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Thema: Sonstiges
Die Natur als bacchantischer Gott
Sind Sie an Neujahr auch mit einem Kater aufgewacht? Das ausgiebige Trinken vor dem mitternächtlichen Anstoßen mit Sekt begleitet ja oft den »Rutsch« ins neue Jahr... Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie deswegen nicht zu haben! Kein anderer als Georg Wilhelm Friedrich Hegel sah Alkohol, genauer: Wein, als Zeichen des Geistes in der Natur. Und an diesem Naturgeist wollen wir ja schließlich alle gerne teilhaben. Gut, letztlich sah Hegel die Natur als Durchgangsstadium ohne Entwicklungsmöglichkeit, welche der Geist zu verneinen habe, um zu sich selbst zu gelangen... Aber möchte man das wirklich glauben?
Geboren wurde der erkenntnisreiche Weinkenner am 27. August 1770 in Stuttgart, gestorben ist er am 14. November 1831 in Berlin.
Man stelle sich einmal vor, wie der bekannte deutsche Idealist in seinem Kämmerchen saß und seine philosophischen Abhandlungen über die Natur und ähnliche Themen verfasste, in der einen Hand seine Feder, in der anderen ein gut gefülltes Weinglas... Vielleicht war es ein solcher Moment, der Hegel dazu veranlasste, die Natur als einen »bacchantischen Gott, der sich nicht zügelt und fasst" zu beschreiben und von einem "absoluten Gärungsprozess" des Geistes zu sinnieren?
In einem seiner Hauptwerke, der Phänomenologie des Geistes, ging er ebenso wenig sparsam mit Metaphern um: "Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist" oder: »Aus dem Kelche dieses Geisterreiches schäumt ihm seine Unendlichkeit.«
Ist diese Sprache samt der Erkenntnis nicht wunderbar? Einer der wichtigsten deutschen Philosophen, der die Philosophie als das »Begreifen der Wahrheit« verstand, gibt uns die Legitimation, den irdischen Freuden zu frönen ... und die finden sich nun mal besonders im Wein. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind: Wir haben bei Jokers nicht nur zahlreiche Werke von und über den eloquenten Dialektiker Hegel, sondern mindestens genauso viele lehrreiche Bücher über den vollmundigen Traubensaft.
Artikel zum Thema Hegel bei Jokers
Artikell zum Thema Wein bei Jokers
Bild: Georg Wilhelm Friedrich Hegel/wikimedia
03.02.2012, 11.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Molybdomantie: Die Zukunft liegt im Blei
»Ohhh, ich habe einen Elefanten gegossen!« rief Marianne begeistert, als sie bei unserer Silvesterfeier ihr Figürchen aus dem Wasser fischte. »Der bedeutet sicher, dass ich ganz alt werde und ganz viel Kraft haben werde!« Tobias schmunzelte und Peter machte aus seiner Irritation keinen Hehl. Wer glaubt schon daran, dass die Bleigießerei ein zuverlässiges Orakel wäre?
Meine Nichte, die sich gerade sehr für die alten Griechen begeistert, erläuterte, dass die Molybdomantie, was griechisch für Bleigießen, Orakeln steht, im antiken Griechenland regelmäßig praktiziert wurde.
Die alten Römer waren dann die Ersten, die Blei »industriell« verarbeiteten, und schon damals wurde berichtet, dass im Baltikum statt Blei mit Wachs gewahrsagt wurde. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs benutzten dann die Knechte ihre eingeschmolzenen Bleikugeln, um sich ihre Zukunft vorherzusagen.
Früher war das Bleigießen ein weit verbreiteter Brauch, der am 30. November, dem Andreastag, gepflegt wurde. Der Andreastag war der typische »Lostag«, an dem Dienstboten, Mägde und Knechte erfuhren, ob ihr Dienstverhältnis verlängert wird. Als Los bezeichnete man damals das berufliche Schicksal. Der heilige Andreas war darüber hinaus für Heiratsorakel zuständig. Eine Jungfer, so die Mär, konnte durch das Bleigießen das Handwerkszeug, also den Beruf, ihres zukünftigen Bräutigams herausfinden. Leider ist es heute nicht mehr so einfach, die Bedeutung beispielsweise einer gegossenen Peitsche auszumachen schließlich sind Kutscher heute nicht mehr allzu oft anzutreffen.
Die Deutung der Bleifiguren ist immer unterhaltsam, hält sich doch das Blei nicht wirklich an Regeln, zu welcher eine eindeutig interpretierbaren Form es sich gießen lassen will: Es gibt zwar zahlreiche Bücher, die sich der Symbolik des Bleigießens widmen, aber manchmal erscheint das hart gewordene Weichmetall doch eher als unförmiger Klumpen, der dem Orakelnden viel Fantasie abverlangt. Meine Figur sah zum Beispiel wie eine missglückte Mischung aus Walfisch und Palme aus. Vielleicht eine besondere Art der Metamorphose? Oder werde ich einfach nur eine schöne Fernreise unternehmen? Wer weiß: 2012 wird es zeigen.
30.01.2012, 10.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Schach mal sportlich
Unter einem Nationalsport stellt man sich irgendetwas Handfestes vor. Fußball zum Beispiel, den mögen die Deutschen sehr. Oder Skifahren, wonach man in Österreich ganz verrückt ist. Auch Cricket (England) oder Bogenschießen (Bhutan) gehen noch durch. Aber Schach? Als Sportart? Wobei man sich sowenig bewegt wie Krokodile in der Sonne?
Keine Frage, das »Spiel der Könige« kann man durchaus als sportliche Betätigung betrachten. Schließlich bewegt man dabei die »kleinen grauen Zellen« und das nicht zu knapp. Wer sagt denn, dass Sporttreiben immer nur mit körperlicher Anstrengung verbunden sein muss? Denksport heißt das Zauberwort und Spiel und Sport hängen ja auch irgendwie zusammen, oder?
In Armenien jedenfalls hat man Schach zum Volkssport erkoren. Es gibt wohl niemanden unter den rund 3 Millionen EinwohnerInnen, der noch nicht mit dem königlichen Spiel in Berührung gekommen wäre. Es gehört einfach zur Alltagskultur dazu und schon die Kleinsten schieben Türme, Damen, Springer und Bauern übers Spielfeld. In der Schule ist das Schachspiel Pflichtfach und es gibt eine eigene Schachakademie zur Rekrutierung des Nachwuchses. Erfolgreiche Schachspieler werden in dem kleinen Land im südlichen Kaukasus wie Popstars gefeiert und Siege in den Abendnachrichten vermeldet. Natürlich hat Armenien auch einen eigenen Schachweltmeister: Tigran Petrosjan, der in den 1960er-Jahren als nahezu unbezwingbar galt. Zwar spielte das Superhirn damals unter der Regie der Sowjetunion, zu der Armenien gehörte, das schmälert seine Beliebtheit allerdings nicht. Tigran Petrosjan ist armenischer Herkunft und das macht ihn zum Nationalhelden.
Woher rührt die Vorliebe der armenischen Bevölkerung für Schach? Man weiß es nicht. Jedes Land wählt den Sport, der am besten zur nationalen Identität passt. Da sich die ArmenierInnen seit jeher als Volk von KünstlerInnen und DenkerInnen betrachten, suchte man sich folgerichtig das ehrwürdige Strategiespiel aus. Bildung spielte in dem kaukasischen Gebirgsstaat schon immer eine große Rolle, Analphabetismus gibt es kaum. Selbst die BBC bezeichnete Armenien als »cleverste Nation der Welt«, wie »Der Spiegel« vermeldete (Ausgabe 48/2011). Da kann man auch verschmerzen, dass Landwirtschaft bei dem kargen Boden ein schwieriges Geschäft ist und auch Wirtschaft und Industrie nicht weit entwickelt sind.
Ob Schachmatt oder nicht: Bei Jokers finden Sie spannende Lektüre rund um das Spiel der Könige:
Buch "Strategie und die Kunst zu Leben" bei Jokers
Buch "Schach Matt in zwei Zügen" bei Jokers
Buch "Von Schach-Giganten lernen" bei Jokers
Buch "Alles über Schach" bei Jokers
Buch "Kurzgeschichten um Schachfiguren" bei Jokers
Buch "Schach für Anfänger" bei Jokers
Und wer sich für Armenien interessiert, wird hier fündig:
Buch "Reportage Armenien" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Schach © Conny Menichelli/www.pixelio.de
24.01.2012, 09.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Planet der Sehnsucht: der Mars
Man stelle sich vor, mit wildfremden Menschen 520 Tage auf beengtem Raum zu verbringen, eingesperrt in einem Containersystem, ohne frische Luft und natürliches Tageslicht. Nein, wir sprechen nicht von der Sendung »Big Brother«, die für die Käfighaltung von Menschen bekannt ist. Hier haben wir es mit einem wissenschaftlichen Experiment zu tun!
Vor kurzem endete in der Nähe von Moskau das bislang längste Isolationsexperiment der Geschichte. Sechs Männer ließen sich im Dienst der Wissenschaft für eineinhalb Jahre in eine Raumschiff-Attrappe sperren. Auf etwas mehr als 200 Quadratmetern verbrachten sie ihre Tage streng reglementiert und waren nur über Funk und E-Mails zu erreichen. Der Sinn des Ganzen: Das Projekt »Mars500« simulierte einen bemannten Flug zum Mars, den es bislang nicht gab, und von dem die Menschheit seit jeher träumt.
Warum übt ausgerechnet dieser lebensfeindliche Planet eine solche Faszination auf die Menschheit aus, obwohl er mit seiner staubigen Atmosphäre aus überwiegend Kohlendioxid und einer Durchschnittstemperatur von minus 55 Grad nicht gerade gemütlich wirkt? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass der »Rote Planet« schon in der Antike eifrig beobachtet wurde. Durch seine enorme Helligkeit war er gut zu erkennen und wurde wegen seiner (blut)roten Farbe nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt.
Was hat man dem Mars nicht alles angedichtet! In seiner zerklüfteten Oberfläche glaubte man ein »Marsgesicht« zu erkennen und schloss auf außerirdisches Leben. Gestützt wurde diese Fantasie durch die so genannten »Marskanäle«, die man als Bewässerungssysteme deutete. Kleine grüne Marsmännchen mit Fühlern auf dem Kopf spuken noch heute durch die Köpfe. Erfunden wurden sie um 1910 von dem amerikanischen Zeichner T.E. Powers, der sie in Comic-Strips verewigte.
Sogar besiedeln wollte man den Mars und damit das Problem der Überbevölkerung auf der Erde lösen. In den 1930er-Jahren wurde über riesige Glaskuppeln nachgedacht, unter denen man die Atmosphäre des Planeten den Lebensbedingungen für Menschen anpassen könnte: ein Prozess namens »Terraforming«. Ob und wann dieses Projekt Realität werden könnte, steht in den Sternen, das ist auch den WissenschaftlerInnen rund um die Mars500-Mission klar. Das Nahziel ist bislang lediglich, einen Menschen auf den Mars zu bekommen, um intensive Forschungen an dem Planeten vorzunehmen. Um 2030 herum soll es laut NASA so weit sein. Wir sind gespannt!
Bis dahin bleibt noch Zeit, sich eingehend mit dem faszinierenden Planeten zu beschäftigen:
Buch "Mars attacks" bei Jokers
Buch "Krieg der Welten 2 - Die nächste Angriffswelle" bei Jokers
Buch "Edisons Eroberung des Mars" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Mars © NASA & ESA/wikimedia
19.01.2012, 15.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Abnehmpille
Zehn Kilo in vier Wochen runter gerade nach der leckeren Weihnachtszeit wünscht man sich das. Und dann geht es zum Jahreswechsel wieder los mit all den guten Vorsätzen, den Diättipps in sämtlichen Medien, der Reklame für teure Sportgeräte, die angeblich in wenigen Tagen eine Wespentaille zaubern. Motto dabei ist immer: Ohne Hungern und Schweiß zum Idealgewicht. Wie realistisch ist es, in einem Monat stolze zehn Kilo Fett zu verlieren? Ohne Anstrengung, ohne Fasten?
Für texanische Mäuse, die unter zu vielen Fettpolstern »leiden«, ist das Figurproblem schon seit mehreren Jahren gelöst. Für sie haben nämlich Forscher schon vor sieben Jahren eine ominöse »Fettweg-Pille« entwickelt, die es tatsächlich schafft, das angefutterte Fettgewebe von der Blutzufuhr abzuschneiden. Mit der Folge, dass das Fett schmilzt ganz ohne Hungern und Schwitzen. Diese Nager erzielten durch das Medikament »Antipotide« einen Gewichtsverlust von dreißig Prozent! Eigentlich unvorstellbar.
Der Grund, weshalb dieses alte Forschungsergebnis nun wieder durch die Medien spukte, ist, dass der Prozess der selektiven Durchblutungsstörung von unerwünschtem Fettgewebe nun bei Rhesusaffen nachgestellt werden konnte einer Tierart, deren Organismus dem menschlichen sehr ähnlich ist. Innerhalb von vier Wochen reduzierten die übergewichtigen Affen ihr Gewicht durch dieses Medikament um bis zu elf Prozent übertragen auf einen fettleibigen Menschen würde das tatsächlich jene berühmten zehn Kilo in vier Wochen, ganz ohne Sport und Diät, bedeuten. Genau dieses Mittelchen soll 2012 zum Ersteinsatz bei Prostata-Krebs-Patienten kommen, deren Hormonbehandlung die unwillkommene Zunahme von Depotfett mit sich brachte. Die Nebenwirkungen sind, zumindest bei den Rhesus-Affen, gering. Selbstverständlich ist bereits im Gespräch, diese Wunderpille danach auf den gigantischen Markt der magischen Fettkiller-Pillen zu werfen.
Während ich den Einsatz von derartigen Medikamenten im Krankheitsbereich für bedenkenswert halte, bin ich doch, was Gewichtsreduktion bei Menschen, die einfach zu gerne zu viel essen, eher altmodisch. Ich selbst habe auf ganz klassische Art einige Kilo abgespeckt, indem ich mich mehr bewegte und meine Ernährung änderte. Fünf Kilo Gewichtsreduktion hatte ich angestrebt, schlussendlich sind es mehr als zehn Kilo geworden. Ehrlich, fragen Sie meine KollegInnen! Zu Rate zog ich das Buch von Ralph Grieder »In 3 Monaten 30 Kilo abnehmen«. Ja, Sie haben richtig gelesen: Da gibt es tatsächlich eine Methode, zehn Kilo in vier Wochen abzuspecken. Auf gesunde Art. Ralph Grieder hat es vorgemacht.
Buch "In 3 Monaten 30 Kilo abnehmen" bei Jokers
17.01.2012, 11.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Wettlauf im ewigen Eis: 100 Jahren Südpol-Entdeckung
Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, die Gefahr und den Tod stets im Nacken. Ein Wettlauf gegen die Natur, dem ewigen Eis ausgesetzt, Hunger, Krankheiten, Erschöpfung. Vor 100 Jahren starteten zwei Expeditionen, um erstmals in der Geschichte den Südpol zu erreichen, ein Weg, der mit Eisschollen gepflastert ist. Wer sich dahin aufmacht, muss sich im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen. Die Entdeckung unerforschter Regionen der Erde hat die Menschheit immer fasziniert. Und je unwirtlicher das Ziel, desto größer die Herausforderung; und hinterher der Ruhm. Ungemütlicher als die Antarktis kann eigentlich keine Region sein. Im Winterhalbjahr ist es komplett dunkel und die Temperaturen sinken bis minus 89 Grad. Im Sommer wird es maximal minus 25 Grad »warm«.
Im Jahr 1911 machten sich zwei Männer mit ihren Teams auf, den südlichsten geographischen Punkt der Erde zu erreichen: der Norweger Roald Amundsen (1872 bis 1928) und der Engländer Robert Falcon Scott (1868 bis 1912). Ein unglaubliches Unterfangen, so ganz ohne GPS, Funktionskleidung und Hightech-Nahrung. Beide einte ihre Leidenschaft für die eisigen Gefilde und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Ironie des Schicksals: Beide verloren im ewigen Eis ihr Leben. Amundsen und Scott waren erbitterte Konkurrenten. Jeder wollte für sich den Ruhm einstreichen, als erster Mensch in der Geschichte den Südpol erreicht zu haben.
Sie wählten unterschiedliche Routen und unterschiedliche Herangehensweisen. Amundsen hatte lange bei den Inuit gelebt und sich ihre Lebensweise in der Eiseskälte angeeignet. Ein klarer Vorsprung. Und er war der geborene Abenteurer. Schon als Kind hatte er nichts anderes im Kopf als die eisigen Landschaften, warf schließlich das Studium hin, um sich ganz den Expeditionen zu widmen. Auch der Offizier Scott hatte sich früh mit den Polregionen beschäftigt und mehrere Expeditionen bewältigt. Am Südpol jedoch sollte er gnadenlos scheitern.
Wahrscheinlich waren die Ponys schuld, dass Scott den eisigen Wettlauf verlor. Er hatte auf sibirische Pferdchen gesetzt, die als Zug- und Packtiere sowie als lebender Proviant dienen sollten und daneben Motorschlitten. Ein Trugschluss. Letztere quittierten sofort ihren Dienst, erstere hielten auch nicht länger durch und starben innerhalb kürzester Zeit oder mussten erschossen werden. Scotts Tour wurde zum Horrortrip. Zwar erreichte er, ganze 35 Tage später als Amundsen, den Südpol. Der Rückweg allerdings wurde ihm und seinem Trupp zum Verhängnis: Alle litten an Entkräftung und erfroren schließlich.
Der strahlende Held der Kälte ist Roald Amundsen. Mit 97 grönländischen Schlittenhunden zog er mit seinen Mannen los und pflanzte am 14. Dezember 1911 die norwegische Flagge am Südpol. Auch nach seinem Triumph ließ ihn die Polregion nicht los. Er überflog sie mit dem Flugzeug und dem Luftschiff und verunglückte bei einem dieser Flüge im ewigen Eis.
Der Wettlauf zum Südpol liest sich spannend wie ein Krimi:
Buch "Der Wettlauf zum Südpol" bei Jokers
Buch "Das Eis und der Tod" bei Jokers
Buch "Scott und Amundsen" bei Jokers
Buch "Duell im Ewigen Eis" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
12.01.2012, 15.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Pest und die Literatur
Die Pest, der »Schwarze Tod«, die Seuche aller Seuchen: Um die Mitte des 14. Jahrhunderts fiel ihr ein Drittel, manchen Schätzungen nach sogar die Hälfte der europäischen Bevölkerung zum Opfer.
Jahrhunderte lang rätselte man, wie es zu solch einer verheerenden Pandemie kommen konnte. In den letzten Jahrzehnten waren viele Forscher sogar der Meinung, es wären gar keine Pest-Bakterien schuld gewesen, sondern eine andere, geheimnisvolle Krankheit, die sie aber nicht genau benennen konnten. Das zeigt: Die Pest selbst ist heute zwar kein Thema mehr (wenn sie auch noch nicht gänzlich ausgerottet ist), ihr Mythos aber ist ungebrochen. Gruselfaktor: auf jeden Fall 9 auf einer Skala bis 10.
Es ist also kein Wunder, dass die Pest schaffte, was nur wenige andere Ereignisse schafften: Sie ist vom Mittelalter bis heute durchgehend ein beliebtes und erfolgreiches Thema in der Literatur.
In Boccaccios »Decamerone« (um 1350) ist die Pest das wesentliche Element der Rahmenhandlung und der die Novellen umgebenden Grundstimmung. Goethes »Faust« trifft auf dem Osterspaziergang ehemalige Patienten, die er und sein Vater während der Pest behandelten. Sie sind voll des Lobes und des Dankes Faust aber sieht die Sache realistisch: Das Vater-Sohn-Quacksalber-Duett hätte mit seinen »Heilkünsten« ärger gewütet als die Pest selbst... Albert Camus sezierte in »Die Pest« hellsichtig das menschliche Handeln im Angesicht der Katastrophe. Und heute nehmen sich vor allem historische Romane des Themas an: in »Die Todgeweihte«, »Die Pestärztin« und vielen anderen.
Und was macht die Forschung? Seit Mitte 2011 weiß man: Die mittelalterliche Pest wurde tatsächlich vom Pest-Bakterium Yersinia pestis ausgelöst und war keine geheimnisumwitterte andere Krankheit (s.o.). Um 1280 herum entwickelte sich das Ur-Pest-Bakterium, der Urahn aller Pest-Erreger, die Menschen befallen können. Das heißt aber auch, dass frühere Pest-Epidemien, z.B. die sogenannte »Justinianische Pest« im 6. Jahrhundert, durch andere Erreger ausgelöst wurden. Nur, durch welche? Und warum verschwanden sie wieder? Und können sie heute noch überraschend wieder auftauchen?
Ich warte gespannt auf die Romane, die sich dieser neueren Fragen annehmen. Wie gesagt: der Mythos ist ungebrochen...
Buch "Die Pestärztin" bei Jokers
Buch "Die Todgeweihte" bei Jokers
Buch "Faust I & II" bei Jokers
Geschrieben von Gerald Wunder.
Bild: Pestsäule in Neapel © Bildpixel/www.pixelio.de
03.01.2012, 14.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Leningrad Cowboys Die »schlechteste« Band der Welt
Man liebt sie oder man hasst sie, dazwischen gibt es nichts. Graustufen sind nicht zu finden im Universum der »Leningrad Cowboys«. Sie kultivieren mit Hingabe ihr Image, die schlechteste Rockband der Welt zu sein und sind damit äußerst erfolgreich. Seit über 22 Jahren macht die finnische Truppe die Bühnen der Welt unsicher und ein Ende ist nicht abzusehen.
Schräg zu sein, ist ihr Motto, schräg ist schon der Name: Leningrad Cowboys. Schräg ist das Aussehen der Jungs (neuerdings mit weiblicher Unterstützug), mit übertrieben langer Haartolle und überdimensionierten Schnabelschuhen. Und schräg ist der Stil, eine wilde Mischung aus Rock, Pop, Punk, finnischen und russischen Volksliedern und Tango.
Ihre Entstehung verdanken die »Einhörner« einem Filmprojekt des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki. Er versammelte 1989 Bandmitglieder der Finnen-Kombo »Sleepy Sleepers« für sein Roadmovie »Leningrad Cowboys go America«. Darin sucht eine unterirdisch erfolgreiche Gruppe aus dem fernen Sibirien das große Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Im Prinzip spielten die Sleepers, nun Cowboys, sich selbst und schafften den Durchbruch. Die Film-Band verselbständigte sich und heimste unglaubliche Erfolge ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere spielten die Leningrad Cowboys vor Zehntausenden Fans und gingen so schräge Kooperationen ein wie mit dem Chor der Roten Armee in der »Total Balalaika Show«.
Heute sind die Jungs und Mädels aus Finnland Kult. Es gibt nichts, was sie nicht covern und in ihrem unnachahmlichen Stil zum Besten geben würden. So vergriffen sie sich jüngst am Modern-Talking-Hit »You're my Heart, you're my Soul« und haben sich in ihrem neuen Album den »Buena Vista Socia Club« vorgeknüpft: »Buena Vista Vodka Club«...
Wir haben die beiden Leningrad-Cowboy-Filme für Sie im Doppelpack:
DVDs der "Leningrad Cowboys" bei Jokers
Hier gehts land zur offiziellen Band-Seite:
http://www.leningradcowboys.fi/
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
29.12.2011, 11.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Geschichte des Adventskalenders
Gerade das Weihnachtsfest feiern Gläubige auf der Welt ganz verschieden. Dennoch ist es bei den meisten Völkern Brauch, dass vor allem die Kinder zu diesem Anlass Geschenke erhalten. Doch ob diese der Nikolaus, das Christkind oder die Heiligen Drei Könige bringen das ist von Land zu Land unterschiedlich. Hier in Westeuropa hat es sich durchgesetzt, dass die Bescherung am Abend des 24.12. begangen wird. Das war jedoch nicht immer so: Bevor das Weihnachtsfest in die eigenen vier Wände verbannt wurde und nur noch im engsten Familienkreis begangen wurde, war Weihnachten ein Fest, das in der ganzen Gemeinde gefeiert wurde. Erst mit Martin Luther Weihnachten zum Familienfest mit Geschenken für die Kleinen am Heiligabend. Vorher brachte nämlich traditionell der Nikolaus in seinem Sack die Präsente vor allem Nüsse und andere Leckereien waren damals die »Mitbringsel«, die brave Kinder erhielten.
Es war um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als ein Brauch eingeführt wurde, der den Kindern dabei helfen sollte, die Zeit bis zum Heiligen Abend gestalten und schätzen zu können: Der Adventskalender hielt seinen Einzug in die Häuser. In den ärmeren Arbeiterfamilien wurden oft nur 24 Kreidestriche an eine Tür gemalt, die Kinder konnten an jedem Tag einen Strich entfernen. Doch soll es zu jener Zeit auch schon »richtige« Adventskalender mit 24 Blättern zum Abreißen, Kerzen mit 24 Markierungen oder Papierstreifen, die jeden Tag ein Stück verkürzt wurden, gegeben haben. Sogar unsere modern anmutenden Kalender, die mit Süßem gefüllt sind, gab es schon früh: Auf Stoffbahnen wurden 24 Lebkuchen aufgehängt, und jeden Tag durfte einer genascht werden.
Ein anderer Brauch überraschte die Kinder an jedem Adventssonntag mit einem kleinen Geschenk, das neben dem Bett vorgefunden wurde: Weihnachtsfiguren oder Christbaumschmuck wurden so gesammelt, bis sie schließlich am Heiligabend ein komplettes Set ergaben.
Nach und nach setzte es sich durch, Adventskalender zu kaufen: Anfänglich handgefertigte, mit Figuren befüllte Kalender, im Jahr 1908 kam der erste fabrikproduzierte Kalender auf den Markt. Dieser »Weihnachtskalender« war ein Bastel-Kalender, der auch 24 Rechtecke zum Aufkleben mitgelieferter Bildchen besaß. Dreißig Jahre lang war dieser Kalender in verschiedensten Variationen auf dem Markt!
Und heute? Heute geht der Trend zurück: Statt einen der schokoladegefüllten Kalender zu kaufen, soll es tatsächlich schon manche Eltern geben, die ihren Kindern wieder eigene, liebevoll gestaltete Adventskalender basteln.
Bild: Christbaum-Adventskalender © Viktoria Hautkappe/www.pixelio.de
13.12.2011, 08.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Vom Leiden des Lesers
Kennen Sie das auch? Zufällig haben Sie einen Ihnen unbekannten Autor entdeckt, haben wahllos eines seiner Bücher aus dem Regal gegriffen und gekauft: der Anfang einer großen Leidenschaft. Wochen später ertappen Sie sich dabei, wie Sie sämtliche Ihnen bekannten Online Shops nach dem 8., gerade neu erschienenen Fortsetzungsroman der Serie Ihres neuen Lieblingsautors durchsuchen, seine Werke vielleicht sogar im Original bestellen, weil sie noch nicht auf Deutsch erschienen sind, und sich Tage lang in ihren vier Wänden verbarrikadieren, um zu lesen. Sie tauchen ein in eine wunderbare, spannende, mitreißende Welt schwelgerischen Lesegenusses.
Doch dann passiert es: Lange nach Mitternacht haben Sie die allerletzte Zeile des bislang letzten Werks des Autors gelesen und Sie fallen in ein tiefes Loch. Es ist sogar möglich, dass Sie den Rest dieser sowieso schon kurzen Nacht nicht mehr schlafen können, weil Sie Gedanken um all die endlosen Tage machen, die sich scheinbar ewig düster ohne neuen Lesestoff von ihrem liebgewonnenen Dichter dahin strecken.
Müde klicken Sie sich am nächsten Feierabend durch die Listen mit Neuerscheinungen im Internet, doch irgendwie schafft es kein Titel, kein Autor, erneut Ihr Interesse zu wecken. Ich habe viele solcher deprimierender Phasen hinter mir: Immer dann, wenn ich einen Schriftsteller entdeckte, sah ich mich irgendwann damit konfrontiert, dass auch das beste Buch einmal zu Ende ist.
Zwischenzeitlich habe ich gelernt, wie ich mir »die Phase danach« etwas erleichtern kann. Ich habe es aufgegeben, unzählige andere Werke anzulesen, nur, um sie nach der zwanzigsten Seite enttäuscht aus der Hand zu legen (das hat wahrlich kaum ein Buch verdient), weil sowieso keines meine akut überhöhten Ansprüche erfüllen könnte. Wenn ich heute ein Buch, das mich zutiefst begeisterte, fertig gelesen habe, versüße ich mir die Wartezeit auf meine nächste heiße Buchflamme mit Verfilmungen früherer Lieblingstitel von mir. Und siehe da, die Stimulierung anderer sensorischer Kanäle (also Filmgucken statt Lesen) hilft tatsächlich meinen Kopf frei zu machen für weitere Buchentdeckungen.
Als es also letztens wieder so weit war und schweren Herzens die Lektüre zuklappte, die mich über Wochen gefesselt hielt, besorgte ich mir am nächsten Tag die Doppel-DVD zu genau jenen Geschichten, die mich in Jugendjahren um den Schlaf brachten: Verfilmungen zu »Die unendliche Geschichte« und »Momo«. Wer hätte es geglaubt: Zur Zeit verbringe ich jede Nacht mit Harlan Coben. Meine Augenringe sprechen für sich...
Bild: Buch © Cisco Ripac/www.pixelio.de
28.11.2011, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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