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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Autoren
Wo Bücher töten können
Bücher können schrecklich heimtückisch sein. Sie können sogar töten. Das glauben Sie nicht? Dann kommen Sie mal mit in „Die Stadt der träumenden Bücher“, dort werden Sie sehen, dass ich recht habe ... Dass Lesen ein Abenteuer wird, wenn man die Tür öffnet zu Buchhaim, wo die träumenden Bücher zu Hause sind und es verführerisch nach Druckerschwärze, Papier und Leim duftet. Genau diese verlockende Tür nämlich öffnet der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der unbedingt das Geheimnis eines geerbten Manuskripts ergründen möchte. In der geheimnisvollen Stadt trifft er auf leidenschaftliche Bücherjäger und seltsame Buchlinge, bis er sich fast in der labyrinthischen Welt der Bücher verliert. Autor der herrlich verrückten Geschichte ist Walter Moers, der Tausendsassa unter den deutschen Autoren der Gegenwart. Moers, der auch als Comiczeichner und Illustrator arbeitet, ist mit „Käpt’n Blaubär“ und dem „Kleinen Arschloch“ einem großen Publikum bekannt geworden – keine Frage, der Mann hat einen brachialen Humor und Sinn fürs Groteske. Alles ist in der Regel wahnsinnig übertrieben und politische Korrektheit ist definitiv Fehlanzeige.
Was ich wirklich bewundere, ist seine überbordende, alle Grenzen sprengende Phantasie. Was Walter Moers einfällt, ist einfach kaum zu glauben: Sprachspiele, wilde Zeichnungen und eine eigentümliche Mischung alter Mythen und Sagen gemixt mit den Fakten der postmodernen Welt.
Da ich auch Sie als Bücherjäger einschätze – sonst wären Sie ja nicht bei Jokers unterwegs, oder? – lege ich Ihnen diesen über 400 Seiten feinsten Lesestoff zum fantastischen Preis gern ans Herz!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 18.12.2009, 09.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Frau des Zeitreisenden
Die Geschichte von Clare und Henry, dem Zeitreisenden, ist nicht umsonst ein Bestseller. Es ist schon mitreißend zu erleben, wie Henry, der aufgrund eines genetischen Defekts in der Zeit reist, seine spätere Frau Clare als kleines Mädchen trifft. Zu diesem Zeitpunkt ist er 36 Jahre alt und eigentlich schon lange mit ihr verheiratet...
Sie sehen schon, hier ist vom Leser Konzentration gefordert, um die vielen Zeitsprünge und Begegnungen von jungen und alten Ichs im Kopf zu behalten. Die ganze Kindheit Clares hindurch finden die Treffen statt, bis sich beide – sie sind nun etwa gleich alt – in der Gegenwart finden und eine Familie gründen. Da die Zeitreisen Henrys oft unvermutet passieren, ist das eine große Belastung für seine Frau und auch sonst gibt es Schwierigkeiten und Schicksalsschläge, die den Roman nicht in die Rührseligkeit abdriften lassen.
Sobald man die Fiktion des Zeitreisens einmal akzeptiert hat – das ist die einzige inhaltliche Hürde – kann man sich getrost von dem Roman in den Bann ziehen lassen. Dann ist er sehr unterhaltsam und man ist von der Handlung mit ihren vielfältigen Sprüngen in Raum und Zeit sofort fasziniert. Dass dieses romantisch-abenteuerliche Buch verfilmt wurde und kürzlich in die deutschen Kinos kam, liegt auf der Hand.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 14.12.2009, 08.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL
José M. Sousa Saramago
Vor 11 Jahren erhielt er den Literaturnobelpreis: Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass seine Großeltern noch nicht lesen oder schreiben konnten. José Saramago, der portugiesische Vorzeige-Autor, wurde am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo geboren und wuchs in einer Kleinbauernfamilie auf, bis sein Vater 1924 mit der Familie nach Lissabon zog, um eine Anstellung als Polizist anzutreten. Als José zwölf Jahre alt war, schenkte ihm seine analphabetische Mutter sein erstes Buch: Den Besuch des Gymnasiums musste er 1936 allerdings aufgrund von finanziellen Problemen, seine Eltern konnten das Schulgeld nicht aufbringen, vorzeitig abbrechen. José wechselte auf eine technische Realschule, im Anschluss machte er eine Schlosserlehre.
1944 heiratete er die Malerin Ilda Reis. Drei Jahre später wurde als einziges Kind des Paares seine Tochter Violante geboren. José Saramago verdingte sich als technischer Zeichner, Behördenangestellter, Verlagsmitarbeiter, Übersetzer, Journalist und Literaturkritiker. Im Alter von 47 Jahren schloss er sich der unter Salazar und Caetano verbotenen Kommunistischen Partei Portugals an. Nach dem Scheitern seiner Ehe, die 1970 geschieden wurde, lebte er bis 1986 mit der Autorin Isabel da Nóbrega, im Jahre 1988 heiratete er die spanische Journalistin Pilar del Río. Mit ihr zog er später auf die kanarische Insel Lanzarote.
Seinen ersten Roman hatte José Saramago im Alter von fünfundzwanzig Jahren veröffentlicht ("Land der Sünde", 1947), dreißig Jahre später erschien sein zweiter ("Handbuch der Malerei und Kalligraphie", 1977). International bekannt wurde er 1982 mit dem Roman "Das Memorial", für den er den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Hier bei Jokers finden Sie derzeit das „Handbuch der Malerei und Kalligraphie“, ein stimmungsvolles Porträt des Vorabends zur portugiesischen »Nelkenrevolution« vom April 1974, für nur 3.95.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 09.12.2009, 15.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Mittelmäßiges Heimweh
Wer sich auf den Autor Wilhelm Genazino einlässt, der muss damit rechnen, dass er mit merkwürdigen Dingen konfrontiert wird. Etwa damit, dass ein Mann, dessen Hauptbeschäftigung im Flanieren und Denken besteht, Luxushalbschuhe zur Probe trägt und darüber Gutachten verfasst. Oder ein anderer Mann sucht im Park nach Wacholderdrosseln. Nicht weil er Vogelkundler wäre, sondern weil er das Wort „Wacholderdrossel“ denken möchte. Ganz zu schweigen von Herrn Rotmund, der während einer Fernseh-Fußballübertragung ein Ohr verliert. Klingt ganz schön schräg? Das ist es auch. Aber auf eine so schöne, ironische Weise, dass Wilhelm Genazino bereits viele Literaturpreise bekommen hat. Das Besondere ist dieser ganz eigentümliche, typische Genazino-Ton, der viel Wert auf detaillierte Beschreibungen legt und sich an scheinbar Nebensächlichem ergötzt. Die verschrobenen Denk-Kaskaden im Kopf seiner Hauptfiguren sind einfach sagenhaft. In der Regel geht es um Menschen, die sich irgendwie durchs Leben lavieren. Richtig schlecht geht es ihnen nicht, sie sind keine „Gescheiterten“. Sie sind mittelmäßig, kämpfen zwar die kleinen Schlachten der Geschlechter, lassen sich aber auf nichts so richtig ein. Sie beobachten. Und in diese beobachteten alltäglichen Banalitäten steckt Genazino eine subtile Komik, die die absurden Aspekte des Lebens greifbar macht.
Wer einmal völlig neue Wortkombinationen kennen lernen möchte, ist hier richtig. „Mittelmäßiges Heimweh“ – hier geht es um den oben schon erwähnten Verlust von Körperteilen des Herrn Rotmund – ist so ein kleines Juwel aus Wilhelm Genazinos Werk, das Sie bei uns als Hörbuch entdecken können. Der Preis ist allerdings nicht mittelmäßig, sondern bestens!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 27.11.2009, 08.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Ein Ausflug in die Fantasy
Lisvana lebt in Snögglingduralthorma. Ok, werden Sie vielleicht denken, wir befinden uns offensichtlich irgendwo bei „Herr der Ringe“ oder in ähnlich sagenhaften Gefilden. Dort, wo Elfen und Trolle wohnen und wo alle wallende Gewänder tragen. In gewisser Weise stimmt das auch, denn das Land mit dem unaussprechlichen Namen ist wirklich ein Reich voller märchenhafter Wesen. Erfunden hat es Karen Duve und es ist Handlungsort ihres Romans „Die entführte Prinzessin“. Wer schon einmal etwas von Karen Duve gelesen hat, dürfte sich nicht wenig wundern, ist die Hamburger Autorin doch eher für ihre schnoddrig-modernen Bücher wie „Dies ist kein Liebeslied“ oder „Taxi“ bekannt. Aber Frau Duve kann auch anders, wie sie uns mit „Die entführte Prinzessin“ beweist.
Hier geht es um eine Brautwerbung, die grandios mit Märchenmotiven und Elementen der Fantasy-Welt spielt. Zwei Galane buhlen trotz popeliger Mitgift um die Gunst einer schönen Königstochter. Kammerjungfern, Drachen mit Mundgeruch, edle Ritter und Zwerge geben sich ein Stelldichein – eine schillernde, bunte Märchen-Parodie! Etwas, was typisch für die Schriftstellerin ist, bleibt aber zur Freude der Duve-Leser auch bei diesem Genrewechsel erhalten: Spaß, Humor und Unterhaltung. Sie versteht es, überall komische Momente zu platzieren, zu überzeichnen und amüsant zu parlieren.
Ganz offensichtlich hatte die Autorin großes Vergnügen am Ausflug in die Fantasy- und Märchenwelt und das überträgt sich! Wer also einmal Karen Duves andere Seite entdecken und sich dabei köstlich amüsieren möchte, ist hier richtig. Und absolut fantastisch ist natürlich auch unser Preis.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 23.11.2009, 08.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Zu schön, um schreiben zu können?
Eigentlich ist es ja völlig egal, wie Autoren aussehen. Man will ja schließlich nicht mit ihnen ausgehen, sondern ihre Werke lesen. Dennoch wird das Äußere von Autoren bisweilen eben doch kommentiert. Vor einigen Jahren betraf es Judith Hermann, die Autorin des gefeierten Buches „Sommerhaus, später“, zuletzt die Frisur der frischgebackenen Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller.Auch über die Autorin des Buches, das ich Ihnen nun empfehlen möchte, gibt es einiges zu hören. Und zwar nur Positives. Denn die Autorin von „Die alltägliche Physik des Unglücks“, Marisha Pessl, ist ausgesprochen attraktiv. Und jung obendrein. Natürlich gab es auch Kommentare nach dem Motto „Wer so hübsch und jung ist, der kann doch gar nicht gut schreiben können“ – von wegen vermuteter Oberflächlichkeit und angeblich mangelnder Lebenserfahrung. Marisha Pessl hat solche Negativ-Kommentatoren aber eines besseren belehrt und ein viel beachtetes Debüt hingelegt, das ihr erstmal einer nachmachen muss.
In ihrem Buch geht um das 16jährige Mädchen Blue. Ihre Mutter lebt nicht mehr und so zieht sie mit ihrem Vater, einem Universitätsprofessor, nach jedem Semester von Ort zu Ort durch viele Bundesstaaten der USA. Sie liest sich quer durch alle Klassiker, die sie in die Finger bekommt, ist aber auch einer feuchtfröhlichen Feier nicht abgeneigt. Als plötzlich ihre charismatische Lehrerin ermordet aufgefunden wird, gerät ihr Leben aus den Fugen und sie begibt sich auf die Suche nach den Gründen für deren Tod.
Das Buch strotzt nur so von Filmzitaten, Liedtexten und Anspielungen auf Werke der Weltliteratur. Von Shakespeare über Gustave Flaubert, Herman Melville und Joseph Conrad bis zu Franz Kafka geht der Reigen der großen Namen. Das macht Vergnügen, bringt immer wieder neue Facetten ins Spiel und liest sich intelligent und spannend. Mit 600 Seiten mein Lesetipp für lange Herbstabende!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 18.11.2009, 08.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Enzensberger – Eine Auseinandersetzung, die sich lohnt
Unbequem war Enzensberger schon immer, so unterstützte er in den späten 1960er Jahren die Studentenbewegung, sein Bruder Ulrich lebte sogar in der berühmt-berüchtigten „Kommune I“. Der Lebensweg des Autors führte ihn nach Norwegen, Italien, in die USA und nach Kuba. Gern greift Hans Magnus Enzensberger noch heute provokativ ins Geschehen ein.
Bekannt wurde er vor allem durch seine scharfe Medienkritik, so auch am „Nullmedium“ Fernsehen. Dabei gerät manchmal fast in Vergessenheit, dass Hans Magnus Enzensberger auch erfolgreich schreibt. Lyrik, Romane und Essays gehören ebenso zu seinem Werk wie Kinderbücher und Dramen. Er ist nicht nur ein vielseitiger Autor, sondern auch Übersetzer, Herausgeber und insgesamt ein widerspenstiger Querkopf, den es sich zu entdecken lohnt. Für mich hat dieser Schriftsteller ganz unmittelbar etwas mit meiner Liebe zur Literatur zu tun, wenn auch nicht unbedingt nur inhaltlich, das muss ich zugeben. Mir hatte früher „Die Andere Bibliothek“ angetan, die Enzensberger zusammen mit dem Buchgestalter und Verleger Franz Greno herausgab. Insbesondere der wundervollen Ausstattung wegen. Das lederne Rückenschild, das feine Lesebändchen und vor allem der qualitativ hochwertige tiefschwarze Bleisatz haben mich beeindruckt. Diese Bücher gehören nach wie vor zu den Schmuckstücken in unserem Bücherregal. Aber das nur nebenbei... Hans Magnus Enzensberger zu lesen ist auf jeden Fall lohnenswert, denn dieser Mann hat etwas zu sagen.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 11.11.2009, 08.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Hans Theodor Woldsen Storm
Sie wissen, dass ich um diese Jahreszeit stets etwas sentimental werde. Die kurzen Tage schaffen es nur noch selten, sich gegen Nebel und Dunkelheit zu behaupten. Wer sich gerade noch schweren Herzens von der Leichtigkeit des Sommers verabschiedete, wird vom Herbst direkt in den Winter geworfen. Und Sie wissen auch, dass ich immer wieder in der Literatur Trost finde. Heute ein Gedicht, das einer der bedeutendsten deutschen Anwälte verfasste: Theodor Storm.Unter dem bürgerlichen Namen Hans Theodor Woldsen Storm wurde er am 1817 in Husum als Advokatensohn geboren. Er besuchte die Gelehrtenschule in Husum, anschließend ein Gymnasium in Lübeck, bevor er von 1837-1842 in Kiel und Berlin Jura studierte. 1843 wurde er Rechtsanwalt in Husum. Storm verließ während der dänischen Besetzung seine Heimat und kehrte erst 1864 nach Holstein zurück. Er starb am 1888 in Hademarschen/Holstein.
Einige seiner besten Werke sind:
- 1849 Immensee
- 1857 Gedichte
- 1859 Auf dem Staatshof (Novelle)
- 1866 Die Regentrude (Novelle)
- 1875 Pole Poppenspäler
- 1877 Aquis submersus
- 1878 Renate
- 1878 Carsten Curator
- 1881 Die Söhne des Senators
- 1884 Zur Chronik von Grieshuus
- 1887 Bötjer Basch
- 1888 Der Schimmelreiter
Auf heitere Weise macht Storms „Oktoberlied“ Mut, die Nostalgie beiseite zu lassen und sich trotz des nahenden Winters des Lebens zu freuen. Lesen Sie es in unserer Gedichte-Datenbank:
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 09.11.2009, 08.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Wir wissen, was Florian Illies meint
Sind Sie auch vom Land? Damit meine ich nicht, dass Sie morgens uns fünf Uhr aufstehen und erst einmal im Kuhstall nach dem Rechten sehen. Nein, ich meine Menschen aus Kleinstädten, Dörfern und Marktflecken. Menschen, die ihre Jugend in Vereinen verbracht haben, wenn sie nicht gerade mit dem frisierten Mofa oder Moped unterwegs waren, um in der nächstgelegenen halbwegs größeren Stadt ins Kino zu gehen. Und die heute noch – oder wieder – in einem überschaubaren Städtchen leben, weil Berlin und London laut, teuer und anstrengend sind. In den kleinen Orten gibt es sie manchmal noch, die Geschäfte, in denen man seinen Einkauf per Bleistifteintrag in einem roten Büchlein anschreiben lassen kann. Die Bäckersfrau fragt nach dem Befinden des Hundes, die Friseuse ist eine Schwippschwägerin des besten Freundes und das Eiscafé heißt „Venezia“, wenn es eines gibt.
Ein Hoch auf die Provinz! Das sage ich völlig ohne Ironie. Und lege Ihnen Florian Illies’ Buch „Ortsgespräch“ ans Herz. Bekannt geworden durch „Generation Golf“, schildert der Autor hier die Skurrilitäten seines Heimatstädtchens Schlitz, all das Liebenswürdige und Vertraute, manchmal auch Halsstarrige, was das Leben in kleinen Orten ausmacht. Deutlich wird: Schlitz ist überall. „Ortsgespräch“ ist voller Erinnerungen, aber nicht übertrieben nostalgisch. Eher eine Liebeserklärung an all die Städtchen, die im besten Fall als Randnotiz im Reiseführer vorkommen.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 04.11.2009, 09.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Seine Krimis machen süchtig
„Der gehetzte Uhrmacher“ nennt sich der siebte Fall des querschnittsgelähmten Lincoln Rhyme und seiner „Assistentin“ Amelia Sachs. In diesem Thriller wird eine neue Protagonisten-Figur eingeführt: Kathryn Dance, eine Expertin für Körpersprache, greift dem Kriminalisten-Duo bei einem besonders prekären Fall unter die Arme.Ich habe alle Fälle des außergewöhnlichen Rhyme gelesen. Für mich ist Jeffrey Deaver einer der besten lebenden Krimi-Autoren. Sobald ein neues Buch von ihm erhältlich ist, bin ich einer der ersten, die es lesen. Und weil Deaver Amerikaner ist, lese ich seine Thriller meist im Original und habe auf diese Weise mein Englisch – wie ich hoffe - schon verbessern können. Zumindest, wenn es darum geht, jemandem zu erklären, was „to walk the grid“ bedeutet, bin ich inzwischen perfekt.
Jeffery Wilds Deaver wurde 1950 geboren und wuchs auf Glen Ellyn, Illinois, bei Chicago auf. Heute lebt er in Clifton, Virginia, und in Kalifornien. Schon früh schrieb er Gedichte und Lieder. Fünf Jahre zieht der musikalische Künstler als Folksinger durchs Land, bevor er Journalismus an der University of Chicago studiert. Für verschiedene Zeitungen schreibt er nach Abschluss des Studiums Artikel und Berichte.
An der Fordham Law School beginnt er ein Abendstudium mit dem Ziel, Gerichtsreporter für New Yorker Gazetten zu werden. Doch nach dem Studium arbeitet er die nächsten acht Jahre als Anwalt an der Wall-Street. Erst 1988 veröffentlicht ein kanadischer Taschenbuch-Verlag die Horrorgeschichte „Voodoo“, nachdem Deaver zahllose Absagen von anderen Verlagshäusern erhielt. „Always a Thief“ ist dann sein erster publizierter Kriminalroman.
Mit zwei Serientitel-Figuren erlangt der Autor nun wachsende Popularität: Nancy Drew, Rune genannt, ist sozusagen eine Kriminalisten wider Willen. Der erste Rune-Roman (Manhattan is my Beat, 1989) wird für den Edgar nominiert. Der andere Serien-Protagonist heißt John Pellam und löst als Amateurdetektiv Mordfälle. Auch Deavers erster John Pellam-Roman („Shallow Graves“, 1992) wird für den Edgar nominiert.
Sein bislang erfolgreichster Roman ist „The Bone Collector“ aus dem Jahre 1997. Es ist die Geburtsstunde des ungewöhnlichen Kriminalisten-Paares Lincoln Rhyme und Amelia Sachs. Dieser Thriller wurde mit Denzel Washington und Angelina Jolie als Hauptdarsteller verfilmt. Für das Portrait des Lincoln Rhyme erhielt Jeffrey Deaver den „Dream-Award-Preis“. Das „Western Law Center for Disabled Rights“ würdigt mit diesem Preis Autoren, die in ihren Werken das Leben Behinderter realistisch darstellen.
Fangen Sie besser nicht an, Deaver zu lesen! Er macht süchtig!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 03.11.2009, 09.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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