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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Zeitgeschehen

Die Ikone der 1970er Jahre

Romy Schneider wäre am 23. September 2008 70 Jahre alt geworden. In Österreich, Deutschland und Frankreich war die Schauspielerin beliebt wie keine andere. Obwohl sie nie eine Schauspielschule besuchte, schien es, als ihr die verschiedenen Rollen auf den Leib geschrieben worden wären. In dem Heimatfilm „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ begeisterte sie, gerade einmal 15 Jahre alt, das Publikum an der Seite von Götz George, doch als „Sissi“ erlangte sie internationalen Ruhm.

Die in Wien geborene Schauspielerin hieß mit bürgerlichem Namen Rosemarie Magdalena Albach. Beide Eltern waren ebenfalls Schauspieler, die Mutter ist auch in den “Sissi"-Filmen zu sehen. Als sie 1958 den französischen Schauspieler Alain Delon kennen lernt und eine Beziehung mit ihm beginnt, ist dies der erste Schritt zu ihrer großen Karriere in Frankreich. Darauf aufbauend bekommt Romy Schneider auch Angebote aus Hollywood.

Doch im Privatleben ist Romy nicht vom Glück verfolgt: Sie hat das Scheitern ihrer Beziehung und einen Selbstmordversuch zu verkraften. Schließlich heiratet sie den Regisseur Harry Meyen und bringt David Christopher zur Welt. Doch die Ehe mit Meyen hält nicht. Später heiratet sie den elf Jahre jüngeren Sekretär Daniel Blasini. Nach sechs Jahren ist auch diese Ehe gescheitert, Romy Schneider ist schwer erkrankt. Tragisch stirbt ihr Sohn David bei einem Unfall.

Am 29. Mai 1982 findet ihr Lebensgefährte Laurent Petin Romy Schneider tot. Herzversagen wird als Todesursache angegeben, doch die Gerüchteküche spricht von Selbstmord und gebrochenem Herzen.

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 17.09.2009, 08.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Reicher werden nur die Reichen

Ich mag meinen Job sehr, aber reich werde ich damit nicht. Warum ich Ihnen das so deutlich sage? Kürzlich sah ich in einer Fernseh-Talkrunde einen interessanten Beitrag der Journalistin Heike Faller. Sie hat ein Buch geschrieben, das perfekt zum momentanen Zeitgeist passt. Es heißt: „Wie ich einmal versuchte reich zu werden“.

Als sie beschrieb, wie sie vor der Recherche zu diesem Buch in Sachen Geld und Wirtschaft tickte, glaubte ich fast, dass sie von mir sprach: Der Wirtschaftsteil der Tageszeitung wurde meist ungelesen zur Seite gelegt und die New Economy ließ sie kalt. Was ein Hedgefond ist? Keine Ahnung!

Anfang 2008 entschließt sich Heike Faller, eine berufliche Auszeit zu nehmen und ihr Geld, das bislang auf einem unspektakulären Sparkonto vor sich hindümpelte, zu verdoppeln. Sie taucht ein in die Welt der Banker, Investoren und Finanzzocker und berichtet in ihrem Buch, wie sie versucht, das nun erworbene Wissen gewinnbringend umzusetzen.

Ein witziger und aufschlussreicher Blick hinter die Kulissen der scheinbar glitzernden Finanzwelt. In der Talkshow verrät sie: Man kann sich recht schnell in diese Materie einarbeiten, manchmal hat das Ganze trotz Krise sogar komische Momente, aber so richtig reich geworden sei sie trotzdem nicht. Ich finde das beruhigend und werde auch in Zukunft guten Gewissens das Feuilleton dem Wirtschaftsteil vorziehen...

Zum Thema Geld werden Sie bei uns natürlich auch fündig, zum Beispiel mit diesem Titel:



Noch mehr Titel finden Sie hier : Geld

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 14.09.2009, 08.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Navigierende Reisebuchverlage

NavigationImmer mehr Navigationsgeräte sind nicht einfach mehr nur zum Finden von Straßen geeignet, sondern werden mehr und mehr zu intelligenten umfassenden Guides. So wurden auf der IFA in Berlin Geräte vorgestellt, die nicht nur günstiger sind als früher, sondern auch mehr Funktionen haben.

Navis begleiten heute nicht mehr nur den Autofahrer, sondern auch den Radfahrer, den Wanderer, den Wassersportler … Es gibt Geräte, die mit Wetterdiensten oder Diensten zur Hotelreservierung verbunden sind. Andere Geräte haben Inhalte von Reiseführern parat oder nutzen das Erfahrungswissen von den Benutzern.

Elektronische Reiseführer und Navigationsgeräte wachsen also immer mehr zusammen. Im Hintergrund werden die Reisebuchverlage also auch weiterhin gebraucht, um sauber recherchierte Inhalte in die mobile Navigationswelt zu bringen. Wahrscheinlich werden sich aber nicht alle dieser Verlage auf die neuen technischen Möglichkeiten einstellen können, während ihnen das Printgeschäft immer weniger Umsatz beschert. Denn die Umstellung fordert große Investitionen in die Technik und bis die Reisebuchverlage von dem Boom der intelligenten Allrounder profitieren können, dauert es noch ein wenig.

(geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 08.11.2008, 09.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der E-Book-Zug gerät ins Rollen

Droemer Knaur hat damit begonnen, die verlagseigenen Titel auch als E-Books herauszugeben und wirbt damit, dass man jetzt auf der Verlagsseite Sachbücher, Ratgeber, Memoiren, Nachschlagewerke und Romane schnell und kinderleicht herunterladen kann. Die Downloads kann man auf dem PC, dem Laptop, dem Smartphone, dem PDA, Handy oder iPhone lesen.

Ein wichtiges Argument für die E-Book-Downloads ist – wie sollte es anders sein – der Preis: Viele Neuerscheinungen sind als E-Book weitaus günstiger als die Printversion.

E-BooksWeil sich viele Verlage auf zukünftige technische Entwicklungen vorbereiten wollen, ziehen sie nach. Noch weiß natürlich niemand, ob sich das Buchlesen auf elektronischen Geräten durchsetzen wird bzw. wie schnell es sich auf breiter Basis durchsetzt, aber die Verlage werden schon deshalb ein Interesse haben, die elektronische Form des Lesens durchzusetzen, weil sie so unabhängiger vom Handel werden.

Denn heute ist es ja so, dass nur ein kleiner Teil des Buchpreises bei einem Verlag hängen bleibt. Der Zwischenhandel, die Logistikunternehmen und der Buchhändler wollen ebenfalls an einem Buch verdienen. Der Verkauf eines E-Books braucht keinen Zwischenhandel, kein Fuhrunternehmen und keinen Buchhändler mehr. Sprich: Würde das E-Book allgemein akzeptiert, bedeutete das gewaltige Umwälzungen, die wir heute in ihren kompletten Auswirkungen noch nicht überblicken können.

Wie ein E-Book-Verkauf organisiert sein könnte, sieht man auf der Webseite von Droemer Knaur:

http://www.knaur-ebooks.de

(geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 30.09.2008, 14.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schicksalsbilder

MMHeute, am 4. August jährt sich ihr Todestag. MM starb jung. 1926 unter dem bürgerlichen Namen Norma Jeane Baker geboren, gilt sie bis heute als Inbegriff von Sinnlichkeit und Verführung. Elton John besang sie, Soldaten pinnten ihr Bild in ihre Spinde, moderne Schauspieler versuchen, ihr Image des platinblonden und schmollmündigen Vamps zu kopieren. Wer denkt nicht bewundernd an Ruhm und Unsterblichkeit, wenn Marilyn Monroes Name ins Gespräch kommt?

Doch ihr Leben hatte vielleicht mehr Schattenseiten als Glanz. Unehelich geboren, war MM ihr Leben lang auf der Suche nach ihrem unbekannten Vater. Norma Jeane wuchs in Waisenhäusern und bei Pflegefamilien auf, ihre an Schizophrenie erkrankte Mutter wurde in die Psychiatrie eingewiesen. Ist es verwunderlich, dass MM verzweifelt auf der Suche nach Liebe war, dass ihre drei Ehen scheiterten, ihre zahlreichen Affären in die Brüche gingen? Wohl kaum!

MMIhre Liebe galt nicht nur anderen Berühmtheiten wie dem Baseball- spieler Joe DiMaggio und dem Dramatiker Arthur Miller, sie verliebte sich auch oft genug in unbekannte „Randfiguren“ der Geschichte, nicht alle davon taten ihr gut. Mich wundert bei ihrem Leben nicht, dass die angebetete MM unter ungeklärten Umständen an einem Gemisch aus Barbituraten und Amphetaminen verendete.

Und doch – die Kameras liebten Marilyn Monroe wie kein anderes Model. Ihre Beziehung zur Kamera hielt über viele Jahre. MM hatte das gewisse Etwas, das die Linse einfangen konnte, ihre vor Leidenschaft prickelnden Aufnahmen wirkten dennoch immer durch und durch natürlich – und manchmal, manchmal hat man das Gefühl, einen Blick durch ihre großen Augen hindurch mitten in ihre gepeinigte Seele erhaschen zu können.

Mehr als 150 Aufnahmen vereint der prächtige Bildband „Marilyn Monroe und die Kamera“, es sind die besten Bilder aus den glanzvollen Karrierejahren dieser einmaligen Frau. Ein wunderbarer Bildband zum Staunen, Bewundern – und Nachdenken.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


Jokers 04.08.2008, 08.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erstaunliche Ergebnisse

Vielleicht kennen Sie die Mundpropaganda-Seite www.trnd.com. Dort können Trendsetter neue Produkte testen. Die Firmen machen somit auf billige Weise Produktforschung und hoffen natürlich, dass sich gute Produkte per Weiterempfehlung verbreiten. Auf dieser Plattform hat jüngst der Online-Mediendienst turi2 eine Umfrage durchgeführt. 4.000 junge Trendsetter wurden gefragt, wie sie es mit der Print-Zeitung halten und welche Zukunft sie ihr geben.

Das Erstaunliche an den Ergebnissen: Gerade diese jungen Trendsetter meinten zu 62 Prozent, dass es die Tageszeitung auf Papier immer geben werde. Ja, 67 Prozent dieser Gruppe lesen die Zeitung auf Papier mindestens einmal die Woche. Als Vorteile Print-Blätter wurde von 49 Prozent herausgestellt, dass man sie unterwegs lesen kann. 21 Prozent schätzen das Erlebnis, von Papier zu lesen. 14 Prozent meinen, die Printausgabe einer Zeitung besitze höhere Glaubwürdigkeit und 10 Prozent sagten, die leichtere Aufbewahrung der gedruckten Zeitung sei ein Vorteil gegenüber dem Lesen am PC.

Nachteile hat die Print-Zeitung natürlich auch: Dass man sie nicht weiterleiten kann, fanden 23 Prozent schade, dass sie nicht so aktuell wie das Netz sei, meinten 20 Prozent. Viele der jungen Trendsetter (35 Prozent) sagten, dass ihnen der Lokalteil am wichtigsten sei und meinten, hier werde sich die Printzeitung am längsten gegenüber dem Netz behaupten können.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


Jokers 09.07.2008, 15.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Anfänge einer modernen Zensur

Mit Kritiken und Rezensionen ist es so eine Sache. Sie sind subjektiv. Und das ist gut so. Es trifft für Bücher und Filme ebenso zu wie für Spiele und Musik.

Empfindet der Schreiber einer Rezension das Buch, den Film, das Spiel oder die CD als nicht gut, als fehlerhaft, als unlogisch, als langweilig oder gefällt es ihm schlicht und ergreifend nicht, dann wird er dies in seiner Rezension kundtun. Ist er dagegen von dem Produkt überzeugt, hatte er Spaß damit, hat es ihn gefesselt, ihm Neues vermittelt, konnte er es genießen oder hat es ihm schlicht und ergreifend gefallen, dann wird er auch dies kundtun.

Und auch das ist gut so.

Jeder Autor einer Rezension schreibt diese aus seinem Erfahrungshorizont heraus, gespickt mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Da kann er noch so um sachliche Objektivität bemüht sein. Eine sterile, vom Rest der Welt abgekoppelte Rezension wird und kann es nicht geben.

Und auch das ist gut so.

Auch jeder Leser einer Rezension konsumiert diese aus seinem Erfahrungshorizont heraus, gespickt mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Der eine Leser möchte sich kurz über den Inhalt informieren, der andere interessiert sich für die persönliche Bewertung des Autors.

Und auch das ist gut so.

Es gibt Menschen, die huldigen den Rezensionen, kaufen nur die über den Klee gelobten Bücher, schauen sich nur die mit dicken bunten Sternen geschmückten Filme an und kaufen auch nur die CDs, die ein erlesener Zirkel von Hörgenussexperten anpreist wie warme Brötchen. Andere Menschen dagegen (ja, ich bekenne mich) machen sich einen Heidenspaß daraus, oftmals genau entgegengesetzt Medien zu konsumieren und fahren nicht immer schlecht damit. Einige Insider meinen sogar, dass ein Verriss die Verkaufszahlen weit mehr fördert als eine gefällig dahinplätschernde Besprechung.

Und auch das ist gut so.

Neuerdings aber gibt es Verlage und Labels, die gern einmal dem Rezensenten oder dessen Auftraggeber eine Abmahnung schicken, weil sie ihr Produkt nicht objektiv genug bewertet sehen. Nicht nur, dass der Lohn ein recht zweifelhafter Ruf für den Abmahnenden sein wird, er gleichzeitig Dritte in finanzielle Nöte bringt, vielmehr werden diese seltsamen Gestalten Türen zu einer modernen Form der Zensur aufstoßen.

Und das ist nun ganz und gar nicht gut so.

(geschrieben von André Kröckel, Pößneck)


Jokers 25.06.2008, 20.35 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alles zu jeder Zeit an jedem Ort?

Es gibt kaum eine mögliche Untersuchung, die nicht gemacht wird. So hat man – ich zitiere Langendorfs Dienst – auch 25.000 Leute befragt, was ihre Buchkaufgewohnheiten angeht.

Was kleiner stationäre Buchvertriebsformen angeht, so hat man festgestellt, dass die meisten Kunden des Bahnhofsbuchhandels Interesse an Klassikern haben. Auch für Biografien und billige Bücher interessieren sie sich. Hätte man erwartet, dass der Bahnhofsbuchhandel eine Hochburg von Goethe und Schiller, Proust und Zola ist? Oder dass man dort lieber Tschechow als man anderes Buch kauft. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie diese Affinität von Zugreisenden zu Klassikern zustande kommt. Umfragen können manchmal wohl mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten. Bilder-, Kinder- und Schulbücher sind im Bahnhofsbuchhandel kein Thema. Anscheinend sind Zugreisende weiter von Kinderwelten entfernt als andere Buchleser.

Was zu erwarten war: Kunden in Supermärkten, Tankstellen und Zeitschriftenläden, kaufen mehr als andere TV-Bücher, Modernes Antiquariat und Neuerscheinungen – seltsamerweise aber auch Schulbücher. Die Tankstelle als Ort des Schulbuchkaufs? An den Gedanken muss ich mich erst gewöhnen. Nicht überraschend ist, dass hier kaum politische Bücher oder Fachbücher gekauft werden.

Und im Antiquariat? Klar, hier werden antiquarische Bücher gekauft, aber auch viel Modernes Antiquariat. Auch hier ist ein geringer Hang zu Kinderbüchern festzuhalten. Und am wenigsten suchen Antiquariatskäufer Bestseller oder TV-Bücher. Das ist nur zu gut verständlich.

Aber was sagt uns das jetzt alles? Werden ARAL und SHELL bald einen Schulbuchmarkt neben ihren Landkarten eröffnen? Wird man sich im Bahnhofsbuchhandel darauf einstellen müssen, dass neben dem Stapel der St. Pauli Revue bald Goethes Wahlverwandtschaften liegen? Mir zeigt die Untersuchung, das die Kauforte immer weniger eine Rolle spielen. Man kann Kunden heute nicht mehr vorschreiben, dass es im Bahnhofsbuchhandel vor allem schnelldrehende seichte Bestseller gibt und man in der gediegenen Buchhandlung mit Tradition bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Klassiker zu kaufen hat. Irgendwie erwarten wir heute zu jeder Zeit an jedem Ort alles. Vielleicht ist das die wichtigste unbewusste Folge des Internets auf uns Heutige.

(geschrieben von Matthias Stöbener)


Jokers 22.06.2008, 15.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Eine neue literarische Gattung?

Seit es Handy-Flatrates gibt, setzen sich in Japan so genannte Handy-Romane durch. Schon im Januar habe ich in der New York Times über dieses Phänomen gelesen. Es sollen vor allem junge Japanerinnen sein, die solche Handy-Romane schreiben. Die Texte tippen sie auf dem Handy quasi als SMS ein. Meist sind es tagebuchartige Texte über Liebe und Liebesleid. Die Texte sind auf Webseiten verfügbar und können von anderen Lesern per Handy gelesen und bewertet werden.

Handy-RomaneErstaunlich ist, dass fünf der japanischen Top-Ten-Bestseller des letzten Jahres auf solchen Handy- Novels basieren. Grauenhaft, so das Urteil von Literaturkritikern. Die Handy-Romane seien der Untergang der japanischen Literatur. Ihre liter- arische Qualität tendiere gegen Null. Das sehen die Fans dieser neuen Form von Literatur natürlich völlig anders. Sie glauben natürlich fest daran, dass sich Handy-Romane durchsetzen werden.

Möglich ist das. So hat ein Verlag die tragische Geschichte einer Liebe von Kindesbeinen an in Buchform gegossen und das Buch mit 142 Seiten aus dem Stand 400.000 Mal verkauft. Wenn das kein Erfolg ist! Da hat die Autorin ihre Handy-Flatrate sicher wieder reingespielt. Erst wenn ein Verlag einen Handy-Roman auflegt, fließt Geld, die Online-Texte allein werfen nichts ab.

In deutschsprachigen Landen habe ich bisher noch nichts von Handy-Romanen gehört oder gelesen. Aber wer weiß, vielleicht werden sie auch hier noch ein großer Erfolg.


Jokers 22.02.2008, 16.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein vergessener Held

HeldIch wette, Sie haben noch nie seinen Namen gehört: Varian Mackey Fry. Er wurde 1907 in New York geboren, studierte in Harvard und ging 1935 als Reporter nach Berlin. Dort erlebte er die Verfolgung von Juden und missliebigen Schriftstellern und Künstlern. Später wurde er vom süd- französischen Marseille aus zum Flucht- helfer der Dichter und Denker, der mit Ausreisepapieren und Notvisa etwa 4.000 Menschen vor der Verfolgung durch die Nazis rettete. Darunter so bekannte Schriftsteller wie Heinrich Mann, Golo Mann, Franz Werfel, Lion Feuchtwanger. Gestor- ben ist Fry 1967 in Redding/Connecticut – weitgegend vergessen.

Ehrlich, ich habe auch nichts von ihm gewusst, bin erst dieser Tage auf diesen Mann gestoßen, als ich zufällig las, dass ihn die Berliner Akademie der Künste ehrte. Ziemlich spät, finde ich, aber immerhin.

Mit verschiedenen Mitarbeitern organisierte er den Fluchtweg, der meist von Berlin über Paris nach Marseille, von dort über die Pyrenäen nach Spanien, Portugal, Lissabon und mit dem Schiff nach New York führte.

Zu seiner Aufgabe kam er wie die Jungfrau zum Kind. Fry: „Tatsache war, dass ich überhaupt nicht wusste, wie und wo ich anfangen sollte. Meine Aufgabe bestand darin, bestimmte Flüchtlinge zu retten. Aber wie? Wie mit ihnen in Kontakt kommen? Und was konnte ich für sie tun, wenn ich sie ausfindig gemacht hatte?"

Aber als Gesandter des "Emergency Rescue Committee", einer von Erika Mann mitgegründeten Fluchthilfe-Organisation, wuchs er nach und nach an seinen Aufgaben. Schon bald erkannte er, dass mit normalen diplomatischen Mitteln nicht viel auszurichten war.

Und so organisierte er Verstecke, Bestechungsgelder, ließ Urkunden fälschen, arbeitete mit Schleusern: So gelang die Flucht meistens, aber es gab auch Rückschläge. Walter Benjamin wurde der Transit durch Spanien wegen fehlender Ausreisepapiere aus Frankreich verwehrt. Deshalb nahm er sich im Grenzort Port Bou das Leben.

Nach mehr als einem Jahr Flüchtlingsarbeit in Marseille flog Fry auf und das Vichy-Regime zwang ihn das Land zu verlassen. Nach einigen Wochen in Lissabon kehrte er nach Amerika zurück. Dort arbeitete er als Werbetexter für Coca-Cola und unterrichtete in der Provinz. Er hatte Berühmtheiten das Leben gerettet und wurde selbst vergessen. Erst nach seinem Tod ehrte man ihn. 1991 hat ihm das Holocaust Memorial Museum der USA eine erste Ausstellung gewidmet, 1996 bekam er von der , Gedenkstätte Yad Vashem den Titel "Gerechter unter den Völkern".

Jokers 04.12.2007, 11.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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