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Bibliophiles 2012: Literarische Jubiläen im Überblick

Wie jedes Jahr feierte ich auch dieses Jahr Silvester im Freundeskreis. Und wie immer verbrachten wir den Abend bis zum Jahreswechsel damit, nicht nur auf das vergangene Jahr zurückzublicken, sondern konzentrierten uns auf das, was uns im neuen Jahr erwartet. Insbesondere für uns Bücherliebhaber wird 2012 ein ereignisreiches Literaturjahr. Ein rundes Jubiläum reiht sich an das andere. Ich habe Ihnen einen kleinen, nicht vollständigen Überblick wichtiger Literaturjahrestage - vielleicht möchten Sie ergänzen, welche Jahrestage großer Autoren, die hier nicht erwähnt sind, Ihnen wichtig sind.


Es geschieht wohl nicht oft, dass Wilhelm Busch und Novalis nacheinander genannt werden, doch vereint die beiden unterschiedlichen Schriftsteller, dass sie beide dieses Jahr einen runden Geburtstag feiern würden. Auch so große Namen wie Tolkien, Karl May, Douglas Adams oder José Saramago finden sich unter den Jubilaren, Karl May hat es 2012 sogar auf beide Seiten der Listen geschafft: Er hätte im Februar seinen 170. Geburtstag begangen, im März gedenken wir seines 100. Todestages.


Runde Geburtstage:


Du Fu 1300. Geburtstag


Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen 390. Geburtstag


J. R. R. Tolkien 120. Geburtstag am 3.1.


Umberto Eco 80. Geburtstag am 5.1.


Franz Fühmann 90. Geburtstag am 15.1.


Molière 390. Geburtstag am 15.1.


Virginia Woolf  130. Geburtstag am 25.1.


Lewis Carroll 180. Geburtstag am 27.1.


James Joyce 130. Geburtstag am 2.2.


Georg Trakl 125. Geburtstag am 3.2.


Charles Dickens 200. Geburtstag am 7.2.


Alexander Kluge 80. Geburtstag am 14.2.


Karl May 170. Geburtstag am 25.2.


Victor Hugo 210. Geburtstag am 26.2.


John Steinbeck 110. Geburtstag am 27.2.


John Irving 70. Geburtstag am 2.3.


Douglas Adams 60. Geburtstag am 11.3.


Wilhelm Busch 180. Geburtstag am 15.4.


Novalis 240. Geburtstag am 2.5.


Arthur Schnitzler 150. Geburtstag am 15.5.


Kurt Schwitters 125. Geburtstag am 20.6.


Ambrose Bierce 170. Geburtstag am 24.6.


Georg Christoph Lichtenberg 270. Geburtstag am 1.7.


Walter Benjamin 120. Geburtstag am 15.7.


Isabel Allende 70. Geburtstag am 2.8.


Günter Wallraff 70. Geburtstag am 11.10.


Georg Heym 125. Geburtstag am 30.10.


Arnold Zweig 125. Geburtstag am 10.11.


Gerhart Hauptmann 150. Geburtstag am 15.11.


José Saramago 90. Geburtstag am 16.11.


Bjrnstjerne Bjrnson 180. Geburtstag am 8.12.


Robert Gernhardt 75. Geburtstag am 13.12.


Ingo Schulze 50. Geburtstag am 15.12.



Runde Todestage:


Georg Heym 100. Todestag am 16.1.


Franz Grillparzer 140. Todestag am 21.1.


Astrid Lindgren 10. Todestag am 28.1.


Alexander Puschkin 175. Todestag am 10.2.


Edgar Wallace 80. Todestag am 10.2.


Georg Büchner 175. Todestag am 19.2.


Stefan Zweig 70. Todestag am 23.2.


Nikolai Gogol 160. Todestag am 4.3.


Johann Wolfgang von Goethe 180. Todestag am 22.3.


Stendhal 170. Todestag am 23.3.


Walt Whitman 120. Todestag am 26.3.


Karl May  100. Todestag am 30.3.


Robert Musil 70. Todestag am 15.4.


Bram Stoker 100. Todestag am 20.4.


Ralph Waldo Emerson 130. Todestag am 27.4.


Henry David Thoreau 150. Todestag am 6.5.


Peter Weiss 30. Todestag am 10.5.


August Strindberg 100. Todestag am 14.5.


Johann Nepomuk Nestroy 150. Todestag am 25.5.


J. M. R. Lenz 220. Todestag am 4.6.


E. T. A. Hoffmann 190. Todestag am 25.6.


William Faulkner 50. Todestag am 6.7.


Kenneth Grahame 80. Todestag am 6.7.


Clemens Brentano 170. Todestag am 28.7.


Waldemar Bonsels 60. Todestag am 31.7.


Hermann Hesse 50. Todestag am 9.8.


Tania Blixen 50. Todestag am 7.9.


Walter Scott 180. Todestag am 21.9.


Emile Zola 110. Todestag am 29.9.


Géza Gárdonyi 90. Todestag am 30.10.


Ezra Pound 40. Todestag am 11.11.


Ludwig Uhland 150. Todestag am 13.11.


Paul Éluard 60. Todestag am 18.11.


Marcel Proust 90. Todestag am 18.11.


Günter Eich 40. Todestag am 20.12.


Louis Aragon 30. Todestag am 24.12.



26.01.2012, 08.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Rilkes Geburtstag

Rainer_Maria_Rilke_1900.jpgJahrestage, Geburts- und Sterbedaten sind für mich manchmal Anlass, mich mit Dichtern und Denkern auseinanderzusetzen. Der 4. Dezember war Rainer Maria Rilke gewidmet. Es ist viele Jahre her, dass mein Urgroßvater starb. Ich habe nur noch eine vage Erinnerung an den hoch gewachsenen, hageren Mann. Ich weiß: Er liebte die Gedichte von Rilke. So sehr, dass er, bereits ein alter Mann, noch nach Prag fuhr, um Rilke zu ehren, denn der wurde am 4. Dezember 1875 dort geboren. Es war auch ein Dezembertag, an dem Rilke für immer seine Augen schloss: Am 29. Dezember 1926 starb er an Leukämie. Meine erste Berührung mit Rilke war dessen Grabinschrift, die mein Urgroßvater zitierte: Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern.


Dieses Wort hat berührt mich bis heute, ohne dass ich sagen kann, wieso das so ist. Es wäre anmaßend von mir, wenn ich behaupten würde, ich verstände Rilkes Worte. Rilke bleibt mir nach wie vor ein Rätsel, ein großes Faszinosum, ein Labyrinth, in das ich eintauchte und in dem ich bis heute herumirre, sowohl erschrocken wie gefesselt. Letztens hörte ich mir wieder das »Rilke Projekt« an. Insbesondere die CD »In meinem wilden Herzen« hat es mir angetan.


Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!

Sie zu halten, wäre das Problem.

Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,

wo ein endlich Sein in alledem? -


Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen

jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:

Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,

und das willig Liegende verschwimmt -


Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -

aber auch in ihnen flimmert Zeit.

Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt

obdachlos die Unvergänglichkeit.


CD "Vertonte Lyrik von Rainer Maria Rilke" bei Jokers"



Bild: Rainer Maria Rilke/wikimedia

25.12.2011, 09.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vom Sachbuch zum Psychothriller

Sachtext und Thriller haben nicht viel gemeinsam. Sebastian Fitzek ist ein 40-jähriger Schriftsteller und Journalist aus Berlin. Zu Beginn seiner Karriere hat er Sachbücher geschrieben. Seit dem Jahr 2006 ist er erfolgreicher Autor von Psychothrillern, die alle zu Bestsellern wurden. Interessanter Wandel, oder? Seine eigene Begründung für seine Psychothriller-Vorliebe: »Unser Gehirn ist wie die Tiefsee. Vielleicht das letzte unerforschte Terrain auf Erden, voll von Geheimnissen, die darauf warten, entdeckt zu werden.«. Die Phänomene der menschlichen Psyche inspirierten ihn dazu, auf das Thriller-Genre umzusteigen. Vermutlich fand er das spannender, als Sachbücher zu verfassen.


Persönliche Erlebnisse oder Träume baut er gelegentlich in seine Thriller ein. Wie in seinem ersten Buch »Die Therapie«. Während der Zeit, in der er es schrieb, träumte Fitzek, mit seinem Auto im Meer zu versinken. Dieser Traum wurde sofort in die Geschichte eingebaut. Spannend zu erfahren, wie ein Autor auf seine Ideen kommt. Es gibt eine weitere Sache, die ihn mir ziemlich sympathisch macht: Er kann mit negativer Kritik umgehen. Wenn also jemand kommt und sagt, etwas an seinem Buch sei schlecht, denkt er erst mal: »Der hat Recht.« Erst nach vielen positiven Mails ist er wieder davon überzeugt, dass es wohl doch gut sein muss.


Er ist auch nicht der Typ, der erst mal groß recherchiert. Seine Geschichten entwickeln sich während er schreibt mit Hilfe seiner Fantasie. Deshalb wird alles nach seinen Vorstellungen und Bildern im Kopf geschrieben. Bei medizinischen Fällen übergibt Fitzek seine Texte anschließend an Ärzte, die sie dann für ihn überprüfen. Das kann natürlich zu viel Korrekturarbeit führen, aber verhindert auch Fehler der Erzählung. Genau das will er nämlich vermeiden. Und er will Geschichten schreiben, die er selbst gerne liest.


Splitter.jpgAuch wenn er sich selbst gerne mit Büchern dieser Art beschäftigt, ist er trotzdem schockiert von Gewalt in der realen Welt. Um sich dann nicht in seinen eigenen Geschichten zu verlieren, hat er extra seinen Schreibtisch umgestellt. Der steht jetzt im Wintergarten mit Ausblick auf Garten und Teich. Je schlimmer die Geschichte, umso schöner muss also der Ausblick sein - das braucht er zum Schreiben. Ein weiterer Sympathiepunkt, wie ich finde.


Was mir zum Beispiel gut an »Splitter« oder »Der Seelenbrecher« gefällt: Die Bücher sind  von Anfang bis Ende interessant und spannend. Viel zu oft war ich schon nach den ersten Kapiteln von einem Buch gelangweilt. Der spannende Teil spielte sich oft nur auf den letzten Seiten ab. Da fragte ich mich: Das soll also ein Thriller sein? Ganz anders bei Fitzek. Man möchte von Beginn an wissen, wie es weiter geht. Er schreibt sehr spannend, verrät aber nicht zu viel und schafft es nicht langweilig zu werden.


Bücher von Sebastian Fitzek bei Jokers



12.12.2011, 09.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der Visionär unter den Poeten

Transtroemer.jpgSeit langem verfolge ich die Vergabe des Nobelpreises für Literatur nicht nur aus beruflichem Interesse, sondern weil für mich diese Auszeichnung auch die aktuelle gesellschaftliche Richtung reflektiert. So fand ich es nicht überraschend, dass 2010 der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa die Auszeichnung erhielt. Der bereits seit seinem Erstling »Die Stadt und die Hunde« (1962) erfolgreiche Vargas Llosa mischte sich stets aktiv in die Politik seines Landes ein, 1990 kandidierte er sogar gegen den späteren Präsidenten Fujimori. Er gilt bis heute als Kritiker jener lateinamerikanischen Schriftsteller, die sich bewundernd über den Sozialismus äußerten.


Der Name allerdings, der Anfang Oktober vom Nobel-Komitee als diesjähriger Preisträger bekannt gegeben wurde, ließ zunächst erst einmal keine Glocken bei mir klingeln: Wer ist Tomas Tranströmer? Doch dann erinnerte ich mich: Ich hatte von seiner Lyrik gekostet, und eben diese fast schwermütig anmutende Dichte seiner Poesie ist es, die mich schon bei der ersten Begegnung mit den Werken des schwedischen Schriftstellers bannte. So heißt es auch in der Begründung der Akademie, Tomas Tranströmer, heute 80 Jahre alt, werde im Dezember 2011 der Preis verliehen, weil er "uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist«.


Der Lebensweg des studierten Psychologen Tomas Tranströmer geht nahe: Er wurde am 15.04.1931 in eine Journalistenfamilie hinein geboren (seine Mutter war Lehrerin, sein Vater Redakteur) und debütierte bereits 1954 mit einem ersten Gedichtband. Dennoch arbeitete Tranströmer bis zum Jahre 1990 als Psychologe, auch in einer Anstaltspsychiatrie für jugendliche Kriminelle. 1990 ereilte ihn ein schwerer Schlaganfall, der unter anderem sein Sprachvermögen stark einschränkte. Doch der Poet mit Leib und Seele gab nie auf. Dieses Durchhaltevermögen musste er schon in den 1968er Jahren unter Beweis stellen, als plötzlich im Zuge der neuen Bewegung viele ehemalige Fans sein Werk verachteten: Zu wenig konfrontativ, zu optimistisch seien seine Texte, lautete der Vorwurf der damaligen »Revoluzzer«, Tranströmer leiste keinen wertvollen Beitrag zu aktuellen politischen Diskussionen. Doch Tomas Tranströmer sah sich selbst niemals einer Ideologie anhaftend, er sei vielmehr Visionär, wie er in diesem Zusammenhang betonte.


Buch "Das große Rätsel" von Tomas Tranströmer bei Jokers


Tomas Tranströmer © Andrei Romanenko/wikimedia commons



02.12.2011, 10.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Faulsein ist wunderschön...

...denn die Arbeit hat noch Zeit. Wenn die Sonne scheint und die Blumen blühn ist die Welt so schön und weit«! Pippi Langstrumpf wusste, wovon sie singt. Und das Faulheits-Lied ist das Lebensmotto von Astrid Lindgrens rotbezopfter Heldin. Einfach nichts tun, in den Tag hineinleben, die Sonne genießen, die Seele baumeln lassen. Pippi ist das große Vorbild für alle, die sich nach »Entschleunigung« sehnen. Dabei ist sie zwar faul, aber nie träge. Gerade ihr Nichtstun ist die Quelle für ihre überbordende Phantasie, die sie viele verrückte, unkonventionelle Dinge tun lässt.


295821_R_K_B_by_sassi_pixelio.de.jpgDer moderne Mensch ist auf der Suche nach einem »gelingenden Leben«, zugleich entspannt und doch kreativ. Kein Stress, dafür Arbeit, die Spaß macht; liebe FreundInnen und Familie, aber keine Einengung... In der Ruhe liegt also die Kraft, wie es so schön heißt, und die Literatur hierzu ist unerschöpflich und unübersichtlich. Vom Yoga- und Entspannungsbuch über Inspirationen vom philosophischen Lebensberater und Persönlichkeitscoach bis zu den Lebensregeln der Mönche und Nonnen.


Ein Buch aber ist anders, denn es wurde von einer geschrieben, die das Abenteuer »Faulsein« gewagt hat und ganz unaufgeregt darüber berichtet: Die Journalistin Friederun Pleterski (geb. 1948) gönnt sich immer wieder eine Auszeit auf »ihrer« dalmatinischen Insel. Dort, auf Olib in der Adria, genießt sie den Luxus des Einfachen. Der Müßiggang bestimmt den Tag, das »dolce far niente«: ein bisschen Fischen, mit den NachbarInnen plaudern, herumschlendern, die Sonne genießen. Alles kann, nichts muss.


In ihrem »Dalmatinischen Inselbuch« erzählt Friederun Pleterski von der Kunst, nichts zu tun. Sie beschreibt ihr abgeschiedenes Inselleben in einem historischen Steinhaus als puren, Luxus, weil sie es selbst gewählt hat und jederzeit ausbrechen kann in die andere Welt: nach Österreich, wo sie nach wie vor als Autorin arbeitet und ihre Inspiration aus dem beschaulichen und bescheidenen Inselleben bezieht. Dass sie auf Olib auch einen interessanten Mann, Typ einsamer Wolf, kennenlernt, sei nur am Rande erwähnt. Spannend und amüsant sind ihre Beschreibungen des bunten Inselvölkchens von IndividualistInnen, die einfach, ungezwungen und frei leben.


Pleterskis zeitweiser Ausstieg ist Selbstfindung und Liebesgeschichte zugleich, mit wunderschönen Bildern und Rezepten der dalmatinischen Inselküche. Ein Buch, wie ein kleiner Urlaub zu finden bei Jokers:


"Dalmatinisches Inselbuch" bei Jokers


Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



Bild: Relax © Sassi/www.pixelio.de

14.10.2011, 08.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Es weihnachtet

Vor Kurzem hatten wir 39 Grad: Der Sommer war zwar denkbar kurz, aber dafür mehr als heiß. Umso härter traf mich der plötzliche Temperatursturz um 25 Grad von einem Tag auf den anderen aber noch viel schlimmer war es, als meine Nichte mich dann wenige Tage später besuchte und mir ein Päckchen Lebkuchen mitbrachte. LEBKUCHEN!


Zuerst dachte ich, sie hätte die Packung noch von letztem Jahr übrig und beim Aufräumen zufällig wiederentdeckt, aber nein. Sie hatte im Supermarkt das neu aufgebaute Adventsregal entdeckt. Beginnt der Advent jetzt im September, wunderte ich mich.


Wenn man Evelyn Sanders, die 1934 in Berlin geborene Schriftstellerin, fragte, würde die Antwort sicher »Ja!« lauten: Zumindest heißt ihr Hörbuch, auf dem ihre überraschenden und witzigen Geschichten gekonnt vertont sind, »Advent fängt im September an«.


Inzwischen gibt es sogar eine offizielle Fan-Seite auf Facebook, die offiziell von Evelyn Sanders genehmigt ist! Dort sind neben Diskussionsbeiträgen etc. auch alltägliche Informationen zu finden, wie z.B., dass Fr. Sanders eben von ihrer Ägyptenreise zurück ist und nun weiter an ihrem neuen Buch arbeitet.

Advent_September.jpgDoch was macht die Autorin so bemerkenswert? Was hat eine »normale« Journalistin (mal von fünf Kindern abgesehen), was Andere nicht haben, was ist der Grund, dass sie so bekannt und beliebt ist? Immer wieder wird ihre besondere Fähigkeit, »den Alltag auf die Schippe zu nehmen« zitiert und, so banal es klingt, ich glaube, genau das trifft den Nagel auf den Kopf. Ihre Bücher wirken so, als ob sie aus einer Laune heraus entstanden sind, sind nie gekünstelt oder auf ein breites Publikum ausgerichtet, sie wirken alle so, wie auch ihr erstes Werk entstanden ist: zufällig. Denn ihr erster Erfolg entstand aus einem Fotoalbum, das sie, mit kleinen Texten versehen, ihrem Sohn zum Geburtstag schenkte. Und wahrscheinlich sind alle ihre Folgewerke eben weil sie nie gewollt, nie erzwungen wirken, so voller Humor, voller Spontaneität, voller Leben. Ihre Bücher wirken wie ein erfrischender Platzregen im Hochsommer.


Die zwei CDs des Hörbuchs »Advent fängt im September an« erzählen mit einer Spieldauer von mehr als zwei Stunden heitere Alltagsanekdoten zur »stillen Zeit«. Für Fans von Evelyn Sanders ein Muss, für alle, die sie noch nicht kennen, die beste Gelegenheit, sie lieben zu lernen!


Hörbuch »Advent fängt im September an« bei Jokers



16.09.2011, 15.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die wilde Gräfin von Schwabing

Fanny_Graefin_zu_Reventlow.jpgSie war der schillernde Mittelpunkt der Münchner Bohème des 19. Jahrhunderts. Fanny zu Reventlow (1871 1918) war unangepasst und unkonventionell. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und nahm sich die Männer, die sie begehrte. Ihr ungezügeltes Leben brachte ihr den Beinamen »Skandalgräfin« ein.


Fanny Liane Wilhelmine Sophie Auguste Adrienne Gräfin zu Reventlow, so ihr vollständiger Name, wurde 1871 in Husum geboren. Sie war einer harten Erziehung zur »höheren Tochter« ausgesetzt, der sie sich jedoch erfolgreich entzog. Nach nur einem Schuljahr wurde sie aus dem strengen Altenburger Magdalenstift in Thüringen relegiert. Sie galt als nicht zu bändigen und hatte sich als derart widerspenstig erwiesen, dass man sie der Schule verwies. Hartnäckig, wie sie war, ertrotzte sie sich eine Ausbildung an einem privaten Lehrerinnenseminar und erhielt 1892 die »Befähigung für den Unterricht an höheren und mittleren Mädchenschulen«: eine Sensation zur damaligen Zeit, denn eine Berufsausbildung war für adlige Fräuleins nicht vorgesehen.


Trotz ihrer hartnäckigen Durchsetzungsfähigkeit konnte sich Fanny zu Reventlow dem Gängelband ihrer Eltern nicht entziehen. Als diese heimliche Liebeskorrespondenz mit einem Verehrer entdeckten, steckten sie ihre Tochter (mit 21 Jahren!) zur »Besserung« in einen Pastorenhaushalt bei Flensburg. Fanny floh und brach für immer mit ihren Eltern.


Die Bekanntschaft mit dem Hamburger Gerichtsassessor Walter Lübke, den sie 1894 heiratete und von dem sie sich nach drei Jahren scheiden ließ, erwies sich für die freiheitsliebende junge Frau als Sprungbrett in ein neues Leben. Ihr Angetrauter finanzierte ihr einen Aufenthalt an einer Malschule in München und eröffnete ihr damit neue Horizonte.


In den Münchner Künstlerkreisen fand die emanzipierte Freidenkerin eine neue Heimat. Sie lebte unabhängig und unkonventionell und verdiente ihren Lebensunterhalt mit Artikeln u.a. für den Simplicissimus, aber auch als Gelegenheitsprostituierte, Sekretärin, Aushilfsköchin u.a. Berühmt-berüchtigt war die »wilde Gräfin von Schwabing« für ihre kompromisslose Nonkonformität, für die sie allerdings einen hohen Preis zahlte.


Als eigenständige, alleinerziehende Frau (Sohn Rolf wurde 1897 geboren) war sie im Deutschland der Jahrhundertwende von ständiger finanzieller Not und dem Ausschluss aus der Gesellschaft bedroht. Doch trotz aller Widrigkeiten blieb sich Fanny zu Reventlow stets selbst treu und verfasste über ihr freizügiges Leben und ihre Erfahrungen mit den »feinen Herren« der Münchner Künstlerszene amüsante Betrachtungen: wie etwa den Schlüsselromen »Herrn Dames Aufzeichnungen« und die vergnügliche Männertypologie »Von Paul zu Pedro«. Diese 1912 erschienenen »Amouresken« in Form eines Briefromans finden Sie hier bei Jokers. Eine heitere, tiefgründige Charakterstudie Münchner Bohémiens und zugleich ein faszinierendes Zeitgemälde. Wir lernen Schwadroneure und Schwerenöter kennen, Grandseigneurs und Herren vom Typ »elegante Begleitdogge«: schlichtes Gemüt, aber ungemein dekorativ...


Fanny zu Reventlow veröffentlichte häufig unter dem Vornamen Franziska. Ihre Werke bestechen durch einen satirischen, aber stets kunstvollen Plauderstil voller Grazie, hinter dem stets ihr freier Geist hervorblitzt: heute nicht minder köstlich zu lesen als vor 100 Jahren!


Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger


Bild: Fanny zu Reventlow © wikimedia commons




11.08.2011, 12.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vom Nesthäkchen zum Kiddie, vom Backfisch zum Teenie

Es war einmal in einer längst vergangenen Zeit, da hießen Kids noch Nesthäkchen und Teenies waren Backfische. Die Buben waren frech und entdeckten die Welt, die Mädchen hatten sittsam zu sein und spielten mit Puppen...


Nein, nicht alle, Annemarie Braun ist anders! Die Kleine mit der niedlichen Stupsnase und den blonden Zöpfen fällt aus dem Rahmen. Sie ist für ein Mädchen im Wilhelminischen Kaiserreich ungewöhnlich lebhaft, unordentlich, hasst Handarbeiten und interessiert sich für Biologie und allerlei »Jungs-Spiele«. Else Ury (1877 bis 1943) hat sich die Geschichten über die kleine Annemarie ausgedacht, die als Nesthäkchen einer angesehenen Berliner Arztfamilie um die Jahrhundertwende entsprechend verwöhnt wird.


Generationen von Mädchen liebten die »Nesthäkchen«-Geschichten über die gewitzte Berlinerin, die mit ihrem Charme alle um den Finger wickelt. Angefangen von ihrer Kindheit ("Nesthäkchen und ihre Puppen") über die Erwachsenenzeit ("Nesthäkchens Küken") bis ins Alter ("Nesthäkchen im weißen Haar") verfolgt die zehnteilige Reihe das Leben der Tochter aus gutem Hause. Und so aufmüpfig die kleine Annemarie sich auch gebärdet, ist sie doch ein Kind ihrer Zeit und soll zu einem lieben Mädchen erzogen werden.


Als »höhere Tochter« genießt die kleine Annemarie viele Privilegien. Sie verfügt über schönes Spielzeug, wird von einer treusorgenden Mutter und einem Kindermädchen gehegt und genießt eine gute Schulausbildung. Doch bei allem emanzipatorischen Drang, den sich Nesthäkchen leistet (sie beginnt sogar ein Medizinstudium), am Ende entscheidet es sich doch für Heim und Familie und wird Hausfrau, Mutter und Oma.


Wie Emmy von Rhodens »Trotzkopf«-Geschichten zählt die »Nesthäkchen«-Reihe zu den so genannten Backfisch-Romanen. Diese Erzählungen wurden jungen Mädchen ans Herz gelegt, damit sie sich zu benehmen lernen und sich zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln. Transportiert wird ein überwiegend traditionelles und an bürgerlichen Werten orientiertes Frauenbild. Dennoch: Nesthäkchens Abenteuer machen großen Spaß, auch noch in fortgeschritteneren Jahren, denn sie wirken wie eine Zeitreise ins Deutsche Kaiserreich und die Weimarer Republik. Viel weiter allerdings kommt man nicht, denn Else Ury vollendete ihren Geschichtenzyklus um 1925, wobei sich ihr Nesthäkchen da vom Alter her bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren hätte befinden müssen. Es ergibt sich also beim Lesen der spannende Fall, dass die Handlung die damalige Zeitgeschichte überholt und man sich vom Standpunkt der Entstehungszeit aus betrachtet in der Zukunft befindet.



Nesthaekchen.jpgIn Nesthäkchens Universum gibt es kein Fernsehen, nur Radio, keine modernen Haushaltsgeräte, auch keine Autos als Massenphänomen und natürlich auch keinen Zweiten Weltkrieg. Den Ersten allerdings behandelt Else Ury in epischer Breite und widmet ihm einen eigenen Band: »Nesthäkchen und der Weltkrieg«. Er wird heute aufgrund seiner deutsch-nationalen, kriegsverherrlichenden Tendenzen nicht mehr aufgelegt.


Ein ähnlich angenehmer Lebensabend, wie ihn Nesthäkchen im Kreis der Kinder und Enkel genießen durfte, war seiner Schöpferin nicht vergönnt. Else Ury war Jüdin und wurde von den Nationalsozialisten mit einem Schreibverbot belegt. Schließlich deportierte man sie nach Auschwitz, wo sie 1943 in der Gaskammer starb. Ihre bewegende Biografie »Nesthäkchen kommt ins KZ« hat Marianne Brentzel 1992 geschrieben (heute unter dem Titel »Mir kann doch nichts geschehen - Das Leben der Nesthäkchen-Autorin Else Ury«).


Für alle NostalgikerInnen gibt es bei uns Nesthäkchen zum Lauschen:


"Nesthäkchen und ihre Puppen" als Hörbuch bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



05.08.2011, 15.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

George Bernhard Shaw

Manchmal bin ich selbst erstaunt, welche Meisterwerke wir bei Jokers anbieten. Man findet bei uns keine typischen »Restseller«, also Bücher, die keiner mag. Vielmehr erinnert unser Shop eher an den Lagerverkauf einer Edelmarke wie Prada oder Gucci. Als ich letztens wieder unsere Regale inspizierte, um mir Anregungen für neue Aktionen einzuholen, fiel mir ein Werk besonders auf: »Zu wahr um schön zu sein«. Ein Titel, der zwei Stücke von George Bernhard Shaw aus dem Jahr 1932 vereint.


Der irische Dramatiker hat bis heute einen Sonderstatus unter den großen Autoren inne: So ist er der einzige, der einen Nobelpreis und einen Oscar erhielt! Und er hat diesen Monat Geburtstag! Er wurde am 26. Juli 1856 in Dublin geboren.


George_Bernard_Shaw.jpgDas weltberühmte Ausnahmetalent starb 1950 im Alter von stolzen 94 Jahren in einer kleinen Stadt in Hertfortshire (England). Nach einer problematischen Kindheit in Dublin zog es Shaw als jungen Mann nach London. Dort wollte er als Musik- und Theaterkritiker arbeiten. Zuerst versuchte er sich an einigen Romanen, schlussendlich aber veröffentlichte er ab 1898 Theaterstücke, Komödien, die sehr gut aufgenommen wurden. Seine literarischen Erfolge können sich sehen lassen: Beispielsweise wurde das 1913 erschienene Stück "Pygmalion" Grundlage für das Musical "My Fair Lady". Und 1925 wurde George Bernard Shaw mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, 1939 erhielt er den Oscar für das beste Drehbuch, die Verfilmung von «Pygmalion.


George Bernard Shaw tat sich jedoch auch als politischer Autor hervor. So engagierte er sich für den Sozialismus und war Zeit seines Leben ein leidenschaftlicher Kriegsgegner. Er ließ keine Gelegenheit aus, sich gesellschaftskritisch auszulassen oft auf eine heitere, skurrile Art, die dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubert. In »Zu wahr um schön zu sein« (im Original »Too good to be true«) zeigt er sich allerdings auf eher ungewöhnliche Art. So schreibt "offwestend.com", ein geniales Internetportal der unabhängigen Londoner Theaterszene: "Written in 1932, during the economic collapse of the Great Depression, Too True To Be Good is a bizarrely hilarious and startlingly relevant analysis of out-of-control wealth as it asks what we would do if we finally got everything we ever wanted... Too True To Be Good is a side of Shaw we rarely see as the grand old man of the theatre leaves the drawing-room for the beach."



Wer sich mit dem Englischen etwas schwerer tut, dem legen wir die deutsche Übersetzung "Zu wahr um schön zu sein" ans Herz - jetzt bei uns erhältlich!


"Zu wahr um schön zu sein" bei Jokers




Bild: George Bernhard Shaw © wikimedia commons

25.07.2011, 11.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Im Alltag angekommen: Brigitte Reimann

Wer leuchten will, muss brennen, wurde über sie gesagt und Brigitte Reimann (1933 1973) brannte, sie brannte sogar lichterloh. Ihre Lebenskerze war an beiden Enden angezündet. Sie lebte exzessiv, voller Unrast und Verlangen; sie war nonkonformistisch, unangepasst und kompromisslos; sie war eine Getriebene, voller »Hunger auf Leben«, so der Titel einer Filmbiographie. Gleichzeitig quälten sie Selbstzweifel und tiefe Depressionen. Brigitte Reimann war eine zerrissene Persönlichkeit. Als Schriftstellerin in der ehemaligen DDR hatte sie den Anspruch, den jungen deutschen Staat voranzubringen. Darein setzte sie ihre ganze schöpferische Kraft. Zugleich jedoch verzweifelte sie mehr und mehr an den Auswüchsen ihres Landes, an der Bürokratie, Gängelung und Unfreiheit.


Plattenbau_by_Sarah Blatt_pixelio.de.jpgBrigitte Reimann ist uns vor allem mit ihrem unvollendeten Roman »Franziska Linkerhand« im Gedächtnis geblieben ein Werk mit autobiographischen Zügen. Es schildert die zunehmende Desillusionierung der jungen Architektin Franziska, die mithelfen möchte, menschenwürdige Städte im »Arbeiter- und Bauernstaat« zu bauen. Was idealistisch begann mit Licht, Luft und Raum für alle, endete »in der Platte«, lieblos hingeklotzten Einheits-Plattenbauten, hämisch als »Arbeiterschließfächer« bezeichnet.


Wie ihre Titelheldin Franziska ließ sich auch Brigitte Reimann von der Euphorie der Anfangsjahre in der DDR anstecken, als es darum ging, ein neues, anderes, besseres Deutschland aufzubauen. 1960 ging sie nach Hoyerswerda, das sozialistische Musterstadt werden sollte. Rund um das aufstrebende Braunkohlekombinat »Schwarze Pumpe«  war Wohnraum für die in großer Zahl zugezogenen Werktätigen geschaffen worden. Exemplarisch wurde hier auch der so genannte »Bitterfelder Weg« der DDR-Kulturkonferenz von 1959 in die Tat umgesetzt: Die Trennung zwischen KünstlerInnen und Volk bzw. zwischen Kunst und Arbeitswelt sollten aufgehoben werden. Die Kunstschaffenden arbeiteten im Kohlebetrieb mit unter dem Motto »Dichter in die Produktion!«. Und für die ArbeiterInnen hieß es: »Greif zur Feder, Kumpel die sozialistische Nationalliteratur braucht dich!« Auch Brigitte Reimann arbeitete Schicht und leitete daneben einen »Zirkel Schreibender Arbeiter«.


Unter dem Eindruck der real - existierenden Arbeitswelt prägte Brigitte Reimann schließlich eine eigene Literaturströmung in der DDR, die »Ankunftsliteratur« benannt nach ihrem Roman »Ankunft im Alltag« von 1961. Nach den Jahren des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft mit der Kollektivierung der Landwirtschaft und Verstaatlichung der Industrie war man nun im Alltag angekommen. Im Mittelpunkt der Werke stand nun nicht mehr der Aufbruch in eine neue Zeit, sondern der Mensch in einer entwickelten sozialistischen Gesellschaft mit seinen Hoffnungen und Zweifeln, Freuden und Sorgen. Auch Christa Wolfs »Der geteilte Himmel« (1963) zählt zur Ankunftsliteratur.


Brigitte Reimann war nicht nur zerrissen zwischen ihrem Glauben an einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz und der Wirklichkeit. Sie zerrieb sich auch in ihrer Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit in vier Ehen mit diversen Dreiecksverhältnissen und unzähligen Liebschaften. Mit 39 Jahren versagten ihre Lebensgeister und sie starb an Krebs.


In ihren Tagebüchern, geführt von 1955 bis 1970, gibt Brigitte Reimann schonungslos, offen und ehrlich Einblick in ihr rastloses Leben, ein Stück ostdeutsche Zeitgeschichte - bei Jokers als beeindruckende Hörbuch-Edition auf 4 CDs!


Brigitte Reimanns Tagebücher 1955 - 1970 auf CD bei Jokers


Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



Bild: Plattenbaufassade © SARAH BLATT/www.pixelio.de

23.05.2011, 20.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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