Jokers Blog Deutschland
Sie können in diesem Blog mitschreiben. Laden Sie einfach Ihren Text oder Ihr Bild hoch!
Hier mitmachen!
Suchmaschine
Es wird in allen
Einträgen gesucht.

Buch: Die Selbstmord-Schwestern @ :
Buch: Die Selbstmord-SchwesternDas Buch "
...mehr

drik:
Ich kann diese Bildband nur empfehlen; es ent
...mehr

Flüge:
Klingt genau nach dem Buch, was ich gebrauche
...mehr

Jose:
Trommel Klänge unterstüzen einen in allen Leb
...mehr

Enis:
Sehr tolle Artikel über Bücher und Lektüren i
...mehr

Einträge ges.: 1183
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 246
ø pro Eintrag: 0,2
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 1761

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Autoren

(1) [2] [3] [4] [5] . . . [20] vorwärts >> 

Von goldenen Salamandern und blutenden Lilien

„Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabríel Garcia Márquez ist ein moderner Klassiker. Seit vielen Jahren steht der Roman in meinem Regal. Gelesen habe ich ihn allerdings noch nie. Das lag vor allem daran, dass ich über die Geschichte Lateinamerikas nicht viel weiß und befürchtete, das Buch nicht zu verstehen. Völlig zu Unrecht, wie ich jetzt bemerkte. Denn wie bei so vielen großartigen Romanen sind historische Vorkenntnisse zwar hilfreich, aber nicht zwingend. Wie gute Geschichtslehrer verpacken Autoren im Format eines Garcia Márquez die Historie in so spannende Handlungsfäden, Charakterdarstellungen und Landschaftsbeschreibungen, dass der Leser nicht anders kann, als wie ein Schwamm alles aufzusaugen.

Der kolumbianische Schriftsteller ist fürwahr ein echter Erzählkünstler. Allein, wie er auf den ersten Seiten die verzweifelte Reise durch den Dschungel schildert, machte mich sofort süchtig nach mehr: „In jenem Paradies aus Feuchtigkeit und Schweigen vor dem Sündenfall, wo die Stiefel in dampfenden Ölpfützen versanken und die Buschmesser blutende Lilien und goldene Salamander köpften, wurden die Männer der Expedition von ihren ältesten Erinnerungen heimgesucht.“ Düsterer, bezaubernder und schöner kann man einen Dschungel nicht beschreiben, finde ich. Diesen Stil nennt man „Magischen Realismus“. Er integriert magische Elemente in realistischen Situationen. Als Erfinder gilt Garcia Márquez.

Am liebsten würde ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. So begeistert bin ich, nach Rafik Schami wieder einen Schriftsteller gefunden zu haben, der mich fesselt. Und das Beste: „Hundert Jahre Einsamkeit“ ist nicht die einzige Perle, die ungelesen in meinem Regal schlummert. Dort stehen noch „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Chronik eines angekündigten Todes“.

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 11.03.2010, 16.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Etwas Spätromantisches von Heine

h_heine.jpg

Mehr als 150 Jahre ist er bereits tot und immer noch aktuell: Heinrich Heine, der große deutsche Dichter, geboren 1797 in Düsseldorf, gestorben 1856 in Paris, beeindruckte zahlreiche seiner berühmten Autoren- Kollegen. Die Resonanz war nicht immer positiv, Heines Schriften provozierten jedoch immer starke Reaktionen.

"Heine habe ich mit Tränen in den Augen gelesen", ehrte ihn z. B. Christian Morgenstern. "Eine kleine Probe von Heines politischem Wischiwaschi hab ich ... neulich ... gefunden und großen Ekel dagegen gefasst." Oder "Er ist ein Dichter ganz und gar, aber nit eine Viertelstunde könnt' ich mit ihm leben...", bewertete Eduard Mörike seine Begegnung mit ihm. Friedrich Nietzsche hingegen war begeistert: "Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben ... Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag ... Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind ..."

Heinrich Heine war einer der Hauptvertreter des Jungen Deutschland. Empfindungsreichtum ging in seinen spätromantischen Werken und Gedichten mit Skepsis und Ironie („Buch der Lieder“, 1827; „Romanzero“, 1851) Hand in Hand. Sein unterhaltsamer Prosastil („Reisebilder“, 1826 bis 1831) machte ihn zum Begründer des modernen Feuilletonismus.

Jetzt im Monat März fiel mir eines seiner Gedichte wieder in die Hände:

Die Liebe begann im Monat März,
Wo mir erkrankte Sinn und Herz.
Doch als der Mai, der grüne, kam:
Ein Ende all mein Trauern nahm.

Es war am Nachmittag um Drei
Wohl auf der Moosbank der Einsiedelei,
Die hinter der Linde liegt versteckt,
Da hab ich ihr mein Herz entdeckt.

Die Blumen dufteten. Im Baum
Die Nachtigall sang, doch hörten wir kaum
Ein einziges Wort von ihrem Gesinge,
Wir hatten zu reden viel wichtige Dinge.

Wir schwuren uns Treue bis in den Tod.
Die Stunden schwanden, das Abendrot
Erlosch. Doch saßen wir lange Zeit
Und weinten in der Dunkelheit.

Stöbern in unserem Heinrich Heine-Fundus

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 10.03.2010, 20.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Tucholsky war nicht nur politisch

Den meisten seiner Texte merkt man seine zerrissene Seele kaum an. Und doch beging Kurt Tucholsky 1935 im schwedischen Exil Selbstmord. Er spaltete die Meinungen der Leser wie kaum ein anderer nicht nur zu Lebzeiten während der Weimarer Republik, sondern weit über seinen Tod hinaus. Wer kennt nicht seinen Ausspruch „Soldaten sind Mörder“? Das Zitat stammt aus Tucholskys Werk Der bewachte Kriegsschauplatz:

Tucholsky„Der Feldgendarm wachte darüber, dass vorn richtig gestorben wurde. Für viele war das gar nicht nötig. Die Hammel trappelten mit der Herde mit, meist wussten sie gar keine Wege und Möglichkeiten, um nach hinten zu kommen, und was hätten sie da auch tun sollen! Sie wären ja doch geklappt worden, und dann: Untersuchungshaft, Kriegsgericht, Zuchthaus, oder, das schlimmste von allem: Strafkompanie. [...] Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten auch mit den Maschinengewehren in die Maschinengewehre. So kämpften sie. Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“

Doch Kurt Tucholsky war keineswegs „nur“ ein politischer Journalist. Viele seiner Werke sind geprägt von seinem speziellen Humor, der oft die herrschenden Gesellschaftsverhältnisse kommentiert. Doch auch der Mensch als Individuum bekommt wie der Mensch als Herdentier immer wieder auf ironisch-bezaubernde Weise sein Fett ab. Ganz besonders hat es mir sein Frühlingsgedicht angetan:

Das Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,
dann im Kalender und dann in der Luft,
und endlich hüllt auch Fräulein Adelgunde
sich in die frisch gewaschene Frühlingskluft.

Ach ja, der Mensch! Was will er nur vom Lenze?
Ist er denn nicht das ganze Jahr in Brunst?
Doch seine Triebe kennen keine Grenze –
dies Uhrwerk hat der liebe Gott verhunzt.

Der Vorgang ist in jedem Jahr derselbe:
Man schwelgt, wo man nur züchtig beten sollt,
und man zerdrückt dem Heiligtum das gelbe
geblümte Kleid – ja, hat das Gott gewollt?

Die ganze Fauna treibt es immer wieder:
Da ist ein Spitz und eine Pudelmaid,
die feine Dame senkt die Augenlider,
der Arbeitsmann hingegen scheint voll Neid.

Durch rau Gebrüll lässt sich das Paar nicht stören,
ein Fußtritt trifft den armen Romeo
mich deucht, hier sollten zwei sich nicht gehören...
Und das geht alle, alle Jahre so.

Komm, Mutter, reich mir meine Mandoline,
stell mir den Kaffee auf den Küchentritt.
Schon dröhnt mein Bass: Sabine, bine, bine ...
Was will man tun? Man macht es schließlich mit.

Selbstverständlich haben wir einen ganzen Fundus an Werken von Kurt Tucholsky in unserem Programm: Stöbern Sie doch einfach mal darin!

(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

Jokers 03.03.2010, 08.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Selbstgewählte Einsamkeit

Zufällig hörte ich neulich im Fernsehen ein paar Zeilen von Emily Dickinson (1830 bis 1886):

„Da ist ein Licht,
das schräg sich neigt
an Wintertagen,
schwer wie das Gewicht
von kathedralen Klängen.
Und wenn es kommt,
hört alle Landschaft zu.
Schatten halten den Atem an,
wenn es vergeht.“

In diesen Tagen, in denen der Hochnebel wie über den Dächern festgefroren wirkt, die Vögel frierend in den Bäumen kauern und von Frühlingserwachen weit und breit keine Spur ist, trifft sie den Nagel auf den Kopf. Jedes Mal, wenn ich über die amerikanische Schriftstellerin nachdenke, die seit ihrem 20. Lebensjahr das Leben einer menschenscheuen Einsiedlerin führte, staune ich. Denn obwohl sie kaum Kontakt zu Menschen pflegte und ihr Zimmer bis zum frühen Tod mit 56 Jahren kaum verließ, schuf Dickinson ein mannigfaltiges Gedankenwerk, das noch heute seinesgleichen sucht: Nach ihrem Tod entdeckte man 40 handgebundene Bücher mit über 800 Gedichten von ihr.

Dieser Gedanke spendet mir immer wieder Trost, wenn ich denke, noch nicht genug von der Welt gesehen zu haben. Denn genau dagegen steht Emily Dickinsons legendärer und wunderschöner Satz: „To make a prairie it takes a clover and a bee, one clover, and a bee, and revery. The revery alone will do, if bees are few.”


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 26.02.2010, 08.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Russische Literatur: jetzt genau das Richtige!

Krieg und FriedenWas für ein Winter! Diese Allgegenwart von Schnee und Kälte! Der Anblick von dick vermummten Menschen hat so etwas Russisches, finde ich. Jedenfalls passt derzeit die Lektüre von Dostojewski, Tolstoi, Puschkin und Co. besonders gut in die Landschaft. Beim Blick aus dem Fenster in das Schneetreiben draußen wirken „Schuld und Sühne“, „Krieg und Frieden“ und „Anna Karenina“ einfach noch intensiver.

Und nicht zuletzt sind diese ja meist recht seiten- und personenreichen Werke im Winter besser zu verdauen – flockige Sommerlektüre ist das nicht. Eher etwas für lange Winterabende, an denen man etwa in Dostojewskis „Der Idiot“ den Fürsten Myschkin dabei erlebt, wie er verzweifelt einer unerreichbaren Liebe hinterherhetzt.

Den ganz Lesewütigen empfehle ich natürlich das Hauptwerk des 2010-Jubilars Lew Tolstoi – er hat in diesem Jahr den 100. Todestag – „Krieg  und Frieden“, die faszinierende Geschichte dreier Familien vor dem Hintergrund der russisch-napoleonischen Kriege. Ein Meisterwerk der Weltliteratur und ein Reigen an großen Gefühlen, der seinesgleichen sucht: Krieg, Liebe, Hass, Abenteuer – alles dabei. Dass es sich hier auch um starken Filmstoff handelt, ist klar und für Freunde prächtiger Ausstattungsfilme ein echtes Muss!

Bevor also die Tage wieder frühlingshafter werden und Sie das dringende Bedürfnis nach Spaziergängen und Gartenarbeit verspüren (das wird nicht mehr allzu lange dauern ...), lassen Sie doch noch ein wenig russische Seele einwirken – das ist gut fürs Gemüt und schadet trotz des Seitenreichtums auch dem Geldbeutel nicht!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 19.02.2010, 09.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Auch bei Kehlmann kann man sparen!

Wissen Sie, worüber ich mich richtig freue? Nach einer langen Flaute gibt es seit einigen Jahren wieder tolle neue deutsche Literatur. So haben etwa alle bisherigen Preisträger des Deutschen Buchpreises Werke abgeliefert, die mir persönlich durch die Bank gefallen. Unter den neuen deutschen Autoren gibt es allerdings einen, der diesen speziellen Literaturpreis gar nicht mag, weil er ihn nicht nur für ein Spektakel hält, sondern auch für eine „Quelle der Sorge und der Depression“ für die Autoren, die sich der Auswahlprozedur unterziehen müssen.

Der dies gesagt hat, ist kein geringerer als Daniel Kehlmann, der mit „Die Vermessung der Welt“ 2005 einen fulminanten Bestseller verfasst hat. Mit 1,5 Millionen verkauften Exemplaren (nur im deutschsprachigen Raum!) und Übersetzungen in etwa 40 Sprachen ist Kehlmann zweifellos in die Kategorie der Bestsellerautoren emporgestiegen. Und das mit dem eher sperrigen Thema der Entstehung der modernen Wissenschaft, dargestellt am Leben des Forschers Alexander von Humboldt und des Mathematikers Carl Friedrich Gauß.

Beide Wissenschaftler bewegen sich ständig zwischen Erfolg und Niederlage, beide sind ein wenig sonderbar und schrullig, aber mit Leib und Seele ihrer Wissenschaft verschrieben. Das Ganze ist voller Fantasie und kommt ebenso abenteuerlich wie philosophisch daher – ein bisschen denken muss man bei der Lektüre also schon...

Bei uns können Sie sich sogar zwischen zwei Ausgaben von Daniel Kehlmanns Weltbestseller entscheiden. Kräftig sparen können Sie bei beiden!

              



(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 17.02.2010, 19.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bert Brecht und Lion Feuchtwanger

Bert BrechtAm 10. Februar 2010 feierten wir Bert Brechts 112. Geburtstag. Was wurde über Eugen Berthold Friedrich Brecht – erst später machte er seinen zweiten Vornamen ohne das „h“ zu seiner „Marke“ – nicht schon alles gesagt und geschrieben! Wir wissen, dass er bei Karl Valentin in die „Schule“ ging, und wir wissen auch, dass er Lion Feuchtwanger auf eine sehr spezielle Weise freundschaftlich verbunden war.

Marta Feuchtwanger erzählt unter anderem vom Beginn dieser ungewöhnlichen Männerfreundschaft, die nicht immer unproblematisch war: „Brechts Vater kam aus Augsburg zu Lion, um ihn um Rat zu bitten. Sein Sohn habe jetzt vor, das Medizinstudium aufzugeben, um Schriftsteller zu werden. Und da wollte er Lion fragen, der doch schließlich schon ein bekannter Autor sei, ob er glaube, dass sein Sohn genügend Talent habe, um es zu etwas zu bringen. Feuchtwanger antwortete: ‚Ich bin sonst nicht der Ansicht, dass man einem jungen Menschen anraten soll, Schriftsteller zu werden. Aber wenn Brecht nicht schreibt – der ist nämlich ein Genie -, wäre es eine Sünde.’ Da hat der Vater gesagt: ‚Schön, ich werde Ihren Rat befolgen und ihm auch weiter seinen Scheck schicken.’ Als er an der Tür war, drehte er sich noch einmal um und sagte: ‚Sehen Sie, ich bin Fabrikant, ich fabriziere wunderbares weißes Papier, und dann bedrucken Sie es.’“

Auch der umfangreiche Briefwechsel zwischen Brecht und Feuchtwanger ist sehr aufschlussreich und informativ (Lion Feuchtwanger. Briefwechsel mit Freunden 1933 – 1958, Band 1. Aufbau-Verlag. Berlin). Der Freundschaft zwischen Brecht und Feuchtwanger entstammen sogar drei gemeinsam erarbeitete Stücke: „Das Leben Eduards II“, „Kalkutta, 4. Mai“ und „Die Geschichte der Simone Machard“.

Dabei wäre die Freundschaft beinahe in die Brüche gegangen, weil sich Brecht in Feuchtwangers Roman „Erfolg“ sehr ungünstig charakterisiert empfand. Dort hat Feuchtwanger mit der Figur des Kaspar Pröckl seinem Freund Bert Brecht ein literarisches Denkmal gesetzt, das diesem ganz und gar nicht gefiel, wie man leicht verstehen kann, wenn man nur einige Stellen in dem wunderbaren Roman, der so etwas wie ein Zeitdokument ist, liest: „Der Kerl roch wirklich wie Soldaten auf dem Marsch“, oder an anderer Stelle: „die anstrengend, unmanierliche, schrille, schreiende Stimme Pröckls“. Brecht soll sogar wiederholt auf Feuchtwanger eingeredet haben, diese Stellen zu entschärfen. Aber Feuchtwanger wollte dies offensichtlich nicht, da es sich schließlich um einen Roman und nicht um eine Dokumentation handelte. Hätte er sich von seinem Freund dazu erweichen lassen, wäre dies gewissermaßen eine Bankrotterklärung seines künstlerischen Schaffens gewesen.

Brecht und Feuchtwanger haben sich zeitlebens gegenseitig sehr viel gegeben, vom politischen Durchblick bis hin zum dramatischen Bewusstsein. Nachzulesen in: „Schatten über München“. Eine Dokumentation von Reinhart Hoffmeister. Langen Müller, München, sowie in Volker Skierka: „Lion Feuchtwanger. Eine Biographie, erschienen im Quadriga Verlag J. Severin, Berlin, oder im oben erwähnten Briefwechsel bzw. in „Nur eine Frau“ von Marta Feuchtwanger. Aufbau-Verlag, Berlin.

Wer mehr über diese seltsam anmutende Seite Brechts erfahren will, dem seien die hier erwähnten Bücher wärmsten ans Herz gelegt. Wenn er nicht bei uns im Shop etwas findet!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 16.02.2010, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Emil entdeckt den Fluss des Lebens

Hermann HesseWie sehr der eigene Perfektionismus oft zum Verhängnis wird, zeigt mir gerade wieder Emil. Seit ein paar Jahren beschäftigt sich mein Freund intensiv mit fernöstlichen Meditationsarten. Dabei versucht er sich aktiv in Tai Chi Chuan, dem chinesischen „Schattenboxen“. Doch je mehr er sich bemüht, umso verzweifelter wird er. „Ich entdecke ständig wieder eine neue Bewegung, die ich nicht kann und auch nicht verstehe. Und am Ende habe ich das Gefühl, überhaupt nichts verstanden zu haben.“ Als Laie auf dem Gebiet meditativer Lehren weiß ich mir wieder einmal nur mit Literatur zu helfen. So empfahl ich den Klassiker, Hermann Hesses „Siddharta“.

Das Buch erzählt vom jungen Brahmanen Siddhartha und seinem Freund Govinda. Beide begeben sich auf die Suche nach dem Atman, dem All-Einen, der obersten Erkenntnis, die in jedem Menschen ruht. Dabei führt der Lebensweg Siddharta vom Asketen und Bettler über den Kaufmann, den Fährmann, den Vater bis hin zum Erleuchteten. Immer wieder begegnet der Suchende dabei einem Fluss. Allmählich beginnt er, vom Rauschen des Flusses zu lernen, der sich im ständigen Wandel befindet und doch immer der Gleiche bleibt.

So wenig ich tatsächlich von fernöstlichen Lehren verstehe, so viel hat mich doch diese Erzählung gelehrt. Wie schon in „Narziss und Goldmund“ zeigt Hesse darin, dass Leben Bewegung und Entwicklung bedeutet. Die endgültige Erleuchtung gibt es, wenn überhaupt, erst nach lebenslangem Streben. Emil selbst hat nach eigenen Angaben „Siddharta“ auf einen Rutsch durchgelesen und übt wieder fleißig Tai Chi Chuan. „Jetzt gewöhne ich mir das Denken einfach ab“, erzählte er mir heute. „Stattdessen folge ich einfach dem Fluss des Lebens und übe weiter.“

(Geschrieben von Matthias Stöbener)  

Jokers 12.02.2010, 15.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sidney Sheldon: Nicht nur ein Schriftsteller

SheldonSein Todestag jährte sich gerade zum dritten Mal. Am 11. Februar hätte er Geburtstag gehabt: Der facettenreiche US-Autor Sidney Sheldon wurde an jenem Datum 1917 in Chicago geboren. Seine schriftstellerische Karriere begann mit Theaterstücken und Filmdrehbüchern für die Studios in Hollywood. Unter anderem stammt auch das Drehbuch zum Musical »Annie, Get Your Gun« von 1932 aus seiner Feder. 1947 erhielt er den Oscar für das beste Drehbuch zu »So einfach ist die Liebe nicht«.

Erst als er 50 Jahre alt wurde, schrieb er Bücher, vor allem Krimis: Sie wurden sämtlich zu Weltbestsellern, die meisten wurden verfilmt. Als meistübersetzter Autor unserer Zeit wurde er ins Guinness-Buch eingetragen. Wahrscheinlich kennen auch Sie viele seiner Romane: „Der Zorn der Götter“, einen seiner besten Krimis, haben wir derzeit im Programm. Für alle Freunde original- sprachiger Literatur bieten wir „The Naked Face“ an.

Aber wussten Sie auch, dass Sheldon als Drehbuchautor hinter zahlreichen Fernsehserien steckt, die viele Menschen in ihrer Kindheit fesselten? So stammen sowohl „Hart aber herzlich“ als auch „Bezaubernde Jeannie“ von ihm.

Sidney Sheldon erhielt für seine Filmdrehbücher zahllose Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderem den Edgar Allan Poe Award im Jahre 1969. Sein Privatleben fand zwischen seinen Wohnsitzen in Los Angeles, Palm Springs und in London statt. Am 30. Januar 2007 starb Sidney Sheldon an den Folgen einer Lungenentzündung.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)  

Jokers 11.02.2010, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Füße hoch und genießen!

Das Auge liest mit – also ich jedenfalls freue mich immer, wenn ein Buch ein besonders schönes Cover hat. Wenn der Inhalt dann auch noch richtig gut ist, handelt es sich um einen Glücksfall und löst bei mir sofort den Kauf- und Leseimpuls aus.

Annie ProulxUm einen solchen Glücksfall handelt es sich zweifellos bei „Hinterland“ von Annie Proulx. Auf dem Cover zwei riesige Kuhköpfe, im Innern herrliche Geschichten aus Wyoming, einem amerikanischen Bundesstaat, den man so gar nicht mit der Coolness New Yorks oder dem ausgeflippten Hippietum San Franciscos verbinden mag. Wyoming klingt nämlich ganz stark nach Kaff, Hinterwäldlertum und sehr, sehr viel Gegend. (Nur mal so am Rande: Wyoming ist so groß wie Rumänien, hat aber nur so viele Einwohner wie Hannover – noch Fragen?)

In dieser ländlichen Einsamkeit lebt die Autorin Annie Proulx seit einigen Jahren selbst. Man darf also annehmen, dass sie genau weiß, wie es dort zugeht, unter all den Farmern, Cowboys, Kühen und Lebenskünstlern. Und sie kann so lakonisch, schnörkellos und wunderbar komisch davon erzählen, dass die elf Geschichten sich weglesen wie nichts. Es lohnt sich, das spleenige Personal dieses ganz speziellen „Hinterlands“ kennenzulernen, etwa den Wildhüter, der einen Wilderer stellt, der vor seinen Augen buchstäblich im Höllenschlund versinkt. Oder das Ehepaar, das plötzlich in der Einöde feststellt, dass es gar nicht zusammenpasst.

Die Pulitzerpreisträgerin ist Spezialistin für interessante Gestalten – denken Sie an „Schiffsmeldungen“, ihren ersten Welterfolg, oder an „Brokeback Mountain“, das 2005 mit Heath Ledger und Jake Gyllenhaal verfilmt wurde und viele Auszeichnungen erhielt. Ich empfehle Ihnen also: Setzen Sie sich in den imaginären Schaukelstuhl auf Ihrer Veranda, blicken Sie in die endlose Weite, legen Sie die Cowboystiefel hoch, freuen Sie sich über Ihr preiswertes Jokers-Schnäppchen und genießen Sie „Hinterland“!


(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

Jokers 05.02.2010, 08.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL

(1) [2] [3] [4] [5] . . . [20] vorwärts >> 
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
Follow Jokers at twitter

TwitThisFacebookGoogleMySpaceTechnoratiMister WongDiggDeliciousYiggLinksilo
<< März 2010 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01020304050607
08091011121314
15161718192021
22232425262728
293031    



PDF-Datei
Größe: ca. 10 MB

Gratis-Download







Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Bloggeramt.de
frisch gebloggt
Deutsches Blog Verzeichnis
Blog Top Liste - by TopBlogs.de