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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Autoren
Brechts Anekdoten
„Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“, sagte Bert Brecht. Als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts wird er bezeichnet, er gilt als Begründer des epischen Theaters bzw. „dialektischen Theaters“. Bert Brecht machte aus seiner politischen Einstellung nie ein Hehl. Er war ein bekennender Anti-Nazi, er bezeichnete sich selbst als "Kommunisten". Diese Haltung brachte ihm zu seiner Zeit natürlich sehr viel Ärger und schlussendlich auch das Exil ein. Dennoch war sein Leben reich an Esprit und Anekdoten. An dieser Stelle möchte ich nur zwei der zahlreichen „Geschichten vom Herrn B“ widergeben:
"Im Namen des Volkes"
In dem Lazarett, wo Herr B. Dienst tat, fehlten Decken. Neben dem Lazarett lagerten Decken und Herr B. ließ sie stehlen und gab sie den kranken Soldaten. Der Diebstahl wurde entdeckt und Herr B. wurde mit der Untersuchung beauftragt. Er führte sie mit aller Strenge, aber leider erfolglos.
"Zuviel Folgsamkeit"
Die Schriftstellerin Anna S. hatte einen Roman geschrieben, und Herr B. wurde nach seinem Urteil gefragt. Er meinte: "Sie ist eine große Novellistin. Wenn sie dabei geblieben wäre, hätte man nicht umhin gekonnt, ihr eines Tages auch den Nobelpreis zu geben. Leider hat Georg L. ihr eingeredet, sie müsse "Krieg und Frieden" noch einmal neu schreiben. Da hat sie sich als gute deutsche Hausfrau hingesetzt und ihre Novellen zu Romanen zusammengehäkelt. Das hat ihr sehr geschadet."
Bereits in 10. Auflage liegen die gesammelten Geschichten vor. Jetzt bieten wir sie Ihnen zum Sonderschmökerpreis. Denn: So lange viele an BB denken, ist er nicht wirklich tot.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 28.10.2009, 12.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine Ehrensache
Liebe, Angst, Scheitern, Suche – Peter Stamm schreibt über die großen Themen. Kürzlich ist sein neuer Roman „Sieben Jahre“ erschienen. In den Büchern des Schweizers – es sind hauptsächlich Romane und Bände mit Erzählungen – geht es immer um Umbruchsituationen, um Lebensentscheidungen, kurz: um die Frage nach dem Sinn. Das ist in seinem ersten großen Erfolg „Agnes“ ebenso der Fall wie in „Blitzeis“ und in „An einem Tag wie diesem“, wo ein Lehrer, ausgelöst durch die Angst vor einer negativen medizinischen Diagnose, kurzerhand sein bisheriges Leben aufgibt und sich auf die Reise in seine Vergangenheit macht. Auch die Geschichten in „Wir fliegen“ zeigen Menschen, die sich selbst hinterfragen, am liebsten noch einmal von vorn beginnen würden und zu träumen wagen, auch wenn der Alltag festgefahren scheint. Die verheiratete Heidi gehört dazu, die eigentlich Künstlerin werden wollte, oder Daphne, die ihren Nachbarn zwar oft hört, ihm aber nicht nahe kommen kann.
Peter Stamms karge, einfache Sprache ist sicher nicht jedermanns Sache. Oft wirkt die Erzählweise regelrecht distanziert und kühl. Aber ich finde, gerade dadurch kommt man sehr nahe an die Personen seiner Erzählungen und Romane heran. Er ist ein Schriftsteller, dessen leiser Stil den Leser gefangen nehmen kann – im positiven Sinne. Ich jedenfalls hätte schon einmal fast meinen Zielbahnhof verpasst, weil ich mich im Zug so an einem seiner Bücher festgelesen hatte.
Den Erzählungsband „Wir fliegen“ möchte ich Ihnen wärmstens empfehlen. Dass er außerdem preiswert ist, ist Jokers-Ehrensache.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 26.10.2009, 09.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Her mit Beckett
Alles begann damit, dass ich aus reiner Neugier den Klappentext zu Simon Becketts „Obsession“ las. Die Geschichte eines jungen Mannes, der von heute auf morgen die Verantwortung für ein autistisches Kind übernimmt und dabei in große Konflikte mit dessen leiblichem Vater gerät, interessierte mich sofort. Becketts Kunst den Spannungsbogen leise, aber unwiderstehlich zu steigern, tat ihr übriges. Schließlich konnte ich nicht anders, als mir gleich das nächste Buch dieses wunderbaren Autors zu kaufen: „Die Chemie des Todes“. Die Geschichte rund um den forensischen Anthropologen David Hunter erinnerte mich zwar sehr an Kathy Reichs Figur Temperance Brennan. Doch die anfängliche Skepsis verflog schnell, als mich auch dieses Mal die spannende Handlung von der ersten Seite an in ihren Bann zog.
Selbst die teilweise sehr unappetitlichen Beschreibungen der vielen verschiedenen Leichen konnte mich nicht schrecken. Vergangenen Urlaub habe ich dann Becketts neuestes Werk „Leichenblässe“ verschlungen und warte seitdem ungeduldig auf eine Fortsetzung.
Um meinen Hunger nach Thrillern zu stillen, greife ich jetzt auch zu anderem „Stoff“. Eben erst habe ich mir „Illuminati“ von Dan Brown gekauft. Der „Da Vinci Code“ liegt auch schon im Regal bereit. Ach ja, und in wenigen Tagen erscheint ja auch Dan Browns neuestes Werk, „Das verlorene Symbol“ …
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 21.10.2009, 08.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL
In Linz gestorben
Die oberösterreichische Stadt hat sich meine Zuneigung durch ein Detail ihres Kulturhauptstadt-Programms verdient. Man hat in Linz nämlich ein Akustisches Manifest verabschiedet, das sich gegen die allgegenwärtige Beschallung unserer Umgebung richtet. Das gefällt mir außerordentlich! Denn mich stören aufdringliches Werbegeplapper im Supermarkt, nervige Jingles, doofe Klingeltöne, piepsende Warntöne (warum, liebe Autobauer, baut ihr nicht einfach Autos, in denen man SEHEN kann, wohin man fährt, anstatt es an allen Ecken piepsen zu lassen?) und alberne Reklameliedchen.
Viele Leute haben beim Lesen Musik im Hintergrund laufen. Sie auch? Also ich kann das nicht, sondern bin da etwas eindimensional veranlagt und kann mich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren.
Vielleicht möchten Sie sich auch gern einmal wieder konzentrieren, und zwar auf ein Buch eines österreichischen Autors? Zum Beispiel auf eines von Adalbert Stifter, der in Linz starb. Lange verkannt, gilt Stifter längst als einer der großen Autoren Österreichs. Bei uns können Sie ihn zum Top-Preis entdecken:
Was Sie von mir allerdings nicht bekommen, ist eine Musikempfehlung dazu ...
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 06.10.2009, 08.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Michael Ende – Ein Rückblick
Am 28. August 1995 starb Michael Ende an Magenkrebs in Filderstadt-Bonlanden, geboren wurde er am 12. November 1929 als Michael Andreas Helmut Ende in Garmisch-Partenkirchen. Er zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren der neueren Zeit. Insbesondere seine Kinderromane wie „Die unendliche Geschichte“ oder „Momo“, aber auch „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ sind auch international bedeutend. So mancher erinnert sich an eine seiner Figuren noch in hohem Alter. Ich zum Beispiel habe als Kind vor allem den weißen Glücksdrachen Fuchur über alles geliebt, der in der „unendlichen Geschichte“ durch die Lüfte flog. Letztens besuchte ich meine Nichte: Die Kleine besitzt schon ein eigenes Handy und spielte mir ihre neuesten Klingeltöne vor. Ihr ganzer Stolz ist zur Zeit „Eine Insel mit zwei Bergen“, das Lummerlandlied aus Jim Knopf. Ich war entzückt!Michael Endes Leben war genau wie seine Bücher abwechslungsreich und ausgefüllt. Seine Eltern waren Luise Ende (1892-1973) und Edgar Ende (1901-1965). Der Vater Edgar Carl Alfons Ende war ebenfalls Künstler, ein surrealistischer Maler, seine Kunst galt während der NS-Zeit als "entartet". 1933 erhielt er deswegen von der Reichskulturkammer ein Ausstellungsverbot. Der Sohn Michael wuchs im Zweiten Weltkrieg auf, erlebte die Bombenagriffe und die weitgehende Zerstörung Hamburgs 1943 mit. In Hamburg sollte er als 16-Jähriger im Jahre 1945 zur Waffen-SS eingezogen werden, Michael floh zu seiner Mutter nach München. Der Vater geriet während dieser Zeit in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Im Jahr 1946 konnte Michael Ende bereits wieder ein Gymnasium in München besuchen, wechselte aber in die Waldorfschule Stuttgart. 1947 wurde sein erster Text "Der Gaukler" in einer Zeitung veröffentlicht. Von 1948 an besuchte er die Schauspielschule Otto Falckenberg der Münchner Kammerspiele. Dort studierte er 2 Jahre klassische und moderne Schauspieltheorien. Daran anschließend erhielt er ein Engagement an der Landesbühne Schleswig-Holstein. In der Zeit von 1954 bis 1962 war Michael Ende Mitarbeiter sowie Filmkritiker beim Bayerischen Rundfunk. Um sein mageres Gehalt aufzubessern begann er, Sketche und Kabarett-Stücke zu schreiben.
1960 wurde „Jim Knopf“ veröffentlicht und postwendend mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Michael Ende erlangte Popularität. Im Jahr 1962 wurde der zweite Band „Jim Knopf und die Wilde Dreizehn“ veröffentlicht. Das Buch wurde in mehreren Sprachen herausgegeben, der erfolgreiche Autor erlangte so finanzielle Unabhängigkeit. Michael Ende heiratete am 7. August 1964 die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann, die er bereits seit 1952 kannte. Gemeinsam zogen sie in das italienische Genzano in der Nähe von Rom.
Der internationale Durchbruch gelang Ende im Jahr 1972 mit "Momo", ein Buch, das verfilmt wurde. 1974 wurde „Momo“ mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Zu Endes bekanntesten Werken zählt „Die unendliche Geschichte“ aus dem Jahr 1979, für die er 1981 mit dem Europäischen Jugendbuchpreis prämiert wurde. „Der Spiegel im Spiegel“ ist eines seiner anderen Werke, die international bekannt wurden.
Im März 1985 starb seine Frau Ingeborg. Ende zog zurück nach München. 1989 heiratete Michel Ende in zweiter Ehe Mariko Sato. Zu seinem 60. Geburtstag wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
In den 1990er Jahren folgten Romane wie „Der lange Weg nach Santa Cruz“, „Die Vollmondlegende“ oder „Lirum Larum Willi Warum“. „Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel“ wurde posthum im Jahr 1996 publiziert.
Mein Favorit bleibt nach wie vor „Die unendliche Geschichte“: Es beflügelt auf packende Weise die Phantasie.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 23.09.2009, 16.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eduard Mörike: eine Empfehlung
Am 8.September wäre er 205 Jahre alt geworden: Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 in Ludwigsburg geboren. Er starb am 4. Juni 1875 in Stuttgart. In Ludwigsburg besuchte er die Lateinschule, ab 1818 wechselte er zum Seminar in Urach. 1826 begann er als Vikar seine Tätigkeit in Nürtingen, dann arbeitete er 1827/1828 zwei Jahre lang als Zeitschriftredakteur. Von 1834-1843 war er Pfarrer im Ort Cleversulzbach. Eduard Mörike wurde vorzeitig pensioniert, in dieser Zeit „jobbte“ er als Literaturlehrer in Stuttgart, 1855 war er Hofrat und 1856 erhielt er eine Professur. Ab 1871 lebte er wieder in Stuttgart.
Ich persönlich mag manche seiner Gedichte sehr gerne, bekannt wurde Eduard Mörike aber vor allem mit seinen Erzählungen und Prosatexten wie „Mozart auf der Reise nach Prag“ oder den „Brautbriefe“. Seine Mozart-Erzählung bieten wir Ihnen als umfangreiches Hörbuch auf drei CDs an, auch die Brautbriefe finden Sie in unserem Programm. Ich will Ihnen aber an dieser Stelle eines seiner Gedichte vorstellen:
Nimmersatte Liebe
So ist die Lieb! So ist die Lieb!
Mit Küssen nicht zu stillen:
Wer ist der Tor und will ein Sieb
Mit eitel Wasser füllen?
Und schöpfst du an die tausend Jahr,
Und küssest ewig, ewig gar,
Du tust ihr nie zu Willen.
Die Lieb, die Lieb hat alle Stund
Neu wunderlich Gelüsten;
Wir bissen uns die Lippen wund,
Da wir uns heute küssten.
Das Mädchen hielt in guter Ruh,
Wie's Lämmlein unterm Messer;
Ihr Auge bat: nur immer zu,
Je weher, desto besser!
So ist die Lieb, und war auch so,
Wie lang es Liebe gibt,
Und anders war Herr Salomo,
Der Weise, nicht verliebt.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 22.09.2009, 08.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Krieg und Frieden
Ein Klassiker der Weltliteratur, ein Monumentalroman, ein Epos der Historie: Der vierteilige historische Roman von Leo Tolstoi ging in die Geschichte ein. „Krieg und Frieden“ zeichnet das Bild eines Russlands, das durch den Kampf mit Napoleon, mit Westeuropa gebeutelt wird. Sieben Jahre gewaltige Ereignisse (1805-1812) führt der Roman vor, Napoleon, Alexander I., Kutusow prallen aufeinander, „Krieg und Frieden“ ist voller gesellschaftlicher und politischer Gegensätze. 1863 erschien das Werk und gilt noch heute als Pflichtlektüre eines jeden gebildeten Lesers.Im September ist sein Gedenktag: Geboren wurde Leo Nikolajewitsch Tolstoi am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana. Das Adelsgeschlecht, dem er entstammte, soll angeblich vor vielen Jahrhunderten aus Deutschland eingewandert sein, die Familiennamen Dick oder Dickmann wurden in wörtlicher Übersetzung zu Tolstoi.
Leo wurde früh zum Waisen: Seine Mutter starb, als er zwei Jahre alt war, seinen Vater verlor er mit neun Jahren. Von Verwandten erzogen, studierte Leo bereits mit 15 Jahren an der Universität Kasan orientalische Sprachen, dann Recht, 1848 kehrte er auf sein Gut zurück.
Nach einem eher ausschweifenden Leben trat Leo Tolstoi 1851 als Artilleriefähnrich in ein kaukasisches Regiment ein. Im Krimkrieg wurde er zur Donau-Armee versetzt und nahm an Schlachten und Belagerungen teil. Länger als ein halbes Jahr, von November 1854 bis August 1855, befand er sich im belagerten Sewastopol in der gefährlichen "vierten Bastion". Nach dem Friedensschluss nahm er seinen Abschied und widmete nun sein Leben der Schriftstellerei: Während der nächsten 15 Jahre verfasste er seine großen Romane.
Um 1877 trat seine bedeutungsvolle religiöse Krise ein: Als einfacher Bauer lebend und arbeitend lehnte er den ihm zugestandenen Nobelpreis ab. Im März 1901 wurde er von der griechisch-orthodoxen Kirche exkommuniziert. Bereits sehr betagt verließ er 82-jährig im Winter 1910 Haus und Hof, nur wenige Tage später verstarb er am 20. November. Seinen Frieden mit der Kirche fand er nie mehr.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 10.09.2009, 09.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Sir Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes kennt jeder. Aber wussten Sie, dass der geistige Vater des findigen Detektiven, Sir Arthur Conan Doyle, schon lange vor „Jurassic Park“ und Co. Geschichten um prähistorische Abenteuer schrieb? In „Die vergessene Welt“ reist zu Anfang des 20. Jahrhunderts der Wissenschaftler Challenger mit einem Forscher-Team ins tiefste Amazonasgebiet. Dabei entdecken sie Dinosaurier, die man seit Millionen von Jahren für ausgestorben geglaubt hat ... Diese faszinierende Geschichte gibt´s bei uns als Hörbuch: 6 Audio-CDs zum Satthören!Am 22. Mai 2009 hätte Sir Arthur Conan Doyle seinen 150. Geburtstag gefeiert. Er wurde in Edinburgh geboren. Nach dem Medizinstudium praktizierte er von 1882 bis 1890 in Southsea. Seine vielen Reisen führten ihn von den Polargebieten bis nach Westafrika.
1887 erschuf er seinen Meisterdetektiv Sherlock Holmes. 1902 wurde der Mediziner zu Sir Arthur Conan Doyle geadelt. Sein Sohn starb früh, bereits im Jahre 1921 fiel er ihm 1. Weltkrieg. Sir Arthur Conan Doyle wandte sich daraufhin dem Spiritismus zu. Er starb am 7. Juli 1930 in Crowborough/Sussex.
Hier finden Sie eine Kurzbiografie des facettenreichen Autors und Arztes:
- 1859 22. Mai: Arthur Conan Doyle wird als Beamtensohn im schottischen Edinburgh geboren.
- 1882 Nach seinem Medizinstudium in Edinburgh praktiziert Doyle als Arzt in Southsea.
- 1887 In der Erzählung "A Study in Scarlet" taucht bereits zum ersten Mal die Figur des Detektivs Sherlock Holmes auf.
- 1890 Doyle nimmt eine Tätigkeit als Schiffsarzt auf.
- ab 1891 Er arbeitet als freischaffender Schriftsteller, veröffentlicht kurze Abenteuer seines Sherlock Holmes im "Strand Magazine". So wird Doyle zum Begründer des modernen Kriminalromans, der zahlreiche Nacheiferer fand. Sein Erzählstil wird zum Vorbild des bürgerlichen Detektivromans des 20. Jahrhunderts.
- 1893 Doyle wollte Sherlock Holmes nach dem Erscheinen des zweiten Sammelbands "The Memoirs of Sherlock Holmes" sterben lassen, beugt sich aber dem Wunsch des Verlegers und der Leserschaft: Holmes darf weiter leben. In den Folgejahren erscheinen nach den ersten zwei Sammelbände mit "The Return of Sherlock Holmes" (1903/04) und "The Case Book of Sherlock Holmes" (1927) noch zwei weitere Ausgaben.
- um 1896 Doyle, die Politik der konservativen Regierung unterstützend, nimmt als Arzt freiwillig am Burenkrieg teil.
- 1900 Danach veröffentlicht er die Schrift "The Great Boor War" ("Der Krieg in Südafrika").
- 1901/02 Die Erzählung "The Hound of the Baskervilles" erscheint.
- 1902 Doyle wird wegen seiner Verdienste im Burenkrieg geadelt.
- um 1918 Scheinbar aus Verzweiflung über den Tod seines Sohns, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist, wendet sich Doyle dem Mystizismus und Spiritismus zu.
- 1930 7. Juli: Arthur Conan Doyle stirbt in Crowborough (Sussex).
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 08.09.2009, 09.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL
In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen
„Zů nutz vnd heylsamer ler / vermanung vnd
ervolgung der wyßheit / vernunfft und gůter
sytten: Ouch zů verachtung vnd straff der narheyt /
blintheyt yrrsal vnd dorheit / aller stæt / vnd
geschlecht der menschen: mit besunderem flyß
ernst vnd arbeyt / gesamlet zů Basell: durch
Sebastianū Brant. in beyden rechten doctor.“
Titio war Jurist, von 1489 bis 1500 Professor für Rechte an der Universität und von 1502 bis zu seinem Tod 1521 Stadtschreiber und Kanzler der Freien Reichsstadt Straßburg. 1494 veröffentlichte Sebastian Brant das berühmte „Narrenschiff“. Mit dieser gereimten Satire auf die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit wurde er als humanistischer Autor international bekannt. Und schon in der Vorrede zum „Narrenschiff“ deutet Brant an, in welche Richtung sein Text geht: „In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen.“Ich habe eine wunderbare Internetseite zum „Narrenschiff“ entdeckt: http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/15Jh/Brant/bra_n000.html bringt den kunstvollen Text in digitaler Form. Was mir daran so gut gefällt: Auch die originalen Holzschnitte sind abgebildet, die Brants Verse untermalen. Angeblich hat Albrecht Dürer die Schnitte angefertigt. Und eines haben Brant und Dürer sicher gemeinsam: Beide sollen sich durch eine besonders feinsinnige und ironische Ständekritik ausgezeichnet haben...
Albrecht Dürer war zweifelsohne einer der genialsten Künstler seiner Zeit: 1471 wurde er in Nürnberg geboren, dort starb er 1528. Klicken Sie doch mal, welche Werke zu Dürer wir für Sie auf Lager haben!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 07.09.2009, 09.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Liebe jenseits der 50
Liebe hat kein Verfallsdatum. Den schönsten Beweis dieser Tatsache liefert Marc Fitten mit „Valerias letztes Gefecht“ (engl. Valeria’s last stand). Valeria, eine missmutige alte Frau in den 60ern verliebt sich unerwartet in den verwitweten Töpfer ihres kleinen ungarischen Dorfs. Plötzlich erwacht die ehedem verbiesterte alte Dame zu neuem Leben. Doch auch Ibolya, die in die Jahre gekommene, aber nicht minder aktive Wirtshausbesitzerin, hat sich in den alten Mann verliebt. Als auch noch ein gerissener Wanderschornsteinfeger ins Dorf kommt und sich der hiesigen Damenwelt annimmt, beginnt eine Amour Fou, die das ganze Dorf umkrempelt.Dass es sich bei den Protagonisten durchgehend um Menschen jenseits der Lebensmitte handelt, kann der Leser getrost vergessen. Denn eins macht alle Menschen gleich: die Liebe zu einem anderen Menschen. Ein wunderschönes Buch, wie ich finde. Besonders tröstet es frisch gebrochene Herzen, die meinen, nach diesem Einen oder dieser Einen gäbe es in Zukunft niemanden mehr.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 04.09.2009, 09.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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