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Wenns im Kino richtig knallt

Manche Filme sind so explosiv, dass sie regelrecht in die Luft gehen. Das liegt jedoch nicht an ihrem Inhalt, sondern an den Stoffen, aus denen sie geschaffen sind. Als die Bilder nämlich laufen lernten, bestand das Trägermaterial der Filmstreifen aus Nitrocellulose. Dieses brisante Gemisch aus Salpeter-, Schwefelsäure und Baumwollresten reagiert empfindlich auf Hitze, Stöße und Erschütterung. In Verbindung mit einer heißen Projektionslampe kann es schon mal zu einer Explosion kommen. In der Anfangszeit des Kinos war es keine Seltenheit, dass nicht nur die Bilder liefen, sondern auch das Publikum; nämlich fluchtartig ins Freie, wenn sich wieder einmal eine Filmrolle entzündet hatte. In Paris etwa kam es 1897 während der Weltausstellung zu einem Kinobrand, der 140 Zuschauern das Leben kostete.


Im Grunde hatten die frühen Filme eine Sprengkraft wie TNT und fallen heute unter das Sprengstoffgesetz. Die historischen Streifen dürfen deswegen nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen gelagert werden. In einem Bunker bei Berlin, der zum Bundesfilmarchiv gehört, schlummern hinter dicken Stahlbetonwänden Schätze wie die Werke der Brüder Lumière und der Brüder Skladanowsky, welche unabhängig voneinander und nahezu zeitgleich 1895 den Bildern auf die Beine halfen. Auguste und Louis Lumière taten dies mit ihrem Cinematographen, Max und Emil Skladanowsky mit ihrem Bioscop. Aufgrund technischer Raffinessen setzte sich erstere Apparatur durch. Sie konnte nicht nur aufnehmen, sondern auch abspielen und auf die Leinwand projizieren. Die ersten Filmvorführungen fanden in Varietés, Gaststätten oder Zelten statt. Erst später setzten sich feste Spielstätten durch, Kintopp genannt. Zu sehen gab es kurze Sequenzen mit Alltagsszenen oder kleine Sketche. Bis zu abendfüllenden (Stumm)filmen mit einer richtigen Handlung war es noch ein weiter Weg.


Fratelli_Lumiere.jpgExperimente mit bewegten Bildern gab es schon früh. Bereits im 17. Jahrhundert faszinierten Vorführungen mit der Laterna Magica die Menschen, einer Art handbetriebenem Diaprojektor. Eine Reihe von Bildern, die auf eine Glasplatte gemalt waren, konnten damit an die Wand geworfen werden. 1872 gelangen dem Fotografen Eadweard Muybridge Serienfotografien eines galoppierenden Pferdes, die mittels eines speziell entwickelten Vorführgerätes, dem Zoopraxiskop, auf die Wand projiziert werden konnten; die vielen Einzelbilder ergaben die Illusion einer Bewegungsabfolge. Der Durchbruch in Sachen Film gelang dem Erfinder Thomas Alva Edison. Er führte 1893 nicht nur den 35mm-Filmstreifen auf Zelluloidbasis mit seitlicher Perforation ein, sondern entwickelte auch ein Aufnahme- sowie ein Abspielgerät, den Kinetographen und das Kinetoskop. Letzteres war eine Art Guckkasten, in dem man die Filme betrachten konnte. Die Brüder Lumière waren es dann, die beide Funktionen in einem Gerät zusammenbrachten und mit einer Projektionsmöglichkeit versahen: Das moderne Kino war geboren. Und seit man in den 1930er-Jahren von Nitrofilmen auf so genannte Sicherheitsfilme aus Acetat umstieg, musste man beim Kinogang nicht mehr um Leib und Leben fürchten.


Explosive Filme finden Sie auch bei Jokers aber garantiert ungefährlich für die Gesundheit:


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Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



Bild: Auguste Lumière und Louis Lumière/wikimedia

22.03.2012, 14.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bulldogliebe: Leo, Traudl und der Lanz

Leo liebt Traktoren, ganz besonders die von Lanz. Davon hat er eine stattliche Sammlung in seinem liebevoll gepflegten Museum im niederbayerischen Mitterrohrbach. Und weil er die Schnauferl des legendären Mannheimer Landmaschinenherstellers gar so sehr in sein Herz geschlossen hat, heißt Leonhard Speer bei allen nur »Lanz Leo«. Weit hat er es in seinem Leben noch nicht über sein Dörfchen hinausgebracht. Meist kommt die Welt zu ihm. Denn seine einzigartige Lanz-Sammlung zieht scharenweise Technikbegeisterte und Treckerfreunde aus Nah und Fern an. Als der Lanz-Leo eine Einladung zu einem Landwirtschaftsfest in Italien erhält, zögert er nicht lange und macht sich mit seiner Traudl auf den Weg, in einem Lanz-Bulldog Baujahr 1937.


Was Leo, Traudl und der Lanz unterwegs erleben, ist sehenswert, nicht nur für Bulldog-Fans. Ein Kamera-Team des Bayerischen Rundfunks begleitete das schräge Trio auf seiner Reise vom tiefsten Bayern über die Alpen bis ins italienische Hinterland. Dort, in San Biagio, bereitete man dem Lanz Leo und seinem Tross einen begeisterten Empfang. Niemand hatte so recht daran geglaubt, dass das altertümliche Gefährt die strapaziöse Tour überstehen würde. Und auch für Leo und Traudl war der zweiwöchige Trip kein Spaziergang. Über 750 Kilometer zuckelten sie mit einer Höchstgeschwindigkeit von 23 Stundenkilometern in dem historischen Traktor mit offener Kabine, einen kleinen Wohnwagen angehängt, durch die Lande.


Obwohl Leo und Traudl nur niederbayerisch sprechen, gab es nie Probleme mit der Verständigung, schon gar nicht in Italien. Mit dem alten Lanz erregten sie überall Aufsehen und eroberten mit ihrer offenen Art die Herzen im Flug. So wurde die Suche nach Schweröl für ihr Gefährt zum spontanen Volksfest am Straßenrand. Leo und Traudl sehen zum ersten Mal das Meer, entdecken den Espresso, werden in ein Schloss eingeladen und gönnen sich in Venedig eine Gondelfahrt. Und ja, sie entdecken aufs Neue Ihre Zuneigung zueinander, denn in all den Jahren des Zusammenlebens fühlte sich Traudl aufs Abstellgleis geschoben. Bei ihrem Leo kamen zuallererst immer die Traktoren. Nun weiß er wieder, was er an ihr hat und sie an ihm!


Ein herrlich skurriles Bulldog-Roadmovie mit drei liebenswerten Charakteren: dem Leo, der Traudl und dem Lanz.


Wer den Lanz Leo besuchen mag, hier gehts lang:


www.lanz-leo.de


Und hier gibts alle 21 Teile der legendären Italien-Reise auf DVD:


DVDs "Lanz Leo - Ein Bulldog Road Movie" bei Jokers


Noch mehr über Lanz-Bulldogs bei Jokers


Und über andere Schlepper-Legenden:


Buch "Traktoren" bei Jokers


Jahrbuch Traktoren 2012 bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



06.03.2012, 09.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Von einem, der auszog, das Glück zu suchen: Gernstl unterwegs

Er ist gerne unterwegs. Und wer eine Reise tut, der kann bekanntlich etwas erzählen. Frans Xaver Gernstl erzählt Geschichten: vom Unterwegssein, von den Menschen, die er trifft, von Landschaften und allerlei Sehens- und Merkwürdigkeiten. Seit fast 30 Jahren zieht es ihn hinaus. Sein Jagdgebiet ist Deutschland, die Schweiz, Österreich und Südtirol, sein Markenzeichen ist seine Neugierde und Unaufgeregtheit, seine Waffe das Zuhörenkönnen. Stets an seiner Seite: Kameramann Hans Peter Fischer und Tontechniker Stefan Ravasz.


Gernstl.jpgIm knallroten VW-Bus gondeln die Drei durch die Lande auf der Suche nach interessanten Begegnungen; »subventioniertes Rumstrolchen« nennen sie das. Die Frauen und Männer, die sie treffen, sind Menschen, die alle etwas gemeinsam haben, das sie aus der Masse hervorhebt: Sie haben eine Leidenschaft, ein Hobby, einen ungewöhnlichen Beruf, kurz irgendetwas, das sie mit Herzblut tun.


Gernstl trifft markige Originale und Weltverbesserer, Philosophen und Lebenskünstler: eine Märchenparkchefin, einen Sargbauer, eine Hutmacherin, einen Wünschelrutengänger, einen bayerisch-indischen Guru Das Gernstl-Team wird zu Knödeln und Brotzeit eingeladen, zu Fischbrötchen und Kuchen. Meistens kommen die »drei Jungs« unangemeldet und nutzen den Überraschungseffekt. So wirken die Filmsequenzen authentisch und es ist Spielraum für Improvisation.


Angefangen hat alles 1983, als sich Gernstl und seine Freunde erstmals auf die »Suche nach irgendwas« begaben. Sie waren jung, hatten Zeit und Lust auf Abenteuer. So zogen sie los und suchten »nach den besten Weibern, dem besten Bier und den besten Bratwürsten«, vielleicht auch nach dem Glück. Schöner Nebeneffekt: Es gab Geld für das Rumstrolchen. Denn der bayerische Rundfunk fand Gefallen an den außergewöhnlichen Reportagen und nahm sie ins Dritte Programm auf. Inzwischen sind die Gernstl-Geschichten Kult und haben einen großen Fanclub.


Bei Jokers finden sie die besten Gernstl-Abenteuer auf DVD:


DVD "Gernstl" bei Jokers


DVD "Gernstl unterwegs" bei Jokers


DVD "Gernstls Reisen auf der Suche nach dem Glück" bei Jokers


DVD "Gernstls Deutschlandreise" bei Jokers


DVD Gernstl in den Alpen bei Jokers


Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



22.02.2012, 09.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Was man lesen sollte: Literatur im Kanon

Gehören Sie auch zu den VielleserInnen? Zu denjenigen also, die Bücher geradezu verschlingen, sich durch dicke Wälzer fressen und einen Schinken erst weglegen können, wenn Sie beim hinteren Buchdeckel angekommen sind? Willkommen im Club: Sie befinden sich in allerbester Gesellschaft.


Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki ist schon von Berufs wegen Großkonsument von Drucksachen. Und er hat sich Gedanken gemacht, welche Romane, Gedichte und Essays man gelesen haben sollte. In seinem »Kanon der deutschen Literatur« hat er die 50 besten Werke herausgefiltert. Insgesamt fast 25.000 Seiten und alle hat er sie gelesen!


Künftige Vielleser werden meist schon in jungen Jahren auffällig: Heimliches Lesen timeMinute0Hour0nachts unter der Bettdecke im Schein der Taschenlampe ist ein sicheres Anzeichen für das »Laster«. Zu schön ist es doch, mit einem spannenden Buch Raum und Zeit zu vergessen.


Als bibliophiler Mensch sollte man über eine geräumige Wohnung mit viel Stellfläche für Bücherregale verfügen, denn hartgesottene SchmökerianerInnen trennen sich nur ungern von ihren Schätzen. Das Ende vom Lied: Es werden immer mehr Druckwerke und die belegen nicht nur etliche Raummeter Regalfläche, sondern wiegen auch eine Kleinigkeit. Es soll in den Behausungen manch chronischer BüchersammlerInnen schon Probleme mit der Statik gegeben haben...


Falls bei Ihnen der Platz knapp, die Literaturleidenschaft dafür groß ist, habe ich einen Vorschlag: die schönsten deutschen Erzählungen in der Hörbuchversion auf 40 CDs, ausgewählt und kommentiert von Marcel Reich-Ranicki!


Hörbuch "Der Hörkanon" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



10.02.2012, 15.33 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das gefährliche Königreich

Tolkien_1916.jpgAm 3. Januar wäre er 120 Jahre alt geworden: John Ronald Reuel Tolkien wurde am 3.1.1892 in Bloemfontein (Südafrika) geboren, am 2.9.1973 starb er in Bournemouth.


Zweifelsohne ist sein berühmtestes Werk »Der Herr der Ringe«. Es eroberte die Bestsellerlisten und wurde auch als Verfilmung ein Kassenschlager. Über J.R.R. Tolkiens Hauptwerk lässt sich nicht streiten. Er gilt als Wegbereiter der modernen Fantasy-Literatur, seine Phantasiewelt Mittelerde stattete er mit einer umfangreichen Mythologie und mehreren selbst erfundenen Sprachen aus. Die solide Basis für Tolkiens Geschichten bildet seine berufliche Beschäftigung mit mittelalterlicher Sprache und Literatur. Einige seiner Werke und Gedichte gründen auf mittelalterliche Vorlagen. Für den studierten Sprach- und Literaturwissenschaftler richtete die Universität Leeds im Jahre 1924 eigens eine Professur für englische Sprache ein, 1925 wurde er zum Rawlinson und Bosworth-Professor für Angelsächsisch in Oxford gewählt.


Vielleicht stutzen Sie bereits: Tolkien verfasste auch Gedichte? Ja, so ist es und alle, die den Herrn der Ringe kennen, sind auch bereits mit einigen der schönsten vertraut. Erinnern Sie sich:


Three Rings for the Elven-kings under the sky,

Seven for the Dwarf-lords in their halls of stone,

Nine for Mortal Men doomed to die,

One for the Dark Lord on his dark throne

In the Land of Mordor where the Shadows lie.

One Ring to rule them all, One Ring to find them,

One Ring to bring them all and in the darkness bind them

In the Land of Mordor where the Shadows lie.


Auf Deutsch:


Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,

Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,

Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,

Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.


Auch in anderen Erzählungen ist die phantastische Poesie Tolkiens deutlich spürbar. Er verfasste sogar eine Ballade, in der er von den Abenteuern Tom Bombadils erzählt!


Tolkiens Gedenken zu Ehren haben wir ein Hörspiel ins Programm aufgenommen, auf dem zahlreiche seiner Geschichten zum Schwelgen einladen: »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« heißt die Sammlung aus sieben CDs.


Der Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher Gert Heidenreich liest die poetischen Gedichte aus dem Roten Buch. Er verzaubert mit eben jener Ballade von Tom Bombadils Abenteuern. Der deutsche Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen entführt uns in die Welt des kleinen Hundes "Roverandom", die Geschichte von "Bauer Giles" erzählt Hans Paetsch, der als Schauspieler, Regiesseur und Synchronsprecher berühmt wurde. Achim Höppner, dessen Stimme ebenfalls aus Film, Funk und Fernsehen bekannt ist, war bereits die deutsche Synchronstimme von Gandalf im Herrn der Ringe. Im Hörbuch »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« liest er die magische Geschichte von einem Jungen, der den "Elbenstern" findet.


Als Sonderausgabe finden Sie dieses umfangreiche Hörspiel für weniger als 17 Euro bei uns im Angebot!


Hörbuch "Geschichten aus dem gefährlichen Königreich" bei Jokers


Bild: J. R. R. Tolkien/wikimedia

01.02.2012, 16.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schultze auf der Suche nach dem Blues und dem Glück

Ein Mann wie ein Berg: Schultze (Horst Krause) ist groß und breit, steht wie ein Fels in der Brandung. An ihm prallt die Unbill des Lebens einfach ab, könnte man meinen. Doch so einfach ist es nicht. Schultze hat das Leben arg gebeutelt: als Bergarbeiterkumpel vorzeitig in den Ruhestand versetzt, ein einsamer Wolf ohne Familie und gesund ist er auch nicht. Mit seinen Kumpels, ebenfalls Vorruheständler, stellt er die personifizierte Trostlosigkeit dar. Ein Leben im tristen anhaltinischen Ort Teutschenthal zwischen Kneipe, Schrebergarten, Angeln und dem Volksmusikverein.


425436_original_R_K_by_Michael Hirschka_pixelio.de.jpgSeine Liebe zur Musik ist es schließlich, die ihn ausbrechen lässt aus diesem trostlosen Dasein. Von der traditionellen Polka, die er gewöhnlich seinem Akkordeon entlockt, findet er zum Zydeco, dem wilden, ungezügelten Südstaaten-Sound aus Louisiana. Die für ihn völlig neuartige Musik lässt ihn aufbrechen, innerlich; und äußerlich, nämlich in die USA. Für einen wie ihn geradezu tollkühn, macht er sich auf eine Reise in den tiefen Süden der USA, immer auf der Suche nach »seinem« Lied, einem Zydeco-Song, den er in einer schlaflosen Nacht im Radio hörte. Sofort war er elektrisiert.


Schultze, der Mann ohne Vornamen, lernt bei seinem Trip nicht nur faszinierende Menschen und andersartige Musik kennen, er entdeckt auch Seiten an sich, von denen er nichts geahnt hatte, wenn er sich beispielsweise kurzerhand ein Boot »organisiert« und damit den Mississippi hinunterschippert. Schließlich findet er nicht nur »sein« Lied, sondern auch eine Frau und letztendlich seinen Frieden.


Weit entfernt von jeglichem Selbstfindungskitsch schildert »Schultze gets the Blues« den Auf- und Ausbruch eines Mannes aus dem Sumpf aus Langeweile, Perspektivlosigkeit und Einsamkeit. Wohltuend wortkarg siedelt Horst Krause (geb. 1941) seinen Schultze an zwischen bodenständiger Schwere und anarchischer Fröhlichkeit. Ein wunderbar langsamer, lakonischer Film unter der Regie von Michael Schorr aus dem Jahr 2003, gedreht an Originalschauplätzen in Sachsen-Anhalt, Texas und Louisiana. Geschickt mischt Schorr, der ursprünglich aus der Dokumentarfilmerei stammt, Fiktion und Realität, bezieht die Menschen aus den Regionen in Deutschland und den USA mit ein und lässt Laien neben Profis auftreten. Sein brillant-skurriles Roadmovie ist auch ein spannender Ritt durch archaische Musik-Folklore: von erdenschwerer deutscher Polka und Blasmusik über alpin-amerikanisches Jodeln und tschechischen Band-Sound bis hin zum ausgelassenen Cajun und Zydeco.


Unbedingt anschauen und mitreißen lassen!


DVD "Schultze gets the Blues" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger


Bild: Saxophon © Michael Hirschka/www.pixelio.de




21.12.2011, 15.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Großes Kino für ein kleines Dorf: »Die Scheinheiligen«

Ein winziges Nest im idyllischen Oberbayern soll eine prächtige Zukunft bekommen, wenn es nach dem Dorfchef und seinen Spießgesellen geht. Sie malen sich die Zukunft für ihr kleines Reich Daxenbrunn rosig aus: mit Grillstation samt eigenem Autobahnzubringer. Das soll Besucher in den verschlafenen Flecken locken und damit Geld bringen. Eigentlich alles ganz einfach, sollte man meinen, schließlich stecken die relevanten Entscheidungsträger unter einer Decke: der Bürgermeister, der Landrat, der Lehrer und der Pfarrer.


Doch sie haben die Rechnung ohne die Bäuerin Magdalena Trenner (Maria Singer) gemacht. Der nämlich gehört eines der Grundstücke, ohne das die kühnen Fortschrittsträume nicht zu verwirklichen sind. Magdalena ist ebenso alt wie stur. Sie denkt gar nicht daran, ihre Wiese für den Autobahngrill zu opfern und beantwortet Anfragen gerne auch mal mit dem Schießeisen.


Unerwartete Unterstützung erhält die renitente Greisin von zwei schrägen Typen: dem Asylbewerber Theophile (Michael Emina) und dem Schnitzer Johannes (Johannes Demmel). Ersterer wird kurzerhand auf Magdalenas Hof einquartiert, weil sich niemand um ihn kümmern will und der Bürgermeister somit das leidige Asylantenproblem vom Hals hat. Letzterer sucht eine Bleibe, weil er einen Auftrag im Dorf zu erledigen hat; einen heiklen Auftrag: Heiligenfälschung für den Pfarrer.


Und so schließt sich der Kreis. Irgendwie hat jeder etwas mit jedem zu tun, es laufen Intrigen und krumme Geschäfte und alle haben Dreck am Stecken bzw. eine Leiche im Keller. Im Dorf stehen sich zwei Lager gegenüber: die Fortschrittsliga um den Bürgermeister, eskortiert von zwei chaotischen Provinzpolizisten; und die bunte Truppe um die bauernschlaue Magdalena, die tatkräftige Unterstützung von den örtlichen Pfadfindern erhält. Es kommt, wie es kommen muss, schließlich zum Show-down und der geht erfreulicherweise gut aus, soviel sei verraten.


Regisseur Thomas Kronthaler ist mit seinem bitterbösen und urkomischen Werk ein cineastisches Kleinod gelungen: eine skurrile Mischung aus Heimatfilm, Komödie und Western. Mit einem Minimalbudget filmte er an Originalschauplätzen seines Heimatortes Daxenbrunn und persifliert dabei den realen Bau einer McDonalds-Filiale am Irschenberg. Herausgekommen ist eine herrlich satirische Bauernposse mit der unvergessenen Maria Singer (1914 - 2003) in einer Paraderolle als knurrige Altbäuerin, einer ihrer letzten großen Filmauftritte. Kronthalers Filmdebut aus dem Jahr 2001 diente übrigens Marcus H. Rosenmüller nach eigene Aussagen als Vorbild für seinen Erfolgsfilm »Wer früher stirbt ist länger tot«. Beide Filme finden Sie bei Jokers auf DVD zum vergnüglichen langen Kino-Abend!


DVD "Die Scheinheiligen" bei Jokers


DVD "Wer früher stirbt ist länger tot" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



19.12.2011, 14.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Warum tun wir so oft nicht, was wir wollen?

Immer wieder treffen wir auf ihn unseren kleinen inneren Diktator, auch schlechtes Gewissen genannt: Die Mousse au chocolat war halt doch verlockender als der Obstsalat. Statt Gitarre zu spielen haben wir mal wieder zu lange im Internet gesurft! Und den Spanisch-Kurs am Wochenende werden wir angesichts des schönen Wetters wohl schwänzen...


Tja warum tun wir so selten, was wir uns vorgenommen haben? Das fragte neulich der renommierte Hirnforscher Manfred Spitzer in einem Vortrag. Ergebnis: Es fehlt uns an Selbstkontrolle. Aber, so die gute Nachricht des Arztes und Philosophen: Selbstkontrolle kann man lernen. Und wer sie schon mit vier Jahren beherrscht, hat die besten Voraussetzungen, um später gebildet, reich und erfolgreichzu sein. So was hört man doch gerne!


Sie nicht? Sie konnten schon mit vier Jahren keinem Schokostück widerstehen und essen auch heute noch gleich die ganze Tafel auf? Keine Panik! Selbstkontrolle lässt sich auch im fortgeschrittenen Alter trainieren wie ein Muskel. Und wie? Am besten durch Spielen!


Geeignet sind Fingerspiele, Umdenk-Lieder wie Drei Chinesen mit dem Kontrabass oder Auf der Mauer, Kuchen backen (NICHT vom Teig naschen!), Klavier spielen u.v.m. Wissenschaftler um Prof. Manfred Spitzer und der Spiele-Hersteller HABA haben jetzt ein Spiel- und Lernprogramm zur Förderung exekutiver Funktionen entwickelt: "Fex" (www.znl-fex.de) - für Menschen zwischen vier und 99 Jahren.


Also raffen Sie sich auf und spielen Sie doch wieder mal öfter. Das schult nicht nur Ihre Selbstkontrolle, sondern macht auch noch Spaß! Und vielleicht erfreuen Sie sich dank Ihrer gesteigerten Willensstärke schon bald an einer besseren Figur...


Fex-Aktionsspiel Burg Drachengold

DVD "Warum tun wir so oft nicht was wir wollen?" bei Jokers


 


26.10.2011, 10.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Frost / Nixon

Als einer der »besten Polit-Thriller aller Zeiten«, als »gnadenloses Psycho-Duell« wurde der Film des Oscar-Preisträgers Ron Howard »Frost / Nixon« gefeiert: Zu Recht, wie ich meine. Ich habe ihn zwar damals im Kino verpasst, aber mal ehrlich: Gibt es heutzutage eine angenehmere Art, sich einen grandiosen Film anzusehen, als zuhause auf DVD? Nicht nur, dass ich dann Pause machen kann, wann ich will, sondern ich kann mir auch die Szenen, die ich für besonders bedeutsam halte, so oft ansehen, wie ich will. Und »Frost / Nixon« hat gleich mehrere solcher Szenen.


Die Handlung ist zwar komplex, aber schnell erzählt: Im Sommer 1977 gelingt es dem britischen Talkmaster David Frost, der seine angeschlagene Karriere als Polit-Journalist wieder etwas aufpolieren will, Richard Nixon nach seiner Amtsenthebung als Folge des Watergate-Skandals zu einer exklusiven Interview-Serie zu überreden. Es ist nicht nur die formidable Gage, sondern auch die Hoffnung, sich vor Millionen Zuschauern politisch und persönlich rehabilitieren zu können, was Nixon zur Zustimmung veranlasst - ganz im Gegensatz zu Frost, dem es darum geht, Nixon öffentlich zu demontieren. So kommt es zu diesem einzigartigen Duell.


In zwölf TV-Interviews versucht Frost, Richard Nixon alias "Tricky Dick", der sich nie zu einem öffentlichen Schuldeingeständnis durchringen kann, gnadenlos zu demaskieren. Nixon unterschätzt Frost anfangs gewaltig. Ein Misserfolg der Interviews bzw. seiner Strategie würde Frost finanziell ruinieren und seiner Karriere das Ende bereiten, während Nixon die letzte Chance, seinen Ruf, seine Ehre und historische Bedeutung zu retten, unbedingt nutzen will. 45 Millionen Amerikaner verfolgten damals den Kampf der Kämpfe vor dem Fernseher.


Frank Langella und Michael Sheen übernehmen die Rollen der beiden Gegner im Film: Wir haben das Meisterwerk der Eloquenz nun auf DVD.



»Frost / Nixon« auf DVD bei Jokers

Bild: Frost/Nixon / wikimedia commons



17.08.2011, 18.13 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Immer wieder Tannhäuser

Richard_Wagner_by_Caesar_Willich_ca_1862.jpgDie Bayreuther Festspiele 2011 starteten am Montag, den 25. Juli mit der Premiere von Richard Wagners "Tannhäuser" -  auffällig inszeniert von Regisseur Sebastian Baumgarten. Es war das Debüt auf dem Grünen Hügel von Regisseur Sebastian Baumgarten und Dirigent Thomas Hengelbrock. Aus der Wartburg wurde ein Fabrikgebäude mit Biogasanlage, Alkoholator und Containern; der Venusberg glich einem Gefängnis, das von Puppen in Spermakostümen umtanzt wurde. Während der Festspielchor Ovationen erhielt, wurden für die Inszenierung viele Buh-Rufe laut - so entfremdet, so modern mag mancher Festival-Besucher dann Richard Wagner doch nicht.


Es ist jedoch kaum zu erwarten, dass die Debatte um die Tannhäuser-Inszenierung dazu beträgt, dass die heiß begehrten Tickets für die Festspiele nun leichter zu erwerben wären -  eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Ich selbst habe es erst einmal geschafft, die Festspiele besuchen zu können - vor vielen, vielen Jahren, ebenfalls zu einer Tannhäuser-Aufführung.


Kennen Sie die Geschichte um den Sängerkrieg zur Wartburg, die Richard Wagner zu meisterhaft vertonte? Zu Beginn des Werks befindet sich Tannhäuser im Venusberg, dem Hörselberg bei Eisenach, eine durch und durch der Sinnlichkeit geweihte Welt -  Traum aller Irdischen. Tannhäuser jedoch ist des Genusses überdrüssig und ignoriert die Warnungen der Venus, die prophezeit, dass die Menschen Tannhäusers Verweilen bei der heidnischen Liebes-Göttin nie verzeihen würden: In der Menschenwelt fände er nie sein Heil. Tannhäuser jedoch bleibt bei seinem Entschluss und ruft Maria an: »Mein Heil ruht in Maria!« So versinkt die Welt der Venus, und Tannhäuser »erwacht« bei Thüringen am Fuße der Wartburg.


Tannhäuser will, um das Herz der Nichte des Landgrafen zu erobern, an einem Sängerwettbewerb teilnehmen: Elisabeth ist eine von vielen Rittern begehrte Frau. Beim Sängerfest muss jeder Teilnehmer ein Lied über die Liebe bzw. den Eros vortragen. Tannhäuser verrät, dass er selbst im Venusberg war und wird daraufhin vom Fürsten verdammt, da der heidnische Glaube verpönt war. Nur auf Fürsprache Elisabeths wird Tannhäuser gestattet, als Pilger nach Rom Buße zu tun und um Vergebung zu bitten. Doch der Papst versagt Tannhäuser die Vergebung: »Wie dieser Stab in meiner Hand nie mehr sich schmückt mit frischem Grün, kann aus der Hölle heißem Brand Erlösung nimmer dir erblühn.« Elisabeth opfert sich für Tannhäusers Erlösung. Als Tannhäuser stirbt, bittet er mit seinen letzten Worten Elisabeth um Hilfe bei Gott und der Priesterstab erblüht auf wundersame Weise: »Den dürren Stab in Priesters Hand hat er geschmückt mit frischem Grün« - ein Zeichen, dass Gott selbst Tannhäuser Erlösung gewährte.


Ist diese Sage nicht zauberhaft? Den »Tannhäuser« finden Sie neben zahlreichen anderen Orchesterwerken Richard Wagners auf unserer Doppel-CD »Richard Wagner Orchesterwerke«. Vor welchem Bühnenbild, der Wartburg oder einem Fabrikgelände sie den großartige Mythos in ihrer Fantasie stattfinden lassen, liegt an Ihnen!


»Richard Wagner Orchesterwerke« bei Jokers


Bild: Richard Wagner / wikimedia commons


15.08.2011, 17.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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