Jokers Blog Deutschland

1.000 Autoren reichen

Die deutschsprachigen Verlage produzieren jedes Jahr etwa 90.000 neue Bücher. Eine Unmenge an Büchern, die es, glaubt man einer Studie der GfK-Buchmarktforschung, überhaupt nicht braucht. Um Umsätze zu machen, braucht der Buchhandel eigentlich nur Spitzenautoren. Gut, ein bisschen übertrieben ist das, aber die Tendenz stimmt.

So hat das Marktforschungsinstitut aus Nürnberg 177 Mio. verkaufte Romane im Jahr 2006 gezählt. Davon stammten 53 Mio., also etwa 30 Prozent, von nicht mehr als 100 Bestsellerautoren. Pro Bestsellerautor wurden also 530.000 Exemplare verkauft. Wenn man schaut, wie viele Romane die Top-1000-Autoren verkauften, so ergeben sich 116,8 Mio. Romane. Da sind wir dann schon bei Zweidritteln des Marktes.

Tja, was ist daraus zu folgern? Die GfK meint, die Kunden bräuchten Orientierung, deshalb würden sie immer wieder zu den gleichen Autoren greifen. Wie die Lemminge folgen sie den großen Stapeln, den großen Werbeplakaten, dem, was Frau Dingsbums im Fernsehen sagt.

Mal ein ketzerischer Vorschlag: Vielleicht sollten sich die Verlage auf die 1.000 bestgängigen Autoren beschränken. Die Buchhandlungen könnten sich verkleinern, bräuchten weniger Miete zahlen, die Kunden wären nicht mehr eine unüberschaubaren Titelmenge ausgesetzt und die 1.000 Bestsellerautoren könnten noch das letzte Drittel des belletristischen Marktes, das ihnen noch fehlt, unter sich aufteilen.


23.02.2008, 17.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Bestseller-Autoren, Umsatz, GfK-Buchmarktforschung,

Eine neue literarische Gattung?

Seit es Handy-Flatrates gibt, setzen sich in Japan so genannte Handy-Romane durch. Schon im Januar habe ich in der New York Times über dieses Phänomen gelesen. Es sollen vor allem junge Japanerinnen sein, die solche Handy-Romane schreiben. Die Texte tippen sie auf dem Handy quasi als SMS ein. Meist sind es tagebuchartige Texte über Liebe und Liebesleid. Die Texte sind auf Webseiten verfügbar und können von anderen Lesern per Handy gelesen und bewertet werden.

Handy-RomaneErstaunlich ist, dass fünf der japanischen Top-Ten-Bestseller des letzten Jahres auf solchen Handy- Novels basieren. Grauenhaft, so das Urteil von Literaturkritikern. Die Handy-Romane seien der Untergang der japanischen Literatur. Ihre liter- arische Qualität tendiere gegen Null. Das sehen die Fans dieser neuen Form von Literatur natürlich völlig anders. Sie glauben natürlich fest daran, dass sich Handy-Romane durchsetzen werden.

Möglich ist das. So hat ein Verlag die tragische Geschichte einer Liebe von Kindesbeinen an in Buchform gegossen und das Buch mit 142 Seiten aus dem Stand 400.000 Mal verkauft. Wenn das kein Erfolg ist! Da hat die Autorin ihre Handy-Flatrate sicher wieder reingespielt. Erst wenn ein Verlag einen Handy-Roman auflegt, fließt Geld, die Online-Texte allein werfen nichts ab.

In deutschsprachigen Landen habe ich bisher noch nichts von Handy-Romanen gehört oder gelesen. Aber wer weiß, vielleicht werden sie auch hier noch ein großer Erfolg.


22.02.2008, 16.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Handy-Roman, Japan,

Wo haust das Verbrechen?

KriminalmuseumZwischen Wiesen und Weiden in der Nähe des Wattenmeeres im Zentrum der grünen Halbinsel Butjadingen! Dort am Ortsrand von Stollhamm hat ein Kleinverlag namens Achilla Presse sein Büro aufgeschlagen. Der Verleger interessiert sich vor allem für Krimis, weshalb er schon seit vielen Jahren Krimis sammelte.

Im Frühjahr 2007 hat er auf 175 Quadratmetern diese Privatbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit das erste deutsche Krimimuseum geschaffen. Rund 4.500 Exponate ab 1792 zeigen, dass das Krimigenre eine lange Tradition hat. Hier lässt sich die Geschichte des Krimis verfolgen und Buchliebhaber werden sich kaum von den farbig gestalteten alten Buchumschlägen losreißen können.

Wenn jemand der Leser dieses Blogs das Zentrum des Verbrechens etwa in seinem Urlaub besuchen möchte, hier ist die Adresse:

Erstes deutsches Krimimuseum
Hauptstraße 80
26969 Butjadingen-Stollhamm
Telefon: 0 47 35 - 81 03 06

Link:

http://www.achilla-presse.de/

21.02.2008, 21.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Krimimuseum, Butjadingen, Achilla Presse,

Perle des Mittelmeeres

KroatienDer Frühling kann sich noch nicht recht entscheiden, den Winter zu vertreiben: Schnee und Sonne wechseln einander ab. Und ich – ich bin des Wartens auf Wärme überdrüssig. Auch wenn der Winter mild war. Langsam wächst das Fernweh in mir zu einer riesigen Klage: Ach, wäre ich doch fort … an einem weiten Sandstrand, unter Palmen, die sich im Winde wiegen, über mir nichts als der freie Himmel und die gleißende Sonne, vor mir nichts als das Meer!

Geht es Ihnen auch so? Immer um diese Jahreszeit sehne ich mich danach, meine sieben Sachen zu packen und mir eine kleine Auszeit zu gönnen. Weg von meinem Schreibtisch und der Arbeit, aber an Urlaub ist noch nicht zu denken.

In solchen Momenten tröste ich mich immer mit einer Art virtueller Ferien: Ich nutze meine Pause, um in unserem Lager zu stöbern und auch vorhin bin ich fündig geworden. Ein wunderschöner Bildband ist mir in die Hände gefallen. Prachtvolle Abbildungen sanfter Hügel, lockender Strände, grüner Haine betörten meine wintermüden Augen. Ich bestaunte die Fotos, las interessiert die erklärenden Texte dazu, nahm den Bildband schließlich mit an meinen Schreibtisch. Mein nächstes Urlaubsziel ist hiermit beschlossene Sache! Zu Hause muss ich den Bildband „Kroatien“ nur noch meiner Frau zeigen und wenn auch sie die „Perle des Mittelmeers“ bald erleben bald erleben will …


19.02.2008, 18.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Kroatien, Fernweh,

Was Chefs oft nicht merken

Eine Begegnung der dritten Art hatte neulich eine Bekannte. Sie erzählte: „Gestern traf ich meinen ehemaligen Super-Duper-Wichtig-Chef und zwar genau da, wo ich ihn am wenigsten vermutet hätte – in meinem kleinen Fitness-Studio um die Ecke! Plötzlich stand er in Tennisschuhen und knallroter Boxer-Short vor mir. Irgendwie hatte ich meinen früheren Verlagschef einschüchternder in Erinnerung, das kannst du mir glauben. Wie er so vor mir stand, musste ich mich stark zusammennehmen, nicht loszulachen.

Er fragte, ob er sich für zehn Züge mal schnell an die Pectoralis-Maschine schieben dürfe. Ich ließ ihn vor und musste zusehen, wie er sich mit viel zu vielen Gewichten abquälte. Als er fertig war, erhob er sich stark schwitzend und völlig außer Atem. Dann betrachtete er mich genauer und bemerkte nachsinnend: `Wir kennen uns doch, oder?!´ Und schon waren wir mitten im Geschäftsgespräch. Er erkundigte sich, wie es denn so mit meinen Geschäften laufe, welche Kunden ich betreue und ob ich auch vom Wirtschaftsaufschwung profitiere.

Alles schön und gut, dachte ich mir, doch eigentlich war ich ja im Fitness-Studio, um mich nach einem langen Tag am PC auszupowern. Da kam es mir überhaupt nicht gelegen, dass Herr M. nach jeder seiner Trainingseinheiten zu mir spazierte, um das Schwätzchen fortzusetzen. Noch dazu wartete er beharrlich neben mir, wenn ich z. B. gerade mitten in meinen Wiederholungen am Brusttrainer saß.

Schließlich konnte ich mich dem Gespräch nur noch dadurch entziehen, dass ich mein Trainingsprogramm früher beendete und einen wichtigen Termin vorgab. Was Chefs oft nicht merken: Wann sie genug geredet haben.

18.02.2008, 11.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Chef, Boss,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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