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Thema: Rund ums Buch

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Billy wird 30!

Stieg LarssonSelbstverständlich machen wir hier keine Werbung für irgendwelche skandinavischen oder sonstigen Einrichtungshäuser. Aber wer Bücher hat, vielleicht wie Sie und ich sogar ein paar mehr, hat auch Bücherregale. Man möchte seine Schätze ja schließlich um sich haben und nicht in irgendwelchen Schränken einsperren.

Seit drei Jahrzehnten jedenfalls dominiert besagtes Regal mit fünf Buchstaben viele Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Bücherstuben, die ich kenne. Es scheint der kleinste gemeinsame Nenner von Bücherverstauern rund um den Erdball zu sein. Ich habe die Angewohnheit, bei Besuchen in fremden Wohnungen mehr oder weniger unverhohlen das Bücherregal in Augenschein zu nehmen. Dabei ist es mir völlig egal, aus welchem Möbelhaus es stammt, ob es beleuchtet ist oder eine kleine Staubschicht hat. Mich interessiert nur der Inhalt.

Ich finde, aus dem, was jemand liest, kann man eine Menge über ihn erfahren. Was ich außerdem spannend finde: Wie ist das Regal sortiert? Nach Genre? Nach Epochen? Gar nicht? Oder vielleicht nach Größe oder Farbe? Mein Freund Götz beispielsweise sortiert nach dem Herkunftsland des Autors. Ich fand das so pfiffig, dass ich diese Methode nun teilweise auch mit großem Vergnügen anwende (in der Belletristik). Sollten Sie Ihr Regal auffüllen wollen, etwa mit Büchern aus oder über Schweden, gibt es hier reichlich Material. Und besonders günstig, versteht sich.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 11.09.2009, 08.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dann doch lieber das Original

König ArthurMeine Frau bekam von ihrer besten Freundin ein Ticket für „Excalibur“ in Kaltenberg geschenkt: eine keltische Rock-Oper, so die Ausschreibung. Die beiden Freundinnen schenken sich gegenseitig zu diversen Anlässen im Jahr immer „Zeit“ – kombiniert mit Karten für Konzerte, Theater, Circus oder dergleichen. „Normalerweise“ gehen sie gerne auf Konzerte von Alt-Rocker, auf diese Weise besuchten sie schon Auftritte von den Rolling Stones, den Ärzten, Mark Knopfler, Joan Armatrading und vielen anderen Stars. Eine „Rock-Oper“ klang da natürlich sehr verlockend.

Die Zusatzaufführung, für die sie Tickets hatten, war ausverkauft. So dauerte es bis gut nach Beginn von „Excalibur“, bis die Publikumsmassen Einlass in das Areal fanden. Doch voller Vorfreude auf die musikalische Verarbeitung des Epos brachte sie das Gedrängel und Geschubse nicht aus der Ruhe.

Selbstverständlich wollte ich von meiner Frau genau wissen, wie „Excalibur“ war. „Nun ja“, entgegnete sie, „eine Rock-Oper war es nicht – eher Kuschelrock mit szenischen Einlagen“. Sie war also etwas enttäuscht von dem Akt. Die Geschichte um Excalibur wäre zu kurz gekommen, meinte sie, auf der anderen Seite wäre es wohl auch schwer, den großartigen Mythos in eine „Rock-Oper“ zu packen. Ihre Enttäuschung kann ich ihr nicht verübeln. Es ist wirklich schwierig, im Theater, im Musical und im Film Lesestoff so zu verarbeiten, dass Fans den Zauber des Buches auch auf der Bühne wieder finden.

Deshalb habe ich mich auf die Suche nach dem „Original“ der König Artus-Sage in unser Lager begeben und bin fündig geworden!

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 11.08.2009, 10.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bücher sind trendy

Bücherleser sind alles andere als langweilig. Der „typische“ Bücherwurm, der sich mit dicker Hornbrille, Bauchansatz, Cordhose und Pullunder lieber im stillen Kämmerlein seinen Büchern widmet und nur selten ins Tageslicht tritt, scheint endgültig Vergangenheit zu sein. Das zumindest ergab eine Untersuchung von TNS Infratest. Das Marktforschungsunternehmen deckte bei der „erlebnisorientierten“ Zielgruppe, die gern Trendsportarten wie Inline, Skateboard und Kickboard betreibt, eine erstaunliche Affinität zu Büchern auf.

Mit 36 Prozent bildet diese Gruppe einen wesentlichen Teil der 14- bis 49-Jährigen. Mehr als die Hälfte, also 51 Prozent davon, lesen laut Untersuchung in ihrer Freizeit mindestens einmal im Monat Bücher. Im Vergleich dazu ist die Gesamtbevölkerung mit 48 Prozent beinahe lesefaul. Der Grund liegt möglicherweise im relativ hohen Bildungsstand: 28 Prozent der Trendsportler hat Abitur oder sogar einen Hochschulabschluss. In der gesamten Bevölkerung sind dies gerade mal 23 Prozent.

Noch ein Vorurteil räumt die Untersuchung somit aus: Dass stylische Base-Jumper, Surfer oder Halfpipe-Springer nur auf Spannung und Spaß aus sind und sich nicht im Geringsten für die leisen Töne des Lebens interessieren. Lesen und Action – wer jemals glaubte, dies passe nicht zusammen, muss jetzt wohl umdenken.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 10.08.2009, 09.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Buch und der Fortschritt




http://www.youtube.com/watch?v=brAlzKHYFnA

Jokers 23.07.2009, 18.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bücher auf Knopfdruck

Stellen Sie sich vor: Sie brauchen dringend ein längst vergriffenes Buch. Sie gehen in Ihre Buchhandlung und lassen sich auf Knopfdruck dieses Buch einfach ausdrucken, schneiden und als Taschenbuch binden. 300 Seiten in drei Minuten.

Utopie? Mitnichten! Eine dieser Wundermaschinen steht bereits in einer Londoner Filiale der Buchhandelskette „Blackwell’s“. Sie soll aussehen wie ein überdimensioniertes Kopiergerät und trägt den Namen „Espresso Book Machine“.

Das „Time Magazine“ erkor die Maschine zur Erfindung des Jahres. In London stehen rund eine halbe Million vergriffener Titel zum Ausdruck zur Verfügung. Meist Werke mit abgelaufenem Copyright. Man bemüht sich jetzt um eine rasante Erweiterung des Angebots.

Viele der Titel, die es bei Jokers gibt, werden bald vergriffen und dann sehr begehrt sein. Darum unsere Empfehlung: Bestellen Sie diese Bücher jetzt auch einfach per Knopfdruck. Drücken Sie den Button „In den Warenkorb“. Das erspart die Reise nach London …

(Geschrieben von Peter Konietschke)

Jokers 22.06.2009, 01.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Geheimnis ihres Erfolgs

Sie gehen weg wie warme Semmeln und sind genauso schnell wie diese in aller Munde: Bestseller. Wenn alle das lesen, was alle lesen, muss mehr dahinter stecken als „nur“ ein gutes Buch: Bestseller bringen zum Ausdruck, was die Menschen bewegt. Ob „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche oder Michael Winterhoffs „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ – Bestseller sprechen dem Volk aus der Seele.

Und das „Beste“ an solchen Bücher ist: Um sie feiern oder kritisieren zu können, muss man sie nicht einmal gelesen haben – zu Körperhygiene und Kindererziehung hat ja jeder was zu sagen.

Das „Blöde“ an Bestsellern: Sie lassen sich nicht wirklich planen – weder von den Verlagen noch von den Autoren. Der Weg, der direkt in die Bestseller-Listen führt, liegt im Dunkeln – und viele bleiben auf der Strecke.

Um einige davon kümmern sich dann diejenigen, die aus Prinzip alles meiden, was alle lesen – die gibt es nämlich auch noch. Und das ist gut so.

(Geschrieben von Kathrin Kirschbaum)

Jokers 06.06.2009, 20.42 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alptraum der Bücherfreunde: Eselsohren und Fettflecken

grauenvollDie meisten Leser gehen ja recht sorgsam mit ihren Büchern um. Da wird vorsichtig umgeblättert. Der Schutzumschlag bleibt Schutzumschlag. Ältere Bestände der Bibliothek werden hin und wieder vom Staub befreit. Wertvolle Titel kommen in die Glasvitrine. So soll es sein.

Ziemlich schräg sind die Bücher-Nutzungsvorschläge des großen Humoristen Heinz Erhardt. Er empfahl Bücher als Instrumente zur Zermalmung lästiger Kerbtiere, als Sitzunterlage für Kleinkinder, denen ein paar Zentimeter zur Suppe fehlen oder gar als Wurfgeschosse bei Auseinandersetzungen älterer Ehepaare.

Haarsträubend sind die Vorschläge des Verlages mixtvision, wie man mit seinem Buch umzugehen hat, das er bewusst „KeinBuch“ nennt: (Bibliophile hören hier auf zu lesen!) Fahren Sie mit dem Rad drüber. Beschmieren Sie es mit Fett. Beträufeln Sie es mit Rotwein. Werfen Sie es aus dem Fenster. Stopp! Ich kann nicht weiter. Lesen Sie selbst: www.keinbuch.com

(Geschrieben von Peter Konietschke)


Jokers 30.05.2009, 20.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Tabuthema

Mit manchen Büchern ist es wie mit Männern“, sagte neulich meine Freundin Susanne. „Sie sehen gut aus, doch wenn man sich dann mit ihnen beschäftigt, sind sie eine einzige Enttäuschung.“

Susanne hatte gerade „Mängelexemplar“ von Sarah Kuttner gelesen und war wütend. Aus persönlicher Affinität zum Thema hatte sie sich das Buch gekauft, in dem die Ex-MTV-Moderatorin Depressionen thematisiert. „Ich bin völlig vorurteilsfrei rangegangen, ohne zu beachten, dass es sich um das Erstlingswerk einer bis dahin literarisch unbeleckten Moderatorin handelte. Auch bissige Vorwürfe, Kuttner würde sich damit nur an den Erfolg ihrer Zeitgenossin Charlotte Roche mit „Feuchtgebiete“ hängen, habe ich gutwillig ignoriert.“

Susanne selbst leidet seit ihrer Jugend unter gelegentlichen depressiven Schüben. Ihren Alltag meistert sie dennoch ohne Schwierigkeiten. Doch das Thema beschäftigt sie immer wieder. Umso heftiger fiel ihre Reaktion auf „Mängelexemplar“ aus.

Meiner Meinung nach sind die Darsteller völlig eindimensional gestaltet. Die inhaltlichen Zusammenhänge werden überhaupt nicht aufgearbeitet. Und die Protagonistin ist eine verzogene Göre, die zwar ihren Job verloren hat. Aber ansonsten besitzt sie alles, was den meisten Depressiven in Wirklichkeit fehlt. Sie hat eine liebende Mutter, die sie fürsorglich pflegt, eine sichere Heimat und Freunde, die sich für sie aufopfern. Auch das gesellschaftliche Unverständnis gegenüber Menschen, die aus psychischen Gründen mal nicht so funktionieren, wie sie sollten, wird völlig ausgeklammert. Der einzige Pluspunkt des Buches ist, dass es ein Tabuthema aufgreift und darstellt, wie manche Menschen unter der Leistungsgesellschaft leiden. Doch das scheint mir schon alles.“


(geschrieben von Matthias Stöbener) 

Jokers 26.05.2009, 01.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

1000 places to see

1000 Places to see before you dieEs ist das Geburtsland vieler großer Autoren, unter anderem auch von Milan Kundera. Wer einmal selbst in der Tschechei war, weiß, wie schön dieses Land ist. Allein Prag ist mit kaum einer anderen Hauptstadt zu vergleichen, ihre eigentümliche Schönheit und ihr Charme ziehen jeden Besucher in den Bann.

In „1000 places to see before you die“, dem Reiseführer der ganz anderen Art, findet so auch Prag eine besondere Erwähnung. In der Online-Ausgabe dieses genialen Urlaubbegleiters fin- den Sie eine wunderbare Beschreibung des „alten Stadtplatzes“:

http://www.1000beforeyoudie.com/Place.aspx?placeId=14

Wir von Jokers können Ihnen „1000 places to see before you die“ auch auf Deutsch bieten. Zur Zeit haben wir gerade die deutschen Ausgaben für Touristen der USA/Kanada sowie des Dreiländerecks Deutschland, Österreich, Schweiz im Angebot. Und soll ich Ihnen was verraten? Auch, wenn ich kein Tourist in meinem Heimatland bin, so habe ich doch die Geheimtipps und die „Must have seen“-Orte begeistert nachgeschlagen. Das hat meiner Frau und mir eine persönliche Liste für Wochenendziele gebracht. Man kann direkt vor der Haustür anfangen.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 10.05.2009, 22.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Rettet die Eselsohren!

LesezeichenKürzlich stöberte ich in einer Buchhandlung in den Neuer- scheinungen: Das kann bei mir durchaus mal eine geschlagene Stunde dauern, denn ich liebe es, ein neues Buch aufzuschlagen, sein „Aroma“ zu riechen, ein paar Zeilen zu überfliegen… Doch dieses Mal wurde ich schon nach ein paar Minuten gestört: Eine andere Kundin erkundigte nach den neuen E-Book-Readern. Also Geräten, die es erlauben, elektronische Bücher zu „lesen“.

Die wissbegierige Frau fragte dem Buchhändler Löcher in den Bauch: Ist es möglich, seine eigenen Lesezeichen in die Seiten zu „falten“, mit einem Marker oder Bleistift, je nachdem, was man gerade zur Hand hat, Passagen zu markieren, kann man vorne eine persönliche Widmung in das E-Book hineinschreiben, wenn man es als Geschenk überreicht?

Ich gesellte mich zu dem Verkäufer, der sich wirklich Mühe gab, der Kundin die Vorteile des E-Book-Geräts zu erläutern: Ja, man könne Passagen markieren, man könne auch elektronische Lesezeichen setzen, sogar eine Widmung wäre machbar.

Ich runzelte die Stirn: Elektronische Lesezeichen? Keine schönen Knicks mehr in den Seitenecken? Ich will mein Buch mit in die Badewanne oder an den Strand nehmen, ich will Kaffee drauf vergießen können, ohne dass mir der Prozessor durchqualmt, ich will handschriftlich meine Gedanken dazukritzeln, ich will mein geliebtes Buch mit all jenen Gebrauchsspuren verleihen können. Denn das verbindet, gibt Aufschluss über die Seele des Lesenden.

Einmal, es ist Jahre her, lieh mir eine Freundin „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Viele Seiten waren von Tränenspuren gezeichnet. Ich habe sie nie darauf angesprochen, aber ich las dieses Buch mit ihren Augen, empfand ihre Emotionen.


(geschrieben von Matthias Stöbener) 

Jokers 04.05.2009, 18.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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