Henry, dem Zeitreisenden, ist nicht umsonst ein Bestseller. Es ist schon mitreißend zu erleben, wie Henry, der aufgrund eines genetischen Defekts in der Zeit reist, seine spätere Frau Clare als kleines Mädchen trifft. Zu diesem Zeitpunkt ist er 36 Jahre alt und eigentlich schon lange mit ihr verheiratet...

Sie sehen schon, hier ist vom Leser Konzentration gefordert, um die vielen Zeitsprünge und Begegnungen von jungen und alten Ichs im Kopf zu behalten. Die ganze Kindheit Clares hindurch finden die Treffen statt, bis sich beide – sie sind nun etwa gleich alt – in der Gegenwart finden und eine Familie gründen. Da die Zeitreisen Henrys oft unvermutet passieren, ist das eine große Belastung für seine Frau und auch sonst gibt es Schwierigkeiten und Schicksalsschläge, die den Roman nicht in die Rührseligkeit abdriften lassen.

Sobald man die Fiktion des Zeitreisens einmal akzeptiert hat – das ist die einzige inhaltliche Hürde – kann man sich getrost von dem Roman in den Bann ziehen lassen. Dann ist er sehr unterhaltsam und man ist von der Handlung mit ihren vielfältigen Sprüngen in Raum und Zeit sofort fasziniert. Dass dieses romantisch-abenteuerliche Buch verfilmt wurde und kürzlich in die deutschen Kinos kam, liegt auf der Hand.

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

14.12.2009, 08.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Audrey Niffenegger, Die Frau des Zeitreisenden,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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