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»Knigge«? Nicht von gestern!

Soll man einer Dame die Tür aufhalten oder in den Mantel helfen oder ist das unzeitgemäß? Und wie siehts andersherum aus, wenn die Dame dem Herrn die Jacke bereithält? Wer stellt wen korrekt vor? Darf man heute noch bei Tisch die Gläser klingen lassen? Gutes Benehmen ist nach wie vor ein schwieriges Terrain. Man kann eine ganze Menge falsch machen, wenn man den Benimmbüchern glauben will. Doch wer den gesunden Menschenverstand bemüht und sich an die Maxime hält, seinen Mitmenschen so zu begegnen, wie man es selbst gerne möchte, hat schon gewonnen. Dann nämlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man sich beim Gähnen die Hand vor den aufgerissenen Schlund hält, um seinem Gegenüber den Anblick des Gaumenzäpfchens zu ersparen; die linke Hand wohlgemerkt, denn die rechte ist zum Schütteln da und sollte nicht in Kontakt mit Mund, Nase und Ohren kommen...


So betrachtet ist Benimm kein Luxus, sondern erleichtert das Zusammenleben. Das war auch das Ansinnen eines Mannes, der stets mit dem Thema »Manieren« in Zusammenhang gebracht wird: der gute alte »Knigge«. Dabei hatte Adolph Freiherr Knigge (1752 1796) gar nicht die Absicht, ein Anstandsbuch zu verfassen. Vielmehr schrieb er ganz allgemein »Über den Umgang mit Menschen« (so der Titel des 1788 erschienenen Werkes). Exakte Verhaltensanweisungen findet man darin keine, die kamen erst später dazu. Knigge war von den Idealen der Aufklärung geprägt und sprach sich in seinem Buch für Taktgefühl und Höflichkeit aus. Nach seinem Tod wurde »der Knigge« unzählige Male umgeschrieben und durch Benimmregeln ergänzt, so dass er heute als DAS Anstandsbuch schlechthin gilt. 2004 übrigens ging ein Nachfahre des Verfassers, Moritz Freiherr Knigge, zu den Wurzeln seines Ahnen zurück und brachte eine moderne Adaption des Ursprungswerkes unter dem Titel »Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten« heraus.


Wer einen Blick in den Ur-Knigge werfen möchte:

Buch "Über den Umgang mit Menschen" bei Jokers



Zu den eingangs erwähnten Fragen hingegen sei ein Blick in folgende Lektüre empfohlen:


Buch "Der kleine Knigge"



Buch "Der neue Knigge" bei Jokers



Buch "Manieren" bei Jokers



Buch "Sichere Umgangsformen" bei Jokers



Buch "Tischkultur" bei Jokers



Buch "Stil und Etikette" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger


Bild: Freiherr von Knigge/wikimedia

16.02.2012, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Amors Siegeszug. Oder: Vom Ursprung des Valentinstages

Rose.jpgManchmal gehen Bräuche und Traditionen seltsame Wege. Bei einigen ist man sich gar nicht mehr sicher, wo sie eigentlich herkommen. So geht es auch dem Tag der Liebenden am 14. Februar. Wer glaubt, der Valentinstag sei eine Erfindung geschäftstüchtiger, amerikanischer Floristen, der irrt. Denn die Geschichte des romantischsten Tages im Jahr reicht bis ins alte Rom zurück.


Der Legende nach lebte der heilige Valentin im 2. Jahrhundert n. Chr. im mittelitalienischen Treni. Der Bischof soll heimlich Liebespaare getraut haben, deren Verbindung aus gesellschaftlichen Gründen eigentlich ein no go war; seis wegen Standesunterschieden oder schlicht weil die Eltern dagegen waren. So wurde Valentin zum Protegé der reinen Liebe entgegen aller gesellschaftlichen Zwänge. Das war natürlich dem damaligen Kaiser Claudius ein Dorn im Auge. Kurzerhand ließ er den Bischof enthaupten und zwar am 14. Februar.


Im 8. Jahrhundert wurde der heilige Valentin wohl wegen der phonetische Ähnlichkeit zum Schutzpatron der Fallsüchtigen. Ein faux pas, denn für Epilepsiekranke ist eigentlich der heilige Veit zuständig. Und so wurde Valentin 1972 bei der Reform des Regionalkalenders für das deutsche Sprachgebiet rigeros aus dem Kirchenkalender gestrichen. Grund: die zweifelhafte Beweislage, ob es den Bischof tatsächlich gegeben hat. Historisch gesehen kämen nämlich mehrere Namensvettern als echter Valentin in Frage.


Wie dem auch sei, die Bräuche rund um den Valentinstag rühren sowieso ganz woanders her: aus der heidnischen Kultur des alten Roms. Am 14. Februar feierte man damals nämlich Lupercalia das Fest der Göttin Juno. Als Gattin des Jupiters gilt sie als Beschützerin der Ehe. Ihr Sohn ist übrigens der Liebesgott Amor.


An Lupercalia war es üblich, der Ehefrau Blumen zu schenken. Und der Jugend war eine ganz besondere Tradition vorbehalten: Alle ledigen Männer durften aus den Namen aller ledigen Mädchen ein Los ziehen. Die ausgelosten Paare verbrachten dann den Abend miteinander und zwar in allen Ehren. Bestimmt hatte dabei auch Amor das ein oder andere Mal seinen großen Auftritt...


Mit der Christianisierung war die Kirche bestrebt, heidnische Bräuche wie das Lupercalia-Fest mit christlichen Festen zu verbinden. So vermischte sich der Todestag des heiligen Valentin mit den Bräuchen der Lupercalia. Besonders beliebt wurde die daraus entstandene Tradition in Frankreich, England, Belgien und natürlich in den USA. Seit den 50er-Jahren feiert man den Vielliebchentag, wie der Valentinstag im Spätmittelalter genannt wurde, nun auch bei uns.


Bild: Rose © PETRA HEGEWALD/www.pixelio.de


14.02.2012, 08.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Glück zum Gewinnen

Hauptplakat(494x700).jpgWir Menschen können nicht dauerhaft glücklich sein. Unser Gehirn funktioniert nun mal so, dass es nur kurzfristig mit einer Dopamin- und Endorphin-Ausschüttung auf unerwartet »glückliche Ereignisse« reagiert. Mit dieser Aussage nimmt uns die Gehirnwissenschaft jede Illusion. Zum Glück aber müssen wir das ja nicht unbedingt glauben und dürfen weiterhin beglückt das tun, was wir am besten können eben dem Glück nachjagen.

Genauso vielleicht wie Kalle und Irina, die Protagonisten des neuen Kinohits »Glück«. Oder haben ein Obdachloser und eine Prostituierte sowieso keinen Anspruch auf Glück? Ist es für zwei vom Glück Verlassene überhaupt möglich, sich gegen ihr Schicksal aufzulehnen?


Keiner anderen als der Kult-Regisseurin Doris Dörrie glückt nach »Kirschblüten - Hanami« eine weitere kongeniale Darstellung des bedeutendsten aller Gefühle: Sie schrieb das Drehbuch und führte die Regie bei der facettenreichen Verfilmung der »Glück«-Geschichte aus dem Bestseller-Werk »Verbrechen« von Ferdinand von Schirach. Das ab dem 23.02.2012 über die Leinwände flimmernde Kino-Epos »Glück« ist also keineswegs Fiktion. Schließlich verfasste Ferdinand von Schirach seine Kurzgeschichten »Verbrechen«, aus denen »Glück« entstammt, nach wahren Begebenheiten aus seiner Anwaltskanzlei.


Szenenbild_01(700x510).jpgDie Story erscheint gleichermaßen komplex wie hoffnungslos: Die Kriegsflüchtige Irina, vergewaltigt und traumatisiert, strandet, fern ihrer Heimat, in Berlin. Als Prostituierte kämpft sie um ihr Überleben. Dort begegnet ihr der Punk Kalle: Als Obdachloser schlägt er sich in den Straßenschluchten durch. Die Beiden tun sich zusammen, und langsam beginnt die Sonne auf ihr kleines Glück hinab zu scheinen. Bis, ja, bis ihnen das Schicksal erneut einen Strich durch die Rechnung macht und ein Freier in ihrer Wohnung tot aufgefunden wird. Ist ihr winziges Stück vom Glück bereits endgültig verloren?


In ihrer unnachahmlichen Art erzählt Doris Dörrie die Liebe zweier Glückloser: Am 23. Februar startet »Glück« in den deutschen Kinos! Als eigentlich große Liebesgeschichte und kein großer Kriminalfall, so beschreibt Doris Dörrie in einem Interview, das Sie auf der Filmseite www.glueck-film.de nachlesen können, den Hintergrund des reellen Straffalls aus der Feder von Ferdinand von Schirach. Und von der Liebe und vom Glück können wir alle doch nicht genug bekommen, oder?


Dabei können Sie das Glück nicht nur auf der Leinwand bewundern, sondern jetzt, mit ein bisschen Glück, auch hören: Der Hörverlag vertonte »Glück« auf zwei Audio-CDs mit einer Laufzeit von 140 Minuten. Wir von Jokers verlosen zum Kinostart fünf Mal je ein Hörspiel zum Film inklusive je einem Original-Kinoplakat! Schicken Sie uns eine E-Mail an

aktion@jokers.de mit der Betreffzeile »Glück«


Viel Glück wünscht das Jokers-Team!

alle Bilder:
© 2011 Constantin Film Verleih GmbH/Mathias Bothor

13.02.2012, 10.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Natur als bacchantischer Gott

Sind Sie an Neujahr auch mit einem Kater aufgewacht? Das ausgiebige Trinken vor dem mitternächtlichen Anstoßen mit Sekt begleitet ja oft den »Rutsch« ins neue Jahr... Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie deswegen nicht zu haben! Kein anderer als Georg Wilhelm Friedrich Hegel sah Alkohol, genauer: Wein, als Zeichen des Geistes in der Natur. Und an diesem Naturgeist wollen wir ja schließlich alle gerne teilhaben. Gut, letztlich sah Hegel die Natur als Durchgangsstadium ohne Entwicklungsmöglichkeit, welche der Geist zu verneinen habe, um zu sich selbst zu gelangen... Aber möchte man das wirklich glauben?


Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel.jpgGeboren wurde der erkenntnisreiche Weinkenner am 27. August 1770 in Stuttgart, gestorben ist er am 14. November 1831 in Berlin.


Man stelle sich einmal vor, wie der bekannte deutsche Idealist in seinem Kämmerchen saß und seine philosophischen Abhandlungen über die Natur und ähnliche Themen verfasste, in der einen Hand seine Feder, in der anderen ein gut gefülltes Weinglas... Vielleicht war es ein solcher Moment, der Hegel dazu veranlasste, die Natur als einen »bacchantischen Gott, der sich nicht zügelt und fasst" zu beschreiben und von einem "absoluten Gärungsprozess" des Geistes zu sinnieren?


In einem seiner Hauptwerke, der Phänomenologie des Geistes, ging er ebenso wenig sparsam mit Metaphern um: "Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist" oder: »Aus dem Kelche dieses Geisterreiches schäumt ihm seine Unendlichkeit.«


Ist diese Sprache samt der Erkenntnis nicht wunderbar? Einer der wichtigsten deutschen Philosophen, der die Philosophie als das »Begreifen der Wahrheit« verstand, gibt uns die Legitimation, den irdischen Freuden zu frönen ... und die finden sich nun mal besonders im Wein. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind: Wir haben bei Jokers nicht nur zahlreiche Werke von und über den eloquenten Dialektiker Hegel, sondern mindestens genauso viele lehrreiche Bücher über den vollmundigen Traubensaft.


Artikel zum Thema Hegel bei Jokers


Artikell zum Thema Wein bei Jokers


Bild: Georg Wilhelm Friedrich Hegel/wikimedia

03.02.2012, 11.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Molybdomantie: Die Zukunft liegt im Blei

»Ohhh, ich habe einen Elefanten gegossen!« rief Marianne begeistert, als sie bei unserer Silvesterfeier ihr Figürchen aus dem Wasser fischte. »Der bedeutet sicher, dass ich ganz alt werde und ganz viel Kraft haben werde!« Tobias schmunzelte und Peter machte aus seiner Irritation keinen Hehl. Wer glaubt schon daran, dass die Bleigießerei ein zuverlässiges Orakel wäre?


Meine Nichte, die sich gerade sehr für die alten Griechen begeistert, erläuterte, dass die Molybdomantie, was griechisch für Bleigießen, Orakeln steht, im antiken Griechenland regelmäßig praktiziert wurde.


Die alten Römer waren dann die Ersten, die Blei »industriell« verarbeiteten, und schon damals wurde berichtet, dass im Baltikum statt Blei mit Wachs gewahrsagt wurde. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs benutzten dann die Knechte ihre eingeschmolzenen Bleikugeln, um sich ihre Zukunft vorherzusagen.


Bleigiessen_by_Paul-Georg Meister_pixelio.de.jpgFrüher war das Bleigießen ein weit verbreiteter Brauch, der am 30. November, dem Andreastag, gepflegt wurde. Der Andreastag war der typische »Lostag«, an dem Dienstboten, Mägde und Knechte erfuhren, ob ihr Dienstverhältnis verlängert wird. Als Los bezeichnete man damals das berufliche Schicksal. Der heilige Andreas war darüber hinaus für Heiratsorakel zuständig. Eine Jungfer, so die Mär, konnte durch das Bleigießen das Handwerkszeug, also den Beruf, ihres zukünftigen Bräutigams herausfinden. Leider ist es heute nicht mehr so einfach, die Bedeutung beispielsweise einer gegossenen Peitsche auszumachen schließlich sind Kutscher heute nicht mehr allzu oft anzutreffen.


Die Deutung der Bleifiguren ist immer unterhaltsam, hält sich doch das Blei nicht wirklich an Regeln, zu welcher eine eindeutig interpretierbaren Form es sich gießen lassen will: Es gibt zwar zahlreiche Bücher, die sich der Symbolik des Bleigießens widmen, aber manchmal erscheint das hart gewordene Weichmetall doch eher als unförmiger Klumpen, der dem Orakelnden viel Fantasie abverlangt. Meine Figur sah zum Beispiel wie eine missglückte Mischung aus Walfisch und Palme aus. Vielleicht eine besondere Art der Metamorphose? Oder werde ich einfach nur eine schöne Fernreise unternehmen? Wer weiß: 2012 wird es zeigen.


Buch "Bleigießen" bei Jokers




30.01.2012, 10.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schach mal sportlich

Schach_Cornelia_Menichelli_pixelio.jpgUnter einem Nationalsport stellt man sich irgendetwas Handfestes vor. Fußball zum Beispiel, den mögen die Deutschen sehr. Oder Skifahren, wonach man in Österreich ganz verrückt ist. Auch Cricket (England) oder Bogenschießen (Bhutan) gehen noch durch. Aber Schach? Als Sportart? Wobei man sich sowenig bewegt wie Krokodile in der Sonne?


Keine Frage, das »Spiel der Könige« kann man durchaus als sportliche Betätigung betrachten. Schließlich bewegt man dabei die »kleinen grauen Zellen« und das nicht zu knapp. Wer sagt denn, dass Sporttreiben immer nur mit körperlicher Anstrengung verbunden sein muss? Denksport heißt das Zauberwort und Spiel und Sport hängen ja auch irgendwie zusammen, oder?


In Armenien jedenfalls hat man Schach zum Volkssport erkoren. Es gibt wohl niemanden unter den rund 3 Millionen EinwohnerInnen, der noch nicht mit dem königlichen Spiel in Berührung gekommen wäre. Es gehört einfach zur Alltagskultur dazu und schon die Kleinsten schieben Türme, Damen, Springer und Bauern übers Spielfeld. In der Schule ist das Schachspiel Pflichtfach und es gibt eine eigene Schachakademie zur Rekrutierung des Nachwuchses. Erfolgreiche Schachspieler werden in dem kleinen Land im südlichen Kaukasus wie Popstars gefeiert und Siege in den Abendnachrichten vermeldet. Natürlich hat Armenien auch einen eigenen Schachweltmeister: Tigran Petrosjan, der in den 1960er-Jahren als nahezu unbezwingbar galt. Zwar spielte das Superhirn damals unter der Regie der Sowjetunion, zu der Armenien gehörte, das schmälert seine Beliebtheit allerdings nicht. Tigran Petrosjan ist armenischer Herkunft und das macht ihn zum Nationalhelden.


Woher rührt die Vorliebe der armenischen Bevölkerung für Schach? Man weiß es nicht. Jedes  Land wählt den Sport, der am besten zur nationalen Identität passt. Da sich die ArmenierInnen seit jeher als Volk von KünstlerInnen und DenkerInnen betrachten, suchte man sich folgerichtig das ehrwürdige Strategiespiel aus. Bildung spielte in dem kaukasischen Gebirgsstaat schon immer eine große Rolle, Analphabetismus gibt es kaum. Selbst die BBC bezeichnete Armenien als »cleverste Nation der Welt«, wie »Der Spiegel« vermeldete (Ausgabe 48/2011). Da kann man auch verschmerzen, dass Landwirtschaft bei dem kargen Boden ein schwieriges Geschäft ist und auch Wirtschaft und Industrie nicht weit entwickelt sind.


Ob Schachmatt oder nicht: Bei Jokers finden Sie spannende Lektüre rund um das Spiel der Könige:


Buch "Strategie und die Kunst zu Leben" bei Jokers



Buch "Schach Matt in zwei Zügen" bei Jokers



Buch "Von Schach-Giganten lernen" bei Jokers



Buch "Alles über Schach" bei Jokers



Buch "Kurzgeschichten um Schachfiguren" bei Jokers



Buch "Schach für Anfänger" bei Jokers



Und wer sich für Armenien interessiert, wird hier fündig:



Buch "Reportage Armenien" bei Jokers


 

Buch "Armenien" bei Jokers



Buch "Armenien" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



Bild: Schach © Conny Menichelli/www.pixelio.de

24.01.2012, 09.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Planet der Sehnsucht: der Mars

Mars_Hubble.jpgMan stelle sich vor, mit wildfremden Menschen 520 Tage auf beengtem Raum zu verbringen, eingesperrt in einem Containersystem, ohne frische Luft und natürliches Tageslicht. Nein, wir sprechen nicht von der Sendung »Big Brother«, die für die Käfighaltung von Menschen bekannt ist. Hier haben wir es mit einem wissenschaftlichen Experiment zu tun!


Vor kurzem endete in der Nähe von Moskau das bislang längste Isolationsexperiment der Geschichte. Sechs Männer ließen sich im Dienst der Wissenschaft für eineinhalb Jahre in eine Raumschiff-Attrappe sperren. Auf etwas mehr als 200 Quadratmetern verbrachten sie ihre Tage streng reglementiert und waren nur über Funk und E-Mails zu erreichen. Der Sinn des Ganzen: Das Projekt »Mars500« simulierte einen bemannten Flug zum Mars, den es bislang nicht gab, und von dem die Menschheit seit jeher träumt.


Warum übt ausgerechnet dieser lebensfeindliche Planet eine solche Faszination auf die Menschheit aus, obwohl er mit seiner staubigen Atmosphäre aus überwiegend Kohlendioxid und einer Durchschnittstemperatur von minus 55 Grad nicht gerade gemütlich wirkt? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass der »Rote Planet« schon in der Antike eifrig beobachtet wurde. Durch seine enorme Helligkeit war er gut zu erkennen und wurde wegen seiner (blut)roten Farbe nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt.


Was hat man dem Mars nicht alles angedichtet! In seiner zerklüfteten Oberfläche glaubte man ein »Marsgesicht« zu erkennen und schloss auf außerirdisches Leben. Gestützt wurde diese Fantasie durch die so genannten »Marskanäle«, die man als Bewässerungssysteme deutete. Kleine grüne Marsmännchen mit Fühlern auf dem Kopf spuken noch heute durch die Köpfe. Erfunden wurden sie um 1910 von dem amerikanischen Zeichner T.E. Powers, der sie in Comic-Strips verewigte.


Sogar besiedeln wollte man den Mars und damit das Problem der Überbevölkerung auf der Erde lösen. In den 1930er-Jahren wurde über riesige Glaskuppeln nachgedacht, unter denen man die Atmosphäre des Planeten den Lebensbedingungen für Menschen anpassen könnte: ein Prozess namens »Terraforming«. Ob und wann dieses Projekt Realität werden könnte, steht in den Sternen, das ist auch den WissenschaftlerInnen rund um die Mars500-Mission klar. Das Nahziel ist bislang lediglich, einen Menschen auf den Mars zu bekommen, um intensive Forschungen an dem Planeten vorzunehmen. Um 2030 herum soll es laut NASA so weit sein. Wir sind gespannt!


Bis dahin bleibt noch Zeit, sich eingehend mit dem faszinierenden Planeten zu beschäftigen:


Buch "Mars" bei Jokers


Buch "Mars attacks" bei Jokers


Buch "Krieg der Welten 2 - Die nächste Angriffswelle" bei Jokers


Buch "Edisons Eroberung des Mars" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



Bild: Mars © NASA & ESA/wikimedia

19.01.2012, 15.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Abnehmpille

Zehn Kilo in vier Wochen runter gerade nach der leckeren Weihnachtszeit wünscht man sich das. Und dann geht es zum Jahreswechsel wieder los mit all den guten Vorsätzen, den Diättipps in sämtlichen Medien, der Reklame für teure Sportgeräte, die angeblich in wenigen Tagen eine Wespentaille zaubern. Motto dabei ist immer: Ohne Hungern und Schweiß zum Idealgewicht. Wie realistisch ist es, in einem Monat stolze zehn Kilo Fett zu verlieren? Ohne Anstrengung, ohne Fasten?


Für texanische Mäuse, die unter zu vielen Fettpolstern »leiden«, ist das Figurproblem schon seit mehreren Jahren gelöst. Für sie haben nämlich Forscher schon vor sieben Jahren eine ominöse »Fettweg-Pille« entwickelt, die es tatsächlich schafft, das angefutterte Fettgewebe von der Blutzufuhr abzuschneiden. Mit der Folge, dass das Fett schmilzt ganz ohne Hungern und Schwitzen. Diese Nager erzielten durch das Medikament »Antipotide« einen Gewichtsverlust von dreißig Prozent! Eigentlich unvorstellbar.


Abnehmen.jpgDer Grund, weshalb dieses alte Forschungsergebnis nun wieder durch die Medien spukte, ist, dass der Prozess der selektiven Durchblutungsstörung von unerwünschtem Fettgewebe nun bei Rhesusaffen nachgestellt werden konnte einer Tierart, deren Organismus dem menschlichen sehr ähnlich ist. Innerhalb von vier Wochen reduzierten die übergewichtigen Affen ihr Gewicht durch dieses Medikament um bis zu elf Prozent übertragen auf einen fettleibigen Menschen würde das tatsächlich jene berühmten zehn Kilo in vier Wochen, ganz ohne Sport und Diät, bedeuten. Genau dieses Mittelchen soll 2012 zum Ersteinsatz bei Prostata-Krebs-Patienten kommen, deren Hormonbehandlung die unwillkommene Zunahme von Depotfett mit sich brachte. Die Nebenwirkungen sind, zumindest bei den Rhesus-Affen, gering. Selbstverständlich ist bereits im Gespräch, diese Wunderpille danach auf den gigantischen Markt der magischen Fettkiller-Pillen zu werfen.


Während ich den Einsatz von derartigen Medikamenten im Krankheitsbereich für bedenkenswert halte, bin ich doch, was Gewichtsreduktion bei Menschen, die einfach zu gerne zu viel essen, eher altmodisch. Ich selbst habe auf ganz klassische Art einige Kilo abgespeckt, indem ich mich mehr bewegte und meine Ernährung änderte. Fünf Kilo Gewichtsreduktion hatte ich angestrebt, schlussendlich sind es mehr als zehn Kilo geworden. Ehrlich, fragen Sie meine KollegInnen! Zu Rate zog ich das Buch von Ralph Grieder »In 3 Monaten 30 Kilo abnehmen«. Ja, Sie haben richtig gelesen: Da gibt es tatsächlich eine Methode, zehn Kilo in vier Wochen abzuspecken. Auf gesunde Art. Ralph Grieder hat es vorgemacht.


Buch "In 3 Monaten 30 Kilo abnehmen" bei Jokers



17.01.2012, 11.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wettlauf im ewigen Eis: 100 Jahren Südpol-Entdeckung

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, die Gefahr und den Tod stets im Nacken. Ein Wettlauf gegen die Natur, dem ewigen Eis ausgesetzt, Hunger, Krankheiten, Erschöpfung. Vor 100 Jahren starteten zwei Expeditionen, um erstmals in der Geschichte den Südpol zu erreichen, ein Weg, der mit Eisschollen gepflastert ist. Wer sich dahin aufmacht, muss sich im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen. Die Entdeckung unerforschter Regionen der Erde hat die Menschheit immer fasziniert. Und je unwirtlicher das Ziel, desto größer die Herausforderung; und hinterher der Ruhm. Ungemütlicher als die Antarktis kann eigentlich keine Region sein. Im Winterhalbjahr ist es komplett dunkel und die Temperaturen sinken bis minus 89 Grad. Im Sommer wird es maximal minus 25 Grad »warm«.


Im Jahr 1911 machten sich zwei Männer mit ihren Teams auf, den südlichsten geographischen Punkt der Erde zu erreichen: der Norweger Roald Amundsen (1872 bis 1928) und der Engländer Robert Falcon Scott (1868 bis 1912). Ein unglaubliches Unterfangen, so ganz ohne GPS, Funktionskleidung und Hightech-Nahrung. Beide einte ihre Leidenschaft für die eisigen Gefilde und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Ironie des Schicksals: Beide verloren im ewigen Eis ihr Leben. Amundsen und Scott waren erbitterte Konkurrenten. Jeder wollte für sich den Ruhm einstreichen, als erster Mensch in der Geschichte den Südpol erreicht zu haben.


Suedpol.jpgSie wählten unterschiedliche Routen und unterschiedliche Herangehensweisen. Amundsen hatte lange bei den Inuit gelebt und sich ihre Lebensweise in der Eiseskälte angeeignet. Ein klarer Vorsprung. Und er war der geborene Abenteurer. Schon als Kind hatte er nichts anderes im Kopf als die eisigen Landschaften, warf schließlich das Studium hin, um sich ganz den Expeditionen zu widmen. Auch der Offizier Scott hatte sich früh mit den Polregionen beschäftigt und mehrere Expeditionen bewältigt. Am Südpol jedoch sollte er gnadenlos scheitern.


Wahrscheinlich waren die Ponys schuld, dass Scott den eisigen Wettlauf verlor. Er hatte auf sibirische Pferdchen gesetzt, die als Zug- und Packtiere sowie als lebender Proviant dienen sollten und daneben Motorschlitten. Ein Trugschluss. Letztere quittierten sofort ihren Dienst, erstere hielten auch nicht länger durch und starben innerhalb kürzester Zeit oder mussten erschossen werden. Scotts Tour wurde zum Horrortrip. Zwar erreichte er, ganze 35 Tage später als Amundsen, den Südpol. Der Rückweg allerdings wurde ihm und seinem Trupp zum Verhängnis: Alle litten an Entkräftung und erfroren schließlich.


Der strahlende Held der Kälte ist Roald Amundsen. Mit 97 grönländischen Schlittenhunden zog er mit seinen Mannen los und pflanzte am 14. Dezember 1911 die norwegische Flagge am Südpol. Auch nach seinem Triumph ließ ihn die Polregion nicht los. Er überflog sie mit dem Flugzeug und dem Luftschiff und verunglückte bei einem dieser Flüge im ewigen Eis.


Der Wettlauf zum Südpol liest sich spannend wie ein Krimi:


Buch "Der Wettlauf zum Südpol" bei Jokers


Buch "Das Eis und der Tod" bei Jokers

 


Buch "Scott und Amundsen" bei Jokers


Buch "Antarktis" bei Jokers


Buch "Duell im Ewigen Eis" bei Jokers


Buch "Eis Pole" bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



12.01.2012, 15.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Pest und die Literatur

Die Pest, der »Schwarze Tod«, die Seuche aller Seuchen: Um die Mitte des 14. Jahrhunderts fiel ihr ein Drittel, manchen Schätzungen nach sogar die Hälfte der europäischen Bevölkerung zum Opfer.


Jahrhunderte lang rätselte man, wie es zu solch einer verheerenden Pandemie kommen konnte. In den letzten Jahrzehnten waren viele Forscher sogar der Meinung, es wären gar keine Pest-Bakterien schuld gewesen, sondern eine andere, geheimnisvolle Krankheit, die sie aber nicht genau benennen konnten. Das zeigt: Die Pest selbst ist heute zwar kein Thema mehr (wenn sie auch noch nicht gänzlich ausgerottet ist), ihr Mythos aber ist ungebrochen. Gruselfaktor: auf jeden Fall 9 auf einer Skala bis 10.


Es ist also kein Wunder, dass die Pest schaffte, was nur wenige andere Ereignisse schafften: Sie ist vom Mittelalter bis heute durchgehend ein beliebtes und erfolgreiches Thema in der Literatur.


429668_original_R_K_by_Bildpixel_pixelio.de.jpgIn Boccaccios »Decamerone« (um 1350) ist die Pest das wesentliche Element der Rahmenhandlung und der die Novellen umgebenden Grundstimmung. Goethes »Faust« trifft auf dem Osterspaziergang ehemalige Patienten, die er und sein Vater während der Pest behandelten. Sie sind voll des Lobes und des Dankes Faust aber sieht die Sache realistisch: Das Vater-Sohn-Quacksalber-Duett hätte mit seinen »Heilkünsten« ärger gewütet als die Pest selbst... Albert Camus sezierte in »Die Pest« hellsichtig das menschliche Handeln im Angesicht der Katastrophe. Und heute nehmen sich vor allem historische Romane des Themas an: in »Die Todgeweihte«, »Die Pestärztin« und vielen anderen.


Und was macht die Forschung? Seit Mitte 2011 weiß man: Die mittelalterliche Pest wurde tatsächlich vom Pest-Bakterium Yersinia pestis ausgelöst und war keine geheimnisumwitterte andere Krankheit (s.o.). Um 1280 herum entwickelte sich das Ur-Pest-Bakterium, der Urahn aller Pest-Erreger, die Menschen befallen können. Das heißt aber auch, dass frühere Pest-Epidemien, z.B. die sogenannte »Justinianische Pest« im 6. Jahrhundert, durch andere Erreger ausgelöst wurden. Nur, durch welche? Und warum verschwanden sie wieder? Und können sie heute noch überraschend wieder auftauchen?


Ich warte gespannt auf die Romane, die sich dieser neueren Fragen annehmen. Wie gesagt: der Mythos ist ungebrochen...


Buch "Die Pestärztin" bei Jokers


Buch "Die Todgeweihte" bei Jokers


Buch "Dekameron" bei Jokers


Buch "Faust I & II" bei Jokers



Geschrieben von Gerald Wunder.



Bild: Pestsäule in Neapel © Bildpixel/www.pixelio.de

03.01.2012, 14.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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