
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Bücher
Kann ich Ihnen helfen?« Schaumermal...
Wer einkauft, muss eigentlich nicht viele Worte machen: »Brot her!« Sollst du haben, Bruder. Und mit »gib mich die Kirsche« erhält man in Dortmunder Sportshops einen Ball.
Bücher kaufen ist dagegen hoch kompliziert. Oft muss man sich schwierige Titel merken. Und das ist für ungeübte Buchkäufer manchmal etwas problematisch. Noch problematischer ist allerdings, diesen Kunden auch wirklich das richtige Buch zu verkaufen, wie auf boersenblatt.net zu lesen war.
Ein Kunde verlangte »Die Klaue des Hexers als Reklame-Heftchen«. Der geschulte Verkäufer gab ihm die Reclam-Ausgabe von E.T.A. Hoffmanns »Die Elixiere des Teufels«.
Oder »haben Sie Bücher über Mufflons?« Mal nachsehen? Zwecklos: »Sie wissen, die kleinen Küchlein.«
Und gibts nicht nur Fußbälle, sondern auch »Nazis in Dortmund«? Vielleicht. Gemeint war aber Hesses »Narziss und Goldmund«.
Wer so vergesslich ist, sollte sich die Titel der gewünschten Bücher lieber aufschreiben. Damit einem der genervte Buchhändler nicht alternativ den Faust aufs Auge drückt. Oder man bestellt im Versandhandel. Die Suchfunktion des Jokers Online-Shops zum Beispiel führt auch bei verworrenen Sucheingaben oft zum Ziel...
Autor: Gerald Wunder
07.05.2012, 15.31 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Die Vampire treten ab
Leseratten sind wir in meiner Familie. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, was man gelesen haben muss. Vor allem meine Nichte und ich bevorzugen verschiedene Unterhaltungslektüre. Die Nichte ist jetzt 13 Jahre alt und ich hätte es gern gesehen, wenn sie die Lieblingswerke meiner Kindheit genauso gerne verschlungen hätte wie ich. Aber weit gefehlt: Statt »Die unendliche Geschichte«, »Ronja Räubertochter« oder die sagenhaften Fantasy-Werke von Marion Zimmer Bradley wie »Die Nebel von Avalon« taucht sie, und das bereits seit Monaten, ihr Näschen in sämtliche Vampir-Romane, die der Markt hergibt.
Ich habe wirklich versucht, mich mit diesen jugendgerechten Horror-Liebesgeschichten anzufreunden, bin aber kläglich gescheitert. Ich wollte einfach nicht über die ersten drei Seiten des Vampir-Fortsetzungsromans, der gerade »hip« bei den Teenies ist, hinauskommen. Alles an dem Buch störte mich, vom Cover bis hin zu der Umgangssprache, die ab der ersten Zeile verwendet wurde: Slang mag ich nur, wenn er in Form eines jener witzigen Lexika daherkommt á la »Deutsch Jugendslang« oder ähnlich. Aber in einem Buch? Nein, danke!
Also begab ich mich pflichtbewusst auf die Suche nach geeignetem Ersatz für meine pubertierende Nichte ein Unterfangen, das gar nicht so einfach ist. Am Schluss erregte eine Trilogie vor allem deswegen meine Aufmerksamkeit, weil sie keine Trilogie ist: die vier Jugend-Romane, die aktuell vom amerikanischen Büchermarkt zu uns gekommen sind. Und man staune: Die Helden von Scott Westerfield sind keineswegs Blutsauger, sondern Jugendliche. Insbesondere die 15-jährige Tally steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie ist es, die wir in »Ugly«, »Pretty« und »Special« durch ihre außergewöhnliche Zeit, eine Zeit irgendwann in der Zukunft, begleiten, bevor in dem vierten Band »Extra« der »Trilogie« die junge Aya glaubt, die Welt retten zu müssen.
Bevor Sie Ihre jugendlichen Verwandten auf Scott Westerfield ansetzen (was in den Schulferien geschehen sollte, denn die Kids werden in ihrem neu geweckten Lesefieber keine Muse mehr für Hausaufgaben und Co. haben), gönnen Sie sich selbst diese außergewöhnlichen Jugend-Romane. Ich bin sicher, dass »Ugly«, »Pretty«, »Special« und »Extra« auch Sie in Bann ziehen. Das Schöne: Wir haben alle Werke der Serie auf Deutsch sowie einige im Original auf Englisch vorrätig!
Bücher von Scott Westerfield bei Jokers
23.12.2011, 08.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Pop-Ups - Bücher, die so richtig ins Auge springen
Meine erste große Bilderbuch-Liebe war was sonst Die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle. Ein absoluter Klassiker, der auch schon zu den Favoriten meiner Tochter zählt. Dann folgte das rückblickend furchtbar naiv anmutende - Mein grosses Teddy-Buch von Helene Weilen. Mit den bunten, lieblichen Illustrationen von Anny Hoffmann im Stil der braven 50er-/60er-Jahre.
Mein erstes Pop-Up-Buch war Goldglöckchen und die drei Bären, das ich schon ziemlich aufregend fand mit seinen dreidimensionalen Zimmern und Schiebeelementen. Doch dann wurde meine kleine Bilderbuchwelt revolutioniert: Bei meiner Freundin Alice sah ich es zum ersten Mal: Jan Pienkows Pop-Up-Buch "Pension zum ewigen Frieden". DAS war ein Buch wie keines zuvor! Besser als jede Geisterbahn!
Knallbunte, dreidimensionale Wesen treiben in diesem Buch ihr gruseliges Unwesen: in der Küche räkelt sich eine Krake, im Badezimmer springt einem ein Alien ins Gesicht und im Speicher umfliegt einen eine Fledermaus. Dazu sich öffnende geheimnisvolle Schranktüren und (zum Glück) zuklappbare Klodeckel gegen weitere Schreckgespenster. Am Seitenrand kann man an kleinen Laschen ziehen und so dem Ganzen noch zusätzliches Leben einhauchen: von rollenden Augen über ein flackerndes Kaminfeuer bis zu einem Krokodil, das nach dem Besucher schnappt.
Hatten Sie als Kind auch ein Lieblingsbuch? Schreiben Sie uns (unter Kommentare)!
Geschrieben von Anne Eichmann
14.11.2011, 10.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Yoga oder von der Tragik, ein Trend zu sein
In Berlin habe ich einen Aufkleber an einer Straßenlaterne entdeckt: Fuck Yoga stand dort feinsinnig formuliert zu lesen. Diese Großstädter: Während die eine Hälfte noch Ruhe suchend - immer dem Trend hinterher - ins Yogastudio rennt, muss sie sich von der anderen Hälfte verspotten lassen. Cool ist nämlich nur der, der als erster etwas gut findet, was zwar das Potenzial zum Massentrend hat, aber eben noch keiner ist.
Und als Trend lebt sichs in Metropolen ziemlich gefährlich - und meistens kurz. Kaum ist man in die luftigen Höhen der Popularität gestiegen, machen sich hippe Kosmopoliten schon wieder lustig über einen. Klar, dass es Yoga da nicht anders ergeht.
Ich persönlich habe übrigens die Asanas gerade erst für mich entdeckt. Und seit ich von der Heuschrecke über den Hund bis zur Kobra den halben Zoo durchturnt habe, höre ich mich immer öfter Sätze sagen wie: »Das tut mir unglaublich gut.« Zugegeben: Noch stolpere ich ziemlich unbeholfen den steinigen Weg zur Erleuchtung entlang. Wenn meine dynamische, amerikanische Yoga-Lehrerin nachdrücklich verlangt, dass wir jetzt bitte alle die »Sensationen auf unserer Haut« spüren sollen, spüre ich vor allem eines: Ratlosigkeit. Auch wurde mir ihre unverhohlene Missgunst zuteil, als ich in der zweiten Stunde noch nicht alle Sanskrit-Namen der Übungen auswendig wusste. Sehr peinlich.
Im Kollegenkreis habe ich bestenfalls mitleidige Blicke ob meiner Yoga-Begeisterung geerntet. Dumm gelaufen, wenns einem trotzdem Spaß macht. Irgendwie fühle ich mich nämlich immer wie auf Droge, nachdem ich furchtbar viel geatmet und Shanti gesungen habe. So gesehen verstehe ich den Antihelden aus »Trainspotting«, der seine Drogensucht lapidar so kommentiert: »Wer braucht Gründe, wenn er Heroin hat?« In diesem Sinne: die besten Sonnengrüße!
Bild: Yoga © Jürgen Reitböck/www.pixelio.de
04.11.2011, 13.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Betrachtungen des großen Zehs
Manchmal erzählt uns eine Freundin, die an der Universität Philosophie unterrichtet, von Diskussionen mit den Studierenden. In der letzten Sitzung ging es beispielsweise darum, was den Menschen zum Menschen macht. Das ist für mich immer noch eine ausgesprochen spannende Frage. Schließlich habe ich ja Theologie studiert, bevor ich im Verlagswesen landete.
Ja: Was macht den Menschen zum Menschen, was unterscheidet ihn von den Tieren? Oder: Gibt es überhaupt einen wesentlichen Unterschied? Groß ist die Bandbreite an Antworten. Am Schluss sind es immer die individuelle Weltsicht und das persönliche Selbstbild, von der die Ansichten geprägt sind. Macht den Unterschied die Fähigkeit zu ethischem Handeln? Oder der so genannte freie Wille? Die Bereitschaft zu lieben oder auch zu hassen? Leider lassen sich diese metaphysischen Konstrukte weder verifizieren noch falsifizieren kurzum: Man glaubt sie oder glaubt sie eben nicht.
Die Wissenschaft geht hier anders vor. Naturforscher untersuchen, welche physischen und auch psychischen Qualitäten im Laufe der Evolution auftraten, die den Menschen zum Menschen machten. Vielleicht hat der eine oder andere noch den Biologieunterricht im Kopf: Uns wurde vermittelt, dass vor allem der abspreizbare Daumen sowie der Kehlkopf des Menschen, der zur genauen Artikulation, mithin zum Sprechen befähigt, die Entwicklungsstufen für den Übergang vom Affen zum Menschen waren. Aber reicht das aus, den Unterschied zu erklären? Nein, sagt der Autor Chip Walter und belegt seine Thesen in dem Buch »Hand und Fuß« unterhaltsam und anschaulich. Neben dem Daumen und dem Kehlkopf waren auch der große Zeh sowie die emotionalen Fähigkeiten zu lachen, zu weinen und zu küssen daran beteiligt, dass der Mensch zum Menschen wurde. Der große Zeh? Die komische überflüssige dickliche Wurst am Fuß, die manchmal daran Schuld ist, dass uns Schuhe nicht richtig passen? Jawohl: Unser großer Zeh ist im Verhältnis zu denen anderer Primaten nicht nur verlängert, sondern auch von der Außenseite des Fußes nach vorne gewandert: Vom abgespreizten Greifzeh der Affen hat er sich zum Stützelement des aufrechten Gangs gemausert. Nur durch den großen Zeh konnte sich ein stabiler aufrechter Gang, mit der konsequenten Freiheit der Hände, entwickeln. Und hatte dabei noch weitreichendere Folgen: Die Hüfte des Menschen musste sich logischerweise der neuen Gangart anpassen, was wiederum zu einer Verengung des Geburtskanals und damit der Notwendigkeit der physiologischen Frühgeburt führte. Forscher gehen sogar so weit zu behaupten, dass durch die nun vermehrt als Werkzeuge und Greifinstrumente einsetzbaren Hände mit der einhergehenden besseren Ernährung das Großhirn in seinem Volumen so immens zunehmen konnte, dass eben unsere heutigen abstrakten Begriffe von Ethik, Moral, Glaube, Liebe etc. so entstehen konnten.
Spannend, nicht? Mehr dazu, wie uns die Evolution zu Menschen machte, erfahren Sie in »Hand und Fuß« von Chip Walter.
Bild: Füße © Robert Babiak jun./www.pixelio.de
28.07.2011, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Für Schlappschwänze
Gestern habe ich meine Frau »erwischt«, wie sie kichernd und prustend über dem Computer hing: Eine dieser lästigen Werbeanzeigen auf einem »Social Network« hatte sie buchstäblich vom Hocker gerissen. »So nahm ich 20 kg in 4 Wochen ab!« hieß die Überschrift der Anzeige. Das entlockte selbst mir, und in Hinblick auf Diätversprechen bin ich wie viele Männer eher desinteressiert, ein Schmunzeln. Nicht einmal Fettabsaugungen würden fünf Kilo innerhalb von sieben Tagen wegbekommen! Wir haben es uns erspart, dem Abnehmversprechen nachzuspüren: Irgendwann muss der Volksverblödung doch eine Grenze gesetzt werden! Aber so ganz ging meiner Frau der Gedanke des »leichten Abnehmens« doch nicht aus dem Kopf, schließlich haben wir beide die Hoffnung auf heiße Sommertage am Baggersee noch nicht aufgegeben. Allerdings, und das muss ich hinzufügen, sind weder meine Frau noch ich Sport-Fanatiker, und im Biergarten schmeckt der Gerstensaft eben doch besser als die Apfelschorle Was tun, ist also die Frage, um doch noch seinen Körper am See bräunen lassen zu können, ohne dass einem die Schamesröte angesichts der überflüssigen Pfunde ins Gesicht steigt?
Unsere Freundin Marianne, eine liebenswerte und bis vor kurzem mehr als rundliche Dame mittleren Alters, verriet uns ihre Neuentdeckung, mit der sie nicht nur etwas drahtiger werden wollte, sondern auch ihre gute Laune behalten wollte. Im schönsten Schwäbisch erzählte sie uns, das sie ja, was Sport angeht, eher ein »Schlappschwanz« sei und »ganz sicher keine Heuschreckenbeine« hätte aber dass es ihr eben genau die Heuschrecke besonders angetan hätte. Natürlich verstanden weder meine Frau noch ich, was Marianne uns damit sagen wollte. Doch dann machte sie es uns vor. Kurzerhand legte sie sich bäuchlings auf den Boden und streckte Arme und Beine gen Himmel. Wir wunderten uns, aus welchem Selbsthilfebuch zum athletischen Bodenputzen sie diese Übung wohl hatte. »Damit sind sogar meine dauernden Rückenschmerzen viel besser geworden«, strahlte sie, als sie sich wieder aufgerappelt hatte.
»Diese Heuschrecke zählt zu einer der beliebtesten Yoga-Übungen, und sogar ich kann sie machen!«, fuhr sie begeistert fort. Ich konnte es kaum glauben: DAS soll Yoga sein?! Ich dachte immer, Yoga wäre nur etwas für wirklich bewegliche und durchtrainierte Zeitgenossen, jedenfalls nichts für Spätzle- und Bierliebhaber. Aber es stimmte. Marianne zeigte uns ein Übungsbuch, das sie kürzlich entdeckte: »Yoga für Schlappschwänze« heißt es. Es richtet sich an alle, die nicht glauben, dass man in einem Monat 20 Kilo abnehmen kann, die aber trotz ausgeprägter Bewegungsunlust nicht die Hoffnung aufgegeben haben, ein wenig für ihren Körper tun zu können. Es ist ideal für Anfänger, da die Übungen einfach sind, sich problemlos in den Alltag einbauen lassen und die erforderlichen Hilfsmittel in jedem Haushalt vorhanden sind. Nur wenige Minuten Üben am Tag reichen aus, um sich ausgeglichen und fit zu fühlen und nebenbei eben den Rückenschmerzen und den Pfunden den Kampf anzusagen. Klar, dass wir das Buch ins Programm genommen haben!
»Yoga für Schlappschwänze« bei Jokers
18.07.2011, 10.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Peterchens Mondfahrt im Apollo-Zeitalter
Für alle, die vor 1980 geboren sind, dürfte »Peterchens Mondfahrt« von Gerdt von Bassewitz ein gern gelesenes Buch in der Kindheit gewesen sein. Auch ich half heldenhaft Herrn Sumsemann, sein verlorenes Beinchen wiederzufinden... Die Uraufführung der wundersamen Geschichte fand als Theaterstück im Jahre 1912 statt. Zwischenzeitlich ist viel geschehen: Und so lassen zeitgenössische Autoren nicht mehr Maikäfer durchs All sausen, sondern orientieren sich an moderner Technologie.
Am 20. Juli 1969 setzt Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond.
Und genau diese Nachrichten über Armstrongs außergewöhnliche Reise sind der Leitfaden, an dem sich »Mondwind« von Antonio Muñoz Molina zu einem betörenden Jugendbuch entwickelt. Der spanische Autor erzählt die Geschichte eines Jugendlichen in einer Zeit, die eine neue Ära einläutet. Und das in einem Spanien, das in einer augenscheinlich nie endenden Diktatur festgefroren ist. Muñoz Molina gelingt es, die Zerbrechlichkeit von wenigen Augenblicken, die ein ganzes Leben ändern können, mit dem Verlauf eines gewöhnlichen und doch einzigartigen Lebens zu verweben. Hier geht es nicht nur um Mondlandungen und die Sehnsüchte eines Jugendlichen, es geht auch um den ersten Fernseher, den die Eltern sich anschaffen, es geht um den Trost, den Bücher bieten, und schließlich geht es auch um das Entdecken eines Geheimnisses, das die Stadt Mágina seit dem Bürgerkrieg gefangen hielt.
»Mondwind« ist ein poetisches Märchen für Jungendliche und Erwachsene, zu Recht wird diese neueste Erzählung des mehrfach ausgezeichneten Autors als sein bisher größtes Werk gelobt.
Bild: Mond © PETER BOHOT/www.pixelio.de
17.06.2011, 20.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Was hat e=mc2 mit einem Wildhuhn zu tun?
Kochbücher gibt es viele. Bücher über Einstein auch. Doch was hat der berühmte Physiker mit dem Rezept zur Zubereitung von Wildhühnern zu tun? Wollen wir Ihnen, lieber Leser, an dieser Stelle etwa weismachen, dass, wenn Sie einem Huhn den Bauch stopfen, bevor Sie es ins Rohr schieben und somit seine Masse erhöhen, die Möglichkeit besteht, dass das Huhn, nachdem es durch die Anwendung der Formel »Energie ist gleich der Masse mal der Lichtgeschwindigkeit im Quadrat« mehr Energie gewonnen hat, vom Teller weg davon fliegt?
Natürlich nicht. Aber trotzdem hat Kochen mehr mit Physik zu tun, als wir glauben und zahlreiche populäre Irrtümer zeugen davon. Sicher haben auch Sie schon mal gehört, dass Teflon giftig sein soll oder gefährliche Säuren im Kaffee den Magen schädigen. Oder vielleicht hat Ihnen der Nachbarjunge einmal verraten, dass man mit ganz herkömmlichen Küchenutensilien eine elektrochemische Batterie bauen kann. Viel mehr als eine Lasagne, eine Kasserolle aus Stahl und eine Alu-Folie brauchen sie nicht dazu.
Genau solches Wissen hat der US-amerikanische Chemie-Professor Robert L. Wolke in sein Buch »Was Einstein seinem Koch erzählte« verbraten. Unglaublich erheiternd, humorvoll und immer kompetent erzählt Wolke, wie das Wissen von Chemikern, Physikern und nicht zuletzt Köchen beim Zubereiten von verschiedensten Nahrungsmitteln Anwendung findet. Gewollt oder ungewollt. Auch den gemeinen Fehlannahmen, wie eben, dass Teflon giftig sei, spürt er nach und widerlegt sie.
Das Buch ist als Sammelsurium seiner Antworten auf Leserfragen in Wolkes Kolumne in der Washington Post entstanden und somit ganz lebensnah. Marlene Parrish, die Ehefrau von Prof. Wolke, ergänzt die spannenden Beiträge mit passenden Rezepten. Eine echte Delikatesse für Hirn und Bauch!
"Was Einstein seinem Koch erzählte" bei Jokers
Bild: A. Einstein © FERDINAN SCHMUTZER/www.wikimedia.org
08.06.2011, 14.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Alle Vöglein sind schon da
Singen ist Männersache, zumindest bei den Vögeln. Bei den Piepmätzen haben die Männchen nicht nur das prächtigere Gefieder, sondern auch die schöneren Stimmen und das umfangreichere Gesangesrepertoire. Der Grund des hübschen Geträllers ist handfest und hat mit Freude am Musizieren nichts zu tun. Der Vogelmann will beeindrucken: seine Konkurrenten und die Weibchen. Ersteren signalisiert der Gesang: Dieses Revier ist besetzt; keine Chance, hier wohne ich! Letztere sollen angelockt werden.
Besonders toll treiben es die Gefiederten zur Paarungszeit im Frühjahr. Da wird tirilliert, was die Kehle hergibt. Im April und Mai liefern sich unsere heimischen Vögel einen wahren Sängerwettstreit und das über mehrere Stunden am Tag, bevorzugt in den Abend- oder Morgenstunden. Dann nämlich ist es nicht nur stiller auf der Welt, die Luft ist außerdem feucht und die Töne breiten sich besser aus, haben Vogelexperten herausgefunden.
Die Arien werden nach einem festen Zeitplan geschmettert, wobei jede Vogelart ihre festen Anfangszeiten hat. Morgens startet etwa der Haus- und Gartenrotschwanz bereits eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang, gefolgt von der Singdrossel, dem Zaunkönig, der Blaumeise Zu den Langschläfern zählen die Spatzen. Sie schaffen es gerade mal eine Viertelstunde vor Tagesanbruch, ihre Stimmen zu erheben. Im Sommer, wenn die Mauser einsetzt und das Gefieder erneuert wird, verstummen die Gesänge. Die Kraft wird nunzur »Rundumerneuerung« gebraucht.
Jetzt ist also die richtige Zeit, um den begabten Sängern im Garten zu lauschen. Und für die vogelgesangfreie Zeit sei diese CD mit den schönsten Vogelstimmen empfohlen:
CD "Vogelstimmenmusik" bei Jokers
Dazu allerlei Wissenswerte rund um unsere gefiederten Freunde:
Buch "Der große National Geographic Photoguide Vogelfotografie"
bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Zaunkönig © RE.KO./www.pixelio.de
26.05.2011, 09.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Jetzt krachts!
Zu welchem Persönlichkeitstypus gehören Sie? Neigen Sie dazu, bei Meinungsverschiedenheiten zu schmollen oder hauen Sie mal gerne auf den Tisch? Oft erscheinen uns die Paare als besonders glücklich, bei denen alles in »stiller Harmonie« abläuft: Nie bekommt man als Außenstehender bei diesen Beziehungen einen Konflikt mit, scheinbar läuft alles rund. Doch spätestens seit den Bestseller-Büchern des US-Psychologen John Gottman, der anhand des Streitstils von Paaren gewagte Prophezeiungen aufstellt, ob die Beziehung die nächsten drei Jahre übersteht, blicken wir anders auf Streitigkeiten zwischen Paaren.
Nachdem Gottman immerhin eine Trefferquote von über 90% in seinen Voraussagen hatte, sprechen wir heute von einer »Streitkultur«, d.h.: Wir erachten das (kultivierte) Auseinandersetzen mit dem Partner als lebensnotwendig für die Beziehung. Denn Gottman zeigte, dass der, der nicht streitet, nur geringe Aussichten auf eine überdauernde Beziehung hat.
Ein Blick auf aktuelle Statistiken offenbart, mit welchen Meinungsverschiedenheiten die Deutschen sich hauptsächlich plagen: Das Meinungsforschungsinstitut Forsa fand in einer Umfrage heraus, dass die größten Probleme in einer Partnerschaft vor allem auf abweichenden Freizeitinteressen (28 Prozent), unterschiedlichem Humor (27 Prozent) und ungleicher Arbeitsverteilung im Alltag (24 Prozent) beruhen.
Es erscheint logisch, dass solche Themen, bleiben sie unangesprochen, für Dauer-Zündstoff in einer Beziehung sorgen. Allerdings ist auch klar, dass es, falls diese Probleme gar nicht mehr als Problem wahrgenommen werden, ein Zeichen für mangelndes Interesse am Partner sein kann, kurzum: Das Paar hat sich bereits so auseinandergelebt, dass es schlichtweg egal ist, was der andere denkt, fühlt und tut.
Die konstruktive Auseinandersetzung ist also der Schlüssel für eine gelungene und dauerhafte Beziehung. Aber wie funktioniert eine solche »Streitkultur«? Wie streitet man, ohne den anderen zu verletzen, ohne ihn in der Integrität seiner Person anzugreifen? In »Hast du mal Zeit für einen Streit?« zeigt der Psychologe Dr. Allan Guggenbühl, wie Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Bedürfnisse fair und vor allem gewinnbringend für die Partnerschaft in einem Streit richtig verhandelt werden können. Konstruktiv und kultiviert statt destruktiv und primitiv.
»Hast du mal Zeit für einen Streit?« bei Jokers
25.05.2011, 20.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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