
Verkatert
Kürzlich kam ein Kollege spät zur Arbeit. Viel zu spät. Dass er am Abend zuvor etwas zu tief ins Glühweinglas blickte, sah man ihm sofort an: Richtig verkatert schlurfte er als erstes zur Kaffeema- schine, goss sich einen riesigen Bech- er des schwarzen Gebräus ein, um sich schließlich hinter seinem Schreibtisch zu verschanzen. Von dort aus schickte er mir eine E-Mail: Ob ich einen Tipp hätte, wie er diesen fürchterlichen Brummschädel loswerden könnte, wollte er wissen. Natürlich hatte ich den, wenn er auch nicht gerade so war, wie sich mein Kollege erhoffte.Ich griff zu dem Philosophen Nietzsche und antwortete ihm: "´Die Formel mei- nes Glücks´ willst du? ´Also sprach Zarathustra´: Wer ´Jenseits von Gut und Böse´ sein will, und ´Menschliches, Allzu Menschliches´ nicht als ´Geburt der Tragödie´ erleben will, muss vor allen Dingen eins beachten: ´Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr Maß zu halten.´"
Kurz darauf kam mein Kollege zu mir an den Tisch, es war sowieso schon Mittagszeit, und wir zogen in die Stadt. Doch anstatt mit ihm auf den Christkindlsmarkt zu gehen, wie er wollte, setzte ich mich mit ihm in ein Kaffee, drückte ihm meine gesammelten Nietzsche-Werke plus ein Aspirin in die Hand und schmunzelte ihm zu: "Philosophie ist eine Art Rache an der Wirklichkeit". Auch ein Nietzsche-Zitat.
23.12.2006, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Sie haben Post!
Eine traurige Geschichte. Aber eine Geschichte, wie sie wohl oft passiert. Vor einiger Zeit hatte ich eine Umfrage gelesen, derzufolge die meisten Befragten (genaue Zahlen liegen mir leider nicht mehr vor) am liebsten telefonisch Schluss machen. Das spart den traurigen Anblick des oder der Ex. Immerhin an zweiter Stelle stand das persönliche Gespräch. Aber auf Platz drei rangierte auch schon die SMS. „Einen persönlichen Brief schreiben“ landete weit abgeschlagen hinter „eine E-Mail schicken“, „einfach ignorieren“ und „Freunde die Botschaft überbringen lassen“.
Aber nicht nur bei der Beendigung einer Beziehung scheint der Brief keine Chance mehr zu haben. Immer seltener höre ich, dass jemand einen Brief verfasst. Ein Verlust, der mich schmerzt. Wenn man bedenkt, wie schön es war, als es noch Spaß machte, den Briefkasten zu öffnen! Denn nicht selten fand man darin den Brief einer Urlaubsbekanntschaft, den Brief einer alten Brieffreundin oder eine Grußkarte aus Ibiza, wo die Lieblingstante gerade weilte.Ok, der Schmerz verlassen worden zu sein, wird auch durch einen handschriftlichen Brief nicht gelindert. Aber immerhin ist das um einiges persönlicher als eine E-Mail oder eine SMS. Finde ich. Wenigstens hat sich der „Beziehungsbeender“ noch Mühe gemacht, Stift und Papier ergriffen, Worte sorgsam ausgewählt und niedergeschrieben, den Brief zu geklebt und auf den Weg geschickt. All das erfordert doch deutlich mehr Engagement, als ein paar Knöpfchen auf dem Handy zu drücken oder am PC schnell ein paar Zeilen „runterzuhacken“.
Wie hätte Kafkas Beziehung zu Felice Bauer wohl heute ausgesehen? Hätte er ihr ebenso innige und viele E-Mails geschrieben? Hätte sie die Möglichkeit, Gefühle auch per SMS ausdrücken zu können, etwa doch näher gebracht als der „beschränkte“ Briefverkehr? Oder wäre genau das Gegenteil eingetreten? Hätte Felice Bauer Franz Kafka gar in einer knappen SMS geschrieben: Du bist mir zu kompliziert. Lass mich in Ruhe :(( ?
23.12.2006, 07.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Eine besondere Edition
Am 24.12. feiern wir, so viel ist bekannt, Weihnachten. Doch der Heilige Abend ist erst seit der Reformation der Auftakt zu den Feiertagen, denn: Eigentlich ist erst der 25.12. als Geburtstag Christi überliefert. Bereits seit 336 ist der erste Weihnachtstag als Feiertag im alten Rom verzeichnet.Dennoch können wir am 24.12. unser Glas auf ganz besondere Geburtstage heben: Denn, neben vielen Fußball- Königen wie Hans Küppers und Erich Maas wurden an diesem wunderbaren Tag auch der britische Physiker James Prescott Joule (1818-1889), heute vielen durch die "Kilo-Joule" als Ener- gieeinheit ein Begriff, und die bild- schöne Ava Gardner (1922-1990), die amerikanische Schauspielerin, geboren. Sogar eine kaiserliche Nie- derkunft verzeichnen die Geschichtsbücher: Keine andere als die bezaubernde Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn und international berühmt als "Sisi", erblickte am 24.12.1837 das Licht der Welt.
Ach, Sisi... Erinnern Sie sich an früher? Als gerade zur Weihnachtszeit ihre wunderschönen Filme im TV liefen? Es ist fast erstaunlich, wie untrennbar der Name Romy Schneider mit Sissi verbunden ist: Es ist ihr Gesicht, das wir uns vorstellen, wenn wir an Sissi denken, es sind ihre Augen, die all die Liebe der jungen Kaiserin zu ihrem Max ausdrücken.
Romy Schneider Edition
22.12.2006, 10.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Nett im Net
Leider bin ich sehr detailverliebt, zumindest, was Sprache und Schrift angeht. „Grunzätzlich“, „ekleptischer Anfall“ oder „Badscheibenvorfall“, so etwas fällt mir gleich ins Auge. Mit Abkürzungen kann ich wenig anfan- gen. Dafür nehme ich den inflationär gebrauchten Netzjargon *rofl* („roll on the floor laughing“), *lächel* oder *vlG* („viele liebe Grüße“) ein bisschen zu ernst. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich normale Menschen vor Lachen tatsächlich auf dem Boden kugeln. Zumindest nicht vor Lachen über meine Witze.Tritt mir jemand virtuell mit *lächel* entgegen, erinnert mich das eher an ein Hannibal-Lecter-Grinsen als an eine freundliche Geste. Und dann sind da natürlich die „vielen lieben Grüße“… Einerseits freut es mich, wenn mir Wildfremde aus dem Chatraum für Oldtimerfans „viele liebe Grüße“ schicken. Andererseits nutzt sich so auch die Freude über wirklich „lieb gemeinte Grüße“, wie sie beispielsweise von guten Freunden kommen, schnell ab.
:-)) Aber ich will ja nicht nur meckern. Ich sollte den Netzjargon nicht ganz so verkrampft sehen. Den Kopf ein bisschen nach links neigen. Und schon macht das geraffte Schreiben auch richtig Spaß ;-)). Mit Emoticons zum Beispiel. Beendet etwa eine gute Freundin ihre Mail mit :-X („Kuss“), beschreibt ein Freund mich mit 0:-) („Heiligenschein“) oder schickt mir jemand eine @>--}--- („Rose“), bin ich schon wieder besänftigt *lächel*…
22.12.2006, 08.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Slammiges
Was ist eigentlich Poetry Slam? Ganz einfach: Auf einer Bühne tragen weibliche und männliche Dichter ihre eigenen Werke vor. Auswendig oder vom Blatt. Im Stehen oder im Sitzen. Oder auch im Liegen. Manche bewegen sich dazu, gestikulieren wild herum. Manche machen dazu eine richtige Show. Und das Publikum darf spontan darauf reagieren. Manche Slammer, so nennt man die Bühnen-Poeten auch, bauen sogar das Publikum mit ein. Und das Publikum soll kein schweigender Konsument sein, sondern darf die auftretenden Künstler auch beurteilen. Horst Thieme, einer der dienstältesten Slam-Macher (seit acht Jahren veranstaltet er seinen „Lauschangriff“ und hat bereits über 90 Slams steigen lassen) meint: „Alles ist möglich - und genau das macht den Reiz des Abends aus. Während bei herkömmlichen Lesungen gedimmtes Licht und eher leise Töne zählen, kann man beim Poetry Slam alles erleben. Vom Liebesgedicht über Freestyle Rap bis zu urlustiger Prosa.“
Vier Tage hat die Poetry-Slam-Meisterschaft 2006 in München in verschiedenen Clubs gedauert. Besonders wichtig finde ich es nicht, wer da gewonnen hat. Wichtig ist doch, dass Poesie wieder eine gefragte Sache ist, oder? Trotzdem melde ich hier den Gewinner des Poetry-Slam 2006: Tusch! Es ist Marc-Uwe Kling aus Frankfurt an der Oder. Beim Einzelwettbewerb. Den Teamwettbewerb gewann die Poesie-Truppe LSD aus Berlin. In der Sparte U20 (Unter 20 Jahre) gewann Lara Stoll aus Schaffhausen in der Schweiz. Weitere Slam-Spezial-Preise gab es für Erotik, Story-Teller, Haiku, Polit und Mundart.
Inzwischen finden die Poetry-Slams das ganze Jahr über an 70 Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Ja, es hat sich schon ein richtiges Poetry-Slam-Netzwerk gebildet. Und wer wissen will, wo in der Nähe seines Wohnortes der nächste Poetry-Slam steigt, der sollte im Internet nachschauen.
Eine gute Übersicht existiert bei http://www.slamffm.de/slamlinks.html.
Mein Tipp: Unbedingt hingehen - oder noch besser, mitmachen!
21.12.2006, 07.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Master Mind
Nun ja, richtig zocken will ich nicht mit ihr - vielmehr habe ich selbst im Moment gehörig Spaß mit einem unserer Jokers-Online- Spielchen: Der Jokers Farbkombi- nierer ist nämlich eine äußerst unterhaltsame Variante des be- liebten "Master Mind"-Logikspiels. Hier müssen die Farben von vier Büchern in verschiedenen Kombi- nationen richtig zusammengestellt werden, um seinen Scharfsinn unter Beweis zu stellen. Mir macht es gehörig Spaß und ich denke, dass dies auch der richtige Zeitvertreib für meine Nichte ist. Und vor allem: Ich habe hier Chancen, die Kleine zu besiegen. Manche mögen sagen, ich sei ein schlechter Verlierer, ich hingegen behaupte, meine Nichte ist eine schlechte Gewinnerin: Es ist einfach nicht auszuhalten, wenn sie nach ihrem Sieg aufhüpft, pfeifend durchs Zimmer springt und dabei jubelt "Ich habe dich geschlaaaagen!"Leider, leider ist mir das Glück auch beim Farben kombinieren nicht hold. Fünf Mal hintereinander schafft sie es vor mir, die richtige Kombination ausfindig zu machen. Natürlich sieht sie ihren wiederholten Gewinn nicht als Zufallstreffer, sondern johlt: "Ich bin viel schlauer als du!"
Vielleicht ist sie es wirklich. Ich jedenfalls werde nun jeden Tag üben, bis ich am Weihnachtsabend so fix in dem Spiel bin, dass die Göre endlich den Master Mind ihres Onkels erkennt...
20.12.2006, 14.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Was ist ein Rentierpunsch?
Kennen Sie zum Beispiel den heißen Joseph, der auf dem Salzburger Christkindlesmarkt angeboten wird? Nein, nein, keine Angst, das ist nix für Kannibalen. Das ist ein gekochtes Stück Fleisch in einer Semmel. Könnte ich statt der dort üblichen Burenwurst empfehlen. In Basel habe ich neulich einen Stand mit Flammkuchen und Speck entdeckt.
Auf dem Herdecker Weihnachtsmarkt sind aus kulinarischer Sicht einige Geschmäcker zufrieden gestellt, die nicht dauernd das Normal-Futter wollen. Es gibt dort außer Kürbissuppe auch Wildspezialitäten, die von den örtlichen Jägern mit ihren Jagdhörnern beworben werden. Schweizer Raclette und „Be- soffene Kapuziner“ (ein Honiggebäck) werden in Passau angeboten. In Puls- nitz werden auf dem weihnachtlich geschmückten Markt Pfefferküchle prä- sentiert, die nach einem Geheimrezept hergestellt sind. Verraten wird nur, dass der Ur-Großvater des Bäckers aus Dresden kam und die aufgeschnit- tenen Pfefferkuchen auch mit Apriko- senmarmelade füllte. Ein Renner soll auf einigen Christkindlesmärkten wie in München, Detmold und Bad Münstereifel in diesem Jahr das Glühbier sein. Das ist kein heißes Pils oder Alt, sondern ein Kirschbier. Zwei Jahre braucht es, bis es hergestellt ist, sagen die Spezialisten. Dann kommt es mittels Durchlauferhitzer aus dem Fass in das Glas. Es soll weniger süß als Glühwein sein und einen besonders milden Schaum haben. Prost Weihnachten!, sage ich da nur.Aber was ist ein Rentierpunsch? Gibt es laut Zeitungsbeilage neuerdings auf dem Weihnachtsmarkt in Mitterteich. Leider wird nicht erklärt, wie sich der Inhalt dieses Getränks zusammensetzt. Sicherlich ist es nicht aus Rentierfleisch oder Rentierfutter hergestellt. Doch warum trägt das heiße Weihnachts-Getränk diesen Namen? Schön, dass das Weihnachtsfest auch für den erwachsenen Genießer noch das eine oder andere Mysterium bereithält. Doch möchte ich das Rätsel Rentierpunsch gerne lösen. Wer weiß da mehr?
20.12.2006, 07.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Eine vegetarische Weihnachtsgeschichte
Mein erster Besuch auf dem Christkindlesmarkt gilt wie seit Jahren der Bretterbude mit den Kartoffelpuffern. Dabei komme ich an einer lebendigen Krippe vorbei, in der ein Esel, ein Schaf und eine Kuh stehen. Beauf- sichtigt vom Bauern. Ich oute mich als Tierfreund und ver- suche die Tiere zu streicheln. Beim Schaf gelingt es mir. Mit dieser verfestigten Tierliebe in der Brust wandle, nein, schwebe ich zur Bude mit den duftenden Kartoffelpuffern, die auf einem großen Blech im Fett brutzeln. In dieser Stimmung könnte ich keine Bratwurst hinunterschlingen, für die ein Tier sein Leben lassen musste. Auch wenn es auf meinem Christ- kindlesmarkt noch keine Schafswurst mit Senf oder Ketchup gibt. Dieses Jahr hat sich die Beilagenauswahl zu den Kartoffelpuffern gewaltig erhöht. Es gibt nun auch Joghurt oder Marmelade dazu. Ich nehme – wie immer – die drei Kartoffelpuffer ohne Beilagen. Also pur. Nur leicht gesalzen. Die kreisrunden, gelbbraun gerösteten Kartoffeldinger verputze ich unter Augustus. Sie kennen ihn nicht? Es ist der römische Kaiser Augustus. Eine bronzene Brunnenfigur. Er steht hier, auf einem Sockel, als Brunnenfigur über dem Brunnen, dessen Becken mit Brettern verschlossen ist, neben dem Weihnachtsmarkt und reckt seine richtungweisend Hand zum Rathaus hinüber.Es war genau dieser Kaiser, der damals eine Volkszählung beauftragte, die bewirkte, dass Joseph und Maria nach Bethlehem loszogen. Und dann wurde ihnen ein Kind im Stall geboren. Man kennt diese Geschichte. Eine wunderbare Geschichte. Die Weihnachtsgeschichte. Ich komme ins Nachsinnen. Was diese Familie damals wohl gegessen hat? Sicherlich nicht Kartoffelpuffer. Genauso wenig eine Bratwurst. Eine Gans, eine Ente oder einen Karpfen auch nicht. Aber was dann? Ich sollte auch deswegen mal wieder ins Neue Testament schauen - oder in ein Bibel-Lexikon. Ich würde das gerne auch mal essen, was Maria und Joseph gegessen haben, als sie zur Volkszählung gezogen sind. Hoffentlich waren das nicht geröstete Heuschrecken … Ich schüttelte mich. Jedoch blieb die Frage: Was würde zu Weihnachten bei mir auf den Tisch kommen, wenn ich essen würde, was Jesu Eltern aßen.
Ich schlendere weiter über den Christkindlesmarkt. Der Anblick eines Stollens erlöst mich von meinen unruhigen Gedanken. Ja, sage ich mir, ich werde mir eine stressfreie Küche am Heiligen Abend gönnen. Es wird bei mir herrlich riechenden und dampfenden Früchte-Tee mit Zimtgeschmack aus der Kanne und ein paar Scheiben Dresdner Stollen geben. Und als geistige Nahrung, wenn ich die Weihnachtsgeschichten aus aller Welt lese, erklingen aus dem Radio die schönsten Weihnachtslieder. Ich bin sicher, meine Augen werden leuchten.
19.12.2006, 20.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Auf den Hund gekommen?
Ist es Ihnen auch schon aufgefal- len? Seit einiger Zeit registriere ich, dass es immer mehr Frauen werden, die Hunde halten. Vor zehn, zwanzig Jahren war das noch viel seltener. Damals war die Hundehaltung eine Domäne älter- er Damen, die einen praktikablen Begleiter, Bodyguard und Schoß- hund suchten. Einen Gefährten, der das einsame Leben erträg- licher machte und auch in der Einzimmerwohnung im dritten Stock gut verstaubar war. Ein Pu- del, ein Spitz oder ein netter Dackel musste es sein.Inzwischen ist es auch bei jün- geren Frauen Mode geworden, einen Hund zu haben. Aber nicht nur die kleinen Mini-Rassen sind angesagt. Die Hunde sind bald größer als ihre Frauchen. Ein Schäferhund, ein Rottweiler, eine Dogge, das sind die neuen befellten Status-Symbole. Ein Phänomen sind in meinen Augen besonders die jungen Mütter, die den Hund an den Kinderwagen angeleint haben. Ich habe den Verdacht, dieser neue Trend wurde noch nicht so richtig gründlich von den Psychologen untersucht. Warum mögen junge Frauen an ihrer Seite gerne einen Hund - womöglich lieber als einen Mann? Was hat ein Hund, was ein Mann nicht hat? Ist er treuer? Folgt er besser? Lobt er das Essen? Widerspricht er nicht? Braucht er kein Bier beim Fernsehen?
Ich fürchte, die Antworten darauf fallen eher zugunsten der Hunde aus. Was können die Männer daraus lernen, damit sie wieder mehr Erfolg bei den Frauen haben? Ich meine, sie müssen sich nicht unbedingt - wie ein Punk - ein Hundehalsband als Weihnachtsgeschenk wünschen. Aber vielleicht sollten sie sich in den kommenden Winternächten einfach mal so richtig kuschelig weich an ihr Frauchen hinschmiegen. Und keine Rechthaberdiskussionen anfangen. Nachdem sie ihr die Zeitung gebracht haben. Natürlich zwischen den Zähnen.
19.12.2006, 08.24 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Essen ist Medizin
In Wien-Mariahilf wurde das erste Apotheken-Restaurant mit dem Namen „Saint Charles Apothecary“ eröffnet. In Österreich sind ungewöhnliche Ess- ens-Plätze durchaus üblich. Vom Dorf- museums-Beisl bis zum Bratwurst- stand auf dem Zentralfriedhof sind für hungrige Mägen genügend exzentrische Orte vorhanden. Die Leitung des neuen Apotheken-Restaurant spricht vom „längst fälligen Schulterschluss zwischen Pharma und Gourmet“. Auf der anderen Straßenseite ist eine echte Apotheke, deren Inhaber die Idee zum Apotheken-Restaurant hatten. Gekocht wird nur mit gesunden Lebensmitteln, versprechen die Apotheken-Köche. Beispiel aus der Speisenkarte:Reh-Semmelknödel-Rotkrautmarmelade:
Reh (Revier Sieding, Forstamt Wolkersdorf), Semmelknödel (Bernhard Riedl/Vinissimo), Knödelbrot(Bäckerei Blutaumüller – Gumpendorf), Milch und Butter (Hofkäserei Enner – Melktal), Eier, Petersilie und Zwiebel (Helene Ziniel – Frauenkirchen), Rotkraut, Apfelsaft, Traubensaft (Franz Binder – Untermallebarn), Rotwein (Mariell – Grosshöflein), Holler – Saint Nr. 7 (Wildsammlung Prigglitz), Salz (Salzbergkern, Bad Ischl). Wobei in Klammern immer die Herkunft des Essens dokumentiert wird.
Jetzt müsste nur noch in jeder Speise, die im Restaurant „Saint Charles Apothecary“ serviert wird, ein Zettel stecken, auf dem steht, welcher Koch (Geschlecht, Sternzeichen, Geburtsdatum, Handynummer) mit welchem Azubi (Spitzname, Musikgeschmack) mein Essen zubereitet hat. Dann wäre mein Wissenshunger fürs erste gestillt.
Apothecary
18.12.2006, 08.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges



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