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in Tagen: 1943
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: HÖR-Bar
Fragen und Antworten zu Thomas Mann
Schon früher hatte ich mir die Frage gestellt, wer Thomas Mann als Privatmensch, als Vater war? Entlang dieser Frage habe ich mich auch mit Golo Mann, einem seiner Söhne, beschäftigt. Er ist mit seinen Werken über die Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (1958) und Wallenstein (1971) bekannt geworden. Den Wallenstein habe ich vor vielen, vielen Jahren mal begonnen zu lesen, doch irgendwann brach ich ab. Die drei Bände harren immer noch ihres Lesers.Am 27. März 1909 wurde Golo in München geboren. Somit würde er diesen Monat seinen 100. Geburtstag feiern! Golo Mann verstarb nach einem bewegten Leben am 07. April 1994 in Leverkusen. Bereits im Jahre 1933 emigrierte er mit seiner Familie nach Frankreich, um von dort 1940 in die USA zu fliehen. Ab 1943 war er amerikanischer Staatsbürger und trat in die Army ein, im April 1944 ging er als Radio-Kommentator nach London. Dort arbeitete er für die deutschsprachige Abteilung der American Broadcasting Station in Europe. Im Frühjahr 1946 verließ er die Army und begann sich historischen Studien zu widmen.
Wie war es für Golo Mann, einen Vater zu haben, der wohl latent homosexuell veranlagt war? Wie war es, einen Vater zu haben, der im französischen Exil eine Depression durchzustehen hatte? Wie war er, der berühmte Autor Thomas Mann, wenn er nicht im Rampenlicht stand? Die beiden Audio-CDs „49 Fragen und Antworten zu Thomas Mann“ haben mir die eine oder andere Antwort auf meine Fragen gegeben.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 26.03.2009, 20.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die weiße Rose
Es gibt zahlreiche Filme, die den
Widerstand im Nationalsozialismus behandeln. Gerade verzeichnete
„Operation Walküre“ einen großen Kinoerfolg. Manchmal vergisst man bei
so vielen Action-Bildern aus Hollywood, dass hinter dem
Leinwandspektakel reale Geschichten stecken: Leidens- geschichten von
Menschen, die in ihrem verzweifelten Versuch, Hitlers Regime zu
stoppen, ihr Leben ließen.Die wohl bekanntesten Widerstands- kämpfer Bayerns waren die Geschwister Hans und Sophie Scholl. Sie erreichten als Mitglieder und führende Köpfe der Weißen Rose, einer Münchener Studentengruppe, eine traurige Berühmtheit. Während des Zweiten Weltkriegs waren sie im Untergrund-Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv. Mit Flugblättern versuchten sie gegen den Krieg und die Hitler-Diktatur vorzugehen. Und sie gaben ihr Leben in diesem Kampf.
Hans und Sophie Scholl wurden am 18. Februar 1943 beim Auslegen von Flugblättern an der Münchner Universität von dem Hausmeister Jakob Schmid entdeckt und denunziert. Bereits am 22. Februar 1943 hat sie der Volksgerichtshof zum Tod verurteilt. Noch am selben Tag tötete man sie im Gefängnis München-Stadelheim durch die Guillotine.
Michael Verhoeven übernahm die Regie der Verfilmung der „Weißen Rose“: Ohne aufdringliche Hollywood-Kunsteffekte erzählt dieser Film die tragische und doch hoffnungsträchtige Geschichte der Geschwister Scholl.
Jokers 07.03.2009, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Wo zunehmen nicht schaden kann
Jedes Frühjahr ist es dasselbe: Meine Frau und ich wälzen Reisekataloge, um unser nächstes Urlaubsziel auszu- suchen. Ich bin für einen gemütlichen Strandurlaub, sie würde ganz gerne aktiv werden und zum Beispiel viele Bergtouren machen. Und jedes Jahr neckt sie mich mit dem alten Scherz: Sie kneift mich in den Bauch, der nach den vielen Feiertagen NATÜRLICH ein wenig weicher geworden ist, und schmunzelt: „Na, mit diesem Bäuchlein kannst du dich do eh nicht in eine Badehose zwängen – da fehlt noch viel zur Strandfigur!“Worauf wir uns dieses Jahr einigen, ist noch nicht raus. Aber das Problem mit der etwas weicheren Taille ist natürlich auch noch nicht gelöst. Also stibitze ich wieder die diversen Frauenmagazine meiner Frau und blättere nach, welches Gemüse die wenigsten Kalorien hat, welche Vitamine gleichzeitig Fett schmelzen lassen und was die einfachste Crash-Diät ist. Ich werde dann auch die eine oder andere Blitz-Magerkur ausprobieren und spätestens am dritten Tag übel gelaunt das Handtuch werfen.
Dann werde ich mich darauf besinnen, dass ich eben keine 20 mehr bin und dass in meinem Alter ein Waschbär- statt einem Waschbrettbauch durchaus auch attraktiv sein kann. Bilde ich mir einfach mal ein. Und dann werde ich mich wieder dem widmen, was mir gut tut und meine Laune gleich um 100 Prozentpunkte steigen lässt: Ich gönne mir philosophische Vitamine. Als Audio-CDs. Denn hier lesen Theo Roos, Elke Heidenreich und Alan Bangs die schönsten Schmankerl und Leckerbissen aus der philosophischen Delikatessenküche der letzten Jahrhunderte. Auf dem Gebiet zunehmen kann nicht schaden. Bon appétit!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 03.03.2009, 16.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Effi Briest lässt mir keine Ruhe
Ich muss noch einmal auf „Effi Briest“ zu sprechen kommen. Sie gehört zu meinen Lieblingsromanen, obwohl ich das Fontane-Werk in der Schule lesen musste. Ein junges Mädchen aus guter Familie heiratet den deutlich älteren Baron Innstetten, einen früheren Verehrer ihrer Mutter, und zieht mit ihm in die Provinz nach Hinterpommern. Während er dort als Landrat arbeitet, ist die noch immer kindliche Effi oft allein in ihrem großen Haus, in dem es ihr zu spuken scheint. Nicht wirklich glücklich an der Seite ihres spröden Ehemannes, lässt sie sich auf eine heimliche Affäre mit Major von Crampas ein. Erst Jahre später - die Affäre ist längst vorüber, das Ehepaar Innstetten lebt mit Tochter in Berlin, Effi fühlt sich in der pulsierenden Großstadt endlich wohl – entdeckt Baron Innstetten verräterische Briefe, fordert Crampas zum Duell und tötet ihn dabei. Effi wird von Ehemann und Eltern verstoßen, lebt mit ihrer Haushälterin in einer kleinen Wohnung und darf die Tochter erst nach Jahren wieder sehen. Als sie dabei erkennt, dass sich das Kind völlig von ihr entfremdet hat, schwindet jeglicher Lebensmut. Effi stirbt, wie man so sagt, an gebrochenem Herzen.Ein Buch, das nicht nur den oft absurden preußischen Ehrenkodex, sondern auch die Männer, die ihn gegen besseres Wissen anwenden, in die Mangel nimmt. So richtig gut kommen wir Männer bei Fontane ja oft nicht weg … Und in „Effi Briest“ bezahlt die Frau mit dem Leben. Vielleicht erschien das der Regisseurin Hermine Huntgeburth nicht mehr zeitgemäß. Jedenfalls kommt Effi in ihrer Neuverfilmung des Stoffes nicht nur mit dem Leben davon, sondern geht emanzipiert und zielstrebig in ihre eigene selbstbestimmte Zukunft. Der Kinofilm ist frisch angelaufen und wie Julia Jentsch (bekannt aus „Die fetten Jahre sind vorbei“ und „Sophie Scholl - Die letzten Tage“) die Effi spielt und Sebastian Koch ihren Ehemann Baron Innstetten, das werde ich mir auf jeden Fall ansehen. Dass Effi Briest nun in einer Leihbücherei arbeitet – nun ja, das ist nichts für Literatur-Puristen, aber schauen wir mal … Pur und garantiert ohne modische Änderungen finden Sie bei uns preiswerte Ausgaben des Originals als Buch und Hörbuch.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 01.03.2009, 16.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Lieben Sie feine Ironie?
50 Jahre völlig in Vergessenheit geraten, wurde man auf Sándor Márai aufmerksam, als sein Roman „Die Glut“ 1999 in einer Neuübersetzung auf Deutsch erschien. Eine tragische Dreiecksbeziehung voller Leidenschaft, Verrat , Treue und Stolz und ein großer Erfolg auf dem Buchmarkt. Márais wichtigste Werke sind inzwischen alle auf Deutsch erhältlich.
Auch Imre Kertész gehört vor allem mit seinem „Roman eines Schicksallosen“ – der Schilderung seiner KZ-Erlebnisse – zweifellos zu den großen europäischen Schriftstellern. Eine Liebeserklärung an das Leben ist Antal Szerbs „Reise im Mondlicht“, auf der ein junger Mann während der Hochzeitsreise seine frisch angetraute Frau am Bahnhof vergisst – ein witziges, melancholisches und auf altmodische Weise charmantes Buch. Wer sich einen 800-Seiten-Wälzer zutraut, dem sei „Verlockung“ von János Székely empfohlen: eine ebenso schillernde wie realistisch-traurige Schilderung Ungarns in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, in denen Liftboy Béla zum Günstling einer reichen Frau wird.
Eines steht fest – einen Hauch von Melancholie muss man vertragen können, wenn man sich diesen Autoren nähert, aber: Es lohnt sich! Wer ein Faible für feine Ironie, Untertöne und poetisches Erzählen hat, wird sich für diese ungarischen Autoren begeistern. Als Einstieg empfehle ich: Lassen Sie sich doch einfach einmal etwas vorlesen und lauschen den Hörbüchern:
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 12.02.2009, 08.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Geschichte leicht gemacht
34 bekannte Stimmen, darunter Michael Mendl, Peter Fricke oder Friedrich Karl Praetorius, untermalt von schönster Orchestermusik und tollen Klangeffekten ziehen mich immer wieder sofort in ihren Bann. Fürwahr eignet sich Ecos großartiges Mittelalterepos um den lügenbegabten Bauernjungen Baudolino bestens für die Umsetzung als großformatiges Hörspiel. Wie von Eco nicht anders zu erwarten, ist der Roman bis oben hin gefüllt mit historischen Ereignissen, Anspielungen und Erklärungen.
So löst der Lügner Baudolino darin viele von der Geschichtsschreibung unbeantwortet gelassene Rätsel des 12. Jahrhunderts. Man erfährt zum Beispiel, warum Karl der Große heilig gesprochen wurde oder wie die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Mailand und danach in den heutigen Kölner Dom kommen konnten.
In Geschichte hatte ich schon immer ein ganz gutes Gedächtnis. Mit diesem Hörbuch kann ich mich nicht nur entspannen, sondern bin nach den vielen Wiederholungen auch voll informiert über König Barbarossa, den Vierten Kreuzzug und und und. Selbst über den Verbleib des Heiligen Grals weiß ich etwas – zumindest aus Baudolinos Sicht.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 08.02.2009, 12.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Reise ins Glück
„Lass nicht zu, dass ein Mensch nach einer Begegnung mit dir nicht ein klein wenig glücklicher ist als vorher“, so oder ähnlich äußerte sich einmal Mutter Theresa. Manchmal sind es nicht nur Begegnungen mit Menschen, die uns ein klein wenig glücklicher machen – manchmal sind es auch Begegnungen mit ganz besonderen Büchern, die es schaffen, ein Leuchten in die Augen zu zaubern.
Dieses Jahr habe ich zu Weihnachten gleich an vier Freunde Ausgaben des Romans „
Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ verschenkt. Weil für mich dieses Büchlein eine eigentlich banale, aber doch tröstende Erleuchtung beinhaltet: Wir sind nicht alleine in unserer Suche nach dem Glück, die mal mehr, mal weniger panisch erfolgt. Wirklich entziehen können wir uns dieser Suche nicht, aber manchmal können wir uns ganz bewusst auf die Reise begeben, um uns selbst ein Stückchen näher zu kommen.
Sie können sich vorstellen, wie ich gejubelt habe, als ich erfuhr, dass „Hectors Reise“ nun als Hörbuch verfügbar ist – auch bei uns! Und jeder, der da einmal hineinhört, wird gefangen werden von dem wunderbaren Zauber, den diese Geschichte ausübt.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 15.01.2009, 13.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Tag der Menschenrechte
Am 10. Dezember wird der „Tag der Menschenrechte“ begangen. Paradox: Braucht man wirklich eine Erinnerung an etwas, was „von Geburt aus“ gegeben sein sollte? „Alle Menschen verfügen von Geburt an über die gleichen, unveräußerlichen Rechte und Grundfreiheiten.“ Heißt es in der Charta der Vereinten Nationen. Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ wurde am 10. 12. 1948 verkündet. Die vollständige Erklärung können Sie auf der UNO-Seite nachlesen:
http://www.unric.org/index.php?option=com_content&task=view&lang=de&id=105
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Das sind die ersten Aussagen der Resolution.
Mit Gewissen begabt... Ein Blick in die internationale Geschichte zeigt, dass das nicht immer zutrifft: Hitler wie Stalin sind wohl mit die furchtbarsten Gestalten. Und sie waren scheinbar nicht mit Gewissen begabt, sind durch ihre Gewissenlosigkeit zu brutalen Diktatoren geworden.
Das Hörbuch „Adolf Hitler - Joseph Stalin, CD“ trägt den Untertitel „Größenwahn ohne Gewissen“. Und auch, wenn Gewaltherrschaften nicht unbedingt ein Thema sind, mit dem man sich abends vor dem Einschlafen beschäftigt, so sollte doch der „Tag der Menschenrechte“ ein Anlass sein, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Wie kann es sein, dass durch die Jahrtausende und Jahrhunderte hindurch der Mensch immer wieder vergisst, dass er mit Gewissen begabt ist?
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 10.12.2008, 07.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL
70 Jahre alt
Er erhielt den PEN/Faulkner-Preis, sein „World´s End“ wurde von den Kritikern hoch gelobt, er gilt als einer der besten Pop-Literaten Amerikas, er wurde im Jahre 1948 in Peekskill geboren. Er ist der Sohn eines Busfahrers und einer Sekretärin. Er machte seinen Abschluss in Englisch und Geschichte an einer State University, nämlich einer Zweistelle der State University von New York in Potsdam. Er umging den Kriegsdienst in Vietnam, indem er als Lehrer an einer Highschool jobbte. Er verfiel den Drogen.
1977 erarbeitete er sich den Doktortitel in englischer Literatur und nahm 1978 einen Lehrauftrag an der Universität South California für Kreatives Schreiben an. Seit 1986 hält er nun eine Professur für Englisch an der Universität South California inne und lebt mit seiner Frau in den Bergen Kaliforniens.
Natürlich haben Sie längst erraten, um wen es sich bei dieser Kurzbiografie handelt: T.C. Boyle beeindruckt mit dieser ungewöhnlichen Lebensgeschichte. Das erste Werk von Boyle, über das ich „stolperte“, war „Drop City“. Seitdem zähle ich mich zu seinen getreuen Lesern.
Am 2.12. wurde er 70 Jahre alt – und speziell zu diesem Anlass haben wir ein Audiopaket ins Programm genommen, das ebenso ungewöhnlich ist wie T.C. Boyle selbst. „Talk Talk“ heißt die Box aus 4 CDs, die Ihnen beinahe 5 1/2 Stunden beste und spannungsgeladene Unterhaltung bringt!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 07.12.2008, 16.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Hollywood trauert
Michael Crichton (geboren am 23. Oktober 1942), der Roman- und Drehbuchautor, dessen Talent Steven Spielberg größer fand „als seine Dinosaurier in ‚Jurassic Park‘“, ist am 4. November im Alter von 66 Jahren gestorben. Seine Werke verkauften sich mehr als 150 Millionen Mal, neben John Grisham und Stephen King gehört er zu den meist gelesenen Bestsellern des Thriller-Genres.Ihm verdankt die Welt Bestseller wie „Andromeda“ (The Andromeda Strain), „Die Gedanken des Bösen“ (Sphere) oder „Beute“ (Prey) und natürlich Kino-Blockbuster wie „Coma“, „Andromeda – tödlicher Staub aus dem All“, „Jurassic Park“ und die Serie „ER – Emergency Room“.
Crichtons großes Talent war es, wissenschaftlich sauber recherchierte Tatsachen in spannende Geschichten zu verpacken. Dabei gerieten meist irgendwelche Experimente aus den Fugen und drohten die Welt zu zerstören.
Man mag ihm vorwerfen, zu populärwissenschaftlich ausgerichtet gewesen zu sein. Spannend waren seine Werke allemal. Und Crichtons Phantasie war schier grenzenlos. Nicht zuletzt deshalb verdanken wir ihm Einblicke in Welten, die wir selbst uns wohl nie träumen hätten können.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 27.11.2008, 12.58 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

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