
Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Sonstiges
Bücher fürs Drogennäschen
Laut Oliver Kahn riecht Fußball nach einer Mischung von Gras, Schweiß und Metall. Heinrich Heine befand, Sauerkraut sei ein toller Duft (»Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut! // Holdselig sind deine Gerüche.«) Es gibt so exzentrische Parfüm-Kreationen wie »Eau de Karotte« und nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans bewegte viele Journalisten die Frage, welchen Duft der Eyjafjallajökull habe.
Einen Berliner Parfümeur hat nun, so berichtet die SÜDDEUTSCHE, die Frage gelöst, wie Bücher riechen. Er hat in Kooperation mit Größen wie Karl Lagerfeld und Günter Grass das Parfüm »Paper Passion« kreiert, mit dem angeblich Leseratten zu betören sind. Ein Jahr lang brauchte es, bis er auf der Designmesse Mailand sein Werk präsentieren konnte, das weltweit erste Parfüm mit Papiergeruch. Angeblich riecht das Parfüm nach druckfrischem Buch. Für Menschen wie den Göttinger Verleger Gerhard Steidl soll der Geruch eines frischen Buchs so betörend wie ein Rauschmittel sein. Aber Vorsicht: Für Bibliophile kann die Droge Buch sehr teuer werden (es sei denn, sie bestellen ihre Bücher bei Jokers).
17 Versuche und 13 verschiedene Rohstoffe wurden für das neue Parfüm gebraucht. Nun soll Paper Passion weltweit in Buchhandlungen, Museumsshops, Concept Stores (was immer das ist) und so genannten Nischenparfümerien verkauft werden. Und wenn es stimmt, dass in Reisebüros mit Sonnenmilchduft mehr Reisen verkauft werden, dürfen wir Bibliophile uns freuen, wenn wir bald in allen Thalias und Hugendubels dieser Republik mit einem noch stärkeren Buchgeruch als bisher umworben werden.
Bild: Bücher © Lupo/www.pixelio.de
16.05.2012, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Neues von Nessie?
Ist es eine Schlange oder ein Drachen, ein Hirngespinst oder ein dreister Betrug? Man weiß es nicht und wird es vielleicht nie erfahren. Nessie jedenfalls geistert seit Jahrhunderten unermüdlich durch die Fantasie der Menschen und ist der Anziehungspunkt für Touristen am Loch Ness. Dort, im zweitgrößten See Schottlands (nach Loch Lomond), soll das Ungeheuer leben. Mal wird es als Seeschlange beschrieben, mal als dinosaurierartige Kreatur, mal als Riesenfisch. Wie auch immer, stets berichten die geschockt-faszinierten ZuschauerInnen von gewaltigen Ausmaßen des Wesens.
Seit dem Jahr 565 geht das nun schon so: Viele wollen etwas gesehen haben, niemand kann es beweisen. Foto- und Videomaterial des Monsters zeigen nebulöse Umrisse eines Fabeltieres. Genauso gut könnte es auch ein verwitterter Baumstamm oder ein großer Stör oder Aal sein.

Quelle: Sarah Grazioli / pixelio.de
Weltberühmt wurde das von seinen Fans liebevoll Nessie genannte Wesen 1933, als die internationale Presse die Geschichte aufgriff und seither gerne in der »Sauren-Gurken-Zeit« über Neuigkeiten von Loch Ness berichtet. Auch die Wissenschaft hat sich durchaus ernsthaft um das Seeungeheuer bemüht. Man ging Fragen nach, ob es sich um einen Kryptiden handeln könnte, eine bisher unbekannte Tierart; oder ob man es mit einem fossilen Brückentier zu tun hat, das die Eiszeit überlebte. Die Forschungen förderten so recht (noch) keine Ergebnisse zu Tage. Schade. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die letzte Sichtung von Nessie jedenfalls liegt erst kurze Zeit zurück. Es bleibt spannend!
Wer das Fabelwesen kennenlernen möchte, ist hier richtig:
Nessie - Das Geheimnis von Loch Ness
Und wer zu einer eigenen Nessie-Expedition aufbrechen möchte, schaut am besten hier rein:
Insider - Schottland Nord
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
15.05.2012, 16.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Wenn der Zahn des Löwen im Garten nagt
Er ist das Unkraut schlechthin: ungeliebt und unverwüstlich und dabei doch verkannt. Denn der Löwenzahn kann mehr, als HobbygärtnerInnen zu ärgern, weil er sich in Pflasterfugen, Kieswegen und Zierrasen breit macht. Er färbt die Wiesen im Frühling wunderschön gelb, ist ein wertvolles Viehfutter, vortreffliche Bienenweide und auch auf dem menschlichen Teller nicht zu verachten.
Wer also seine ganz private Löwenzahnplantage dezimieren möchte, isst den »Feind« im Garten einfach auf. Dazu empfiehlt sich ein Salat aus zarten Löwenzahnblättern, die der allseits beliebten Rauke durchaus Konkurrenz machen kann. Die noch nicht geöffneten Löwenzahnblüten eignen sich hervorragend zum Dünsten und Braten und haben einen angenehm nussigen Geschmack. Man kann sie aber auch in Essig einlegen und hat denn eine Art Kapernersatz. Auch die Blätter schmecken gedünstet fantastisch und erinnern an Spinat. Für einen entschlackenden Teeaufguss verwendet man getrocknete Wurzeln und Blätter. Die voll erblühten gelben Köpfchen kann man mit in den Salat geben oder zu Sirup und Marmelade verarbeiten. Und aus getrockneten und in der Pfanne gerösteten Wurzelstückchen lässt sich nach alter Tradition ein »Muckefuck« brühen.
Die Bitterstoffe sind es, die den »Gewöhnlichen Löwenzahn« (Taraxacum officinale) so wertvoll machen. In der Naturheilkunde und Homöopathie ist seine Wirkung seit Jahrhunderten bekannt. »Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund«, heißt es im Volksmund. Sprich: Löwenzahn wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend, entschlackend, anregend und enthält darüber hinaus jede Menge Vitamine (A, C, E) sowie Eisen.
Den Namen Löwenzahn erhielt die Pflanze wohl wegen ihrer gezähnten gelben Blätter. Darüber hinaus gibt es regional unzählige Bezeichnungen wieMilchdistel, Butterblume, Pfaffenröhrchen, Kuhblume und im Stadium des Verblühens Pusteblume.
Lust auf Löwenzahn und andere Wildkräuter bekommen? Dann schauen Sie mal hier:
Buch "Gesund mit Brennessel, Löwenzahn und Rauke" bei Joker
Buch "Geliebte Wildkräuterküche" bei Jokers
Buch "Wildkräuter - sammeln, kochen, genießen" bei Jokers
Buch "Wildkräuter und Heilpflanzen" bei Jokers
Buch "Abenteuer Wildkräuter" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Löwenzahnwiese © Angelika Koch-Schmid/ www.pixelio.de
11.05.2012, 10.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Im Tiefschlaf
Sie schlief 100 Jahre lang, wurde wachgeküsst und war keinen Tag gealtert. Die Rede ist von Dornröschen, jener schönen Königstochter aus dem Märchen, die von einer bösen Fee in ein tiefes Koma geschickt wurde. Während ihres langen Schönheitsschlafes wucherte die Rosenhecke um ihr Schloss zu einem undurchdringlichen Gestrüpp, das nur der tapferste aller Prinzen bezwingen konnte. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Dornröschen erwacht und heiratet den Königssohn.
Hätte die Holde während ihres Schlafes Geld verdient, wäre sie schwerreich geworden. Doch das hatte Dornröschen gar nicht nötig. Andere aber schon. Sarah Jane Hurst etwa. Sie bewarb sich für eine Werbeaktion zum Verkaufsstart der DVD des Films »Sleeping Beauty«; und wurde genommen. Als »schlafende Schöne« musste sie es sich 12 Stunden lang in einem überdimensionierten Bett gemütlich machen und so tun, als schliefe sie; mitten auf dem Bahnhof »Waterloo Station« in London. Das »Sleep In« war zugleich eine gesellschaftskritische Aktion zum Thema: »Ist Schlafen in der Öffentlichkeit eine Antwort auf steigende Studiengebühren?«
Dornröschen hat viele Gesichter:
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Rosen © Irene Lehmann/www.pixelio.de
09.05.2012, 13.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Couch auf der Couch: Schöner Wohnen mit der Wohnpsychologie
Sind es nun Zimmer im rechten Winkel, die heilsam auf unser Gemüt wirken oder abgeschrägte Ecken? Wie viel Lichteinfall brauchen wir für unser persönliches Wohnglück? Welche Farben wirken stimmungsaufhellend, beruhigend, anregend? Und wie ordnet man die Möbel an, damit sich alle Beteiligten wohl fühlen? Hier kommt die Wohnpsychologie ins Spiel. Dieses noch junge Teilgebiet der Psychologie, auch Architekturpsychologie genannt, beschäftigt sich mit dem weiten Feld der Wirkung von Wohnen und Bauen. Im Vordergrund stehen weniger Aspekte des Wohn-Wohlfühlens als vielmehr ganz handfeste Fragen der Bauplanung: Wie müssen Gebäude geplant und gebaut werden, um die »kognitive, emotionale und soziale Entwicklung des Individuums« zu fördern?
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Ähnlich wie beim chinesischen Feng Shui gehen auch westlich orientierte WohnpsychologInnen zunehmend dazu über, auf zwischenmenschlicher Ebene beratend zu wirken; sprich sie bieten eine gewisse »verschärfte« innenarchitektonische Dienstleistung an. Schließlich will man das Sofa ja so positionieren, das es auch glücklich macht.
Zum Thema Wohnen und Einrichten gibt es hier jede Menge zu Stöbern!
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
08.05.2012, 15.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Von Vielfraßen und Hungerkünstlern
Jetzt naht sie wieder, die gefährliche Zeit. Wenn im Frühling die dicken Winterpullover fallen, zeigen sich die Sünden des Winterhalbjahres. Schließlich mussten wir uns eine dicke Speckschicht zulegen, um die Kälteperiode zu überstehen. Dass wir Menschen nicht mehr in der Steinzeit leben und der Natur nicht mehr schutzlos ausgeliefert sind, scheint sich noch nicht im Evolutionsprogramm festgesetzt zu haben. Auch nicht, dass wir nicht mehr tagelang hinter Mammuts herschleichen müssen, um satt zu werden.
Es ist eine Binsenweisheit und im Grunde weiß es jede/r: Wir essen zu viel, zu fett, zu süß und bewegen uns zu wenig. Und uns ist sonnenklar: Eigentlich müssten wir unsere Gewohnheiten grundlegend ändern. Da der Mensch faul ist und ein Gewohnheitstier, probiert er es mit Diäten, die eine schnelle effektive Veränderung herbeiführen sollen. Dass das nicht funktionieren kann, sagt uns unser gesunder Menschenverstand, den wir jedoch geflissentlich überhören.
Diäten sind keine Erscheinung unserer modernen Zeit, es gab sie schon vor gut 2.000 Jahren. Und es waren keineswegs die Frauen, die damit anfingen. Vorreiter des Diätwahns waren über Jahrhunderte hinweg die Männer. Der antike Herrscher Dionysios von Herakleia entwickelte im 4. Jahrhundert v. Chr. allerdings eine ganz eigene Technik, um seine Körperfülle verschwinden zu lassen. Wie die Medizinhistorikerin Louise Foxcroft herausgefunden hat, verbarg er seine Fleischberge in einer Tonne, aus der nur der Kopf herausschaute. Da er ob seiner enormen Leibesfülle unter Kurzatmigkeit und komatösen Schlafanfällen litt, traktierten ihn seine Leibärzte mit langen, dünnen Nadeln, die sie in seine Speckrollen stachen, um ihm Sauerstoff zuzuführen. Auch der griechische Arzt Hippokrates plagte seine beleibten Patienten mit zweifelhaften Torturen. Er verordnete Brechkuren, ausgelöst durch einen Trank aus Ysop-Tee mit Essig und Salz.
Im 16. Jahrhundert begann Foxcrofts Forschungen zufolge ein regelrechter Boom an Diätratgebern. Vor allem die Werke geläuterter Vielfraße stießen auf reges Interesse. So hielt sich das Werk »Vom mäßigen Leben« des venezianische Kaufmannes Luigi Cornaro von 1558, der sich vom Völler zum Asketen wandelte, bis ins 20. Jahrhundert. Seine Lehre ist einfach wie freudlos: Gegessen werden sollte gerade mal so viel, wie zum Überleben notwendig ist. Er selbst soll zeitweise nur einen Eidotter pro Tag zu sich genommen haben und wurde mit dieser kargen Kost immerhin fast 100 Jahre alt.
Dieses Glück war dem englischen Dichter Lord Byron nicht beschieden, obwohl auch er zur Selbstkasteiung neigte. Beflügelt vom romantischen Ideal des ätherischen Poeten, gängelte er sich mit ausufernden Hungerkuren und Aderlässen, die ihn so schwächten, dass er 1824 mit 36 Jahren starb. Offenbar waren Schriftsteller besonders anfällig für solcherlei Kasteiungen, denn rund 100 Jahre später quälten sich Franz Kafka, Upton Sinclair und Henry James mit einer Methode namens »Fletschern« oder »Fletscherisierung«, entwickelt von dem amerikanischen Kunsthändler und selbst ernannten Ernährungsreformer Horace Fletcher. Dieser propagierte minutenlanges Kauen und strich alles vom Speisezettel, was Genuss versprach.
Erst vor rund 100 Jahren wurden Diäten eine weibliche Domäne, dann aber so gründlich, dass die Bemühungen der Männer um einen gertenschlanken Körper in den Jahrtausenden davor in Vergessenheit gerieten. Heute wimmelt es auf dem Schlankheitsmarkt nur so von Diäten mit den unterschiedlichsten Ansätzen: von Low Carb und Low Fat über Trennkost und die Blutgruppendiät bis zur Mayr-Kur mit trockenen Brötchen und der Rohkost-Methode.
Bei Jokers finden Sie eine Zusammenstellung von Büchern übers gesunde Essen und Kochen, die Sie nicht mit unsinnigen Hungerkuren quälen, sondern leichten Genuss versprechen.
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
04.04.2012, 09.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Kochen für den Frieden
Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Frieden auch. Davon jedenfalls sind die InitiatorInnen des pazifistischen Koch-Events überzeugt, der kürzlich in Israel stattfand. Fünf Küchenchefs internationaler Herrscherhäuser brutzelten gemeinsam in der Hotelküche des »Herods« in Tel Aviv ein Friedensmenü. Angetreten zu dieser Art Küchendiplomatie waren die Köche aus dem Elysée-Palast und dem Kreml, dem Weißen Haus und dem Fürstentum Monaco und aus dem deutschen Kanzleramt. Ulrich Kerz, der sonst Angela Merkel mit deutscher Hausmannskost versorgt, war in den Reihen der kulinarischen Supermächte für die Nachspeise zuständig. Er schuf eine »Symphonie vom Apfel«: Apfelravioli, Apfelstrudel und Apfel-Joghurt. Der Apfel also war Deutschlands Beitrag zur Befriedung des Nahen Ostens.
Denn darum ging es: Mit der Kraft guten Essens sollte die Welt ein bisschen besser gemacht, sprich der Konflikt zwischen Israel und Palästina entschärft werden. Die Überlegung: Wer gut isst, ist friedlich, was sich auch auf die internationalen Beziehungen auswirken sollte. Für 200 Gäste wurde ein Galadinner gekocht, wobei israelische und palästinensische Köche und Köchinnen den »großen Fünf« assistierten. Neben dem deutschen Apfel-Dessert wurde u.a. Artischocken-Trüffel-Salat, Rotbarbe mit Rucola-Pesto und Borschtsch aufgetischt. Der Erlös des Friedensmahls geht an das Schimon-Peres-Friedenszentrum.
Sie müssen nicht gleich für den Weltfrieden kochen, aber ein leckeres Essen hält Leib und Seele zusammen, macht Freude und Freunde und sorgt für gute Stimmung. Stöbern Sie doch mal in unserer großen Jokers-Kochbuchrubrik.
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Apfelstrudel © Mike Schwarzenbeck/www.pixelio.de
20.03.2012, 10.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ist Physik angeboren?
Wer hätte gedacht, dass wir alle geborene Physik-Profis sind? Was haben wir uns in der Schule abgemüht mit Kraft, Masse, Stärke und anderen Widrigkeiten. Von einem Geniestreich war da bei den meisten wenig zu spüren, mal abgesehen von einigen ÜberfliegerInnen.
Doch es gibt Hoffnung. Alles gar nicht so schlimm, Physik scheint quasi angeboren zu sein, wenigstens die Grundlagen. Wenn es nämlich ums Begreifen physikalischer Gesetzmäßigkeiten geht, haben Babys die Nase vorn, sozusagen von Geburt an. Eine Experimentierreihe um die US-Psychologin Kristy van Marle förderte zu Tage, dass schon kleine ErdenbürgerInnen im zarten Alter von zwei Monaten erwarten, dass Dinge zu Boden fallen, wenn man sie loslässt. Außerdem ist ihnen bewusst, dass Sachen nicht aufhören zu existieren, wenn sie versteckt werden. Mit einem knappen halben Jahr sind die »Jung-PhysikerInnen« so fit, dass sie erwarten, dass Wasser und Sand keine festen Stoffe sind. Und mit rund einem Jahr wählen sie zielsicher die größte Portion aus, wenn ihnen zwei unterschiedlich gefüllte Teller geboten werden, vorausgesetzt es schmeckt. Dieses grundlegende Wissen um Erdanziehungskraft, Größe und Substanz von Stoffen ist der Studie nach angeboren und nicht erlernt.
Alles schön und gut, doch wie sieht es mit so komplizierten Themen wie der Relativitätstheorie und Quantenphysik aus? Oder mit der Elektrodynamik und Teilchenphysik? Oder mit der mathematischen und Astrophysik? Das ist uns sicherlich nicht in die Wiege gelegt worden. Aber trotzdem schön zu wissen, dass gewisse Grundlagen schon mal da sind und wir uns immer bewusst sind, dass der Schokoriegel nicht verschwunden ist, obwohl er (unsichtbar) in der Schublade liegt...
Zum spannenden Thema Physik hier einiges an Schmökerstoff:
Buch "Geschichte der modernen Physik" bei Jokers
Buch "Physik für Jedermann" bei Jokers
Buch "Spiel Physik und Spaß" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
14.03.2012, 11.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Go East Auswandern in den »wilden Osten«
Was treibt einen Schweizer Medienschaffenden und ein Großstadtgewächs aus Berlin dazu, sich im tiefsten Osten Deutschlands anzusiedeln, in den neuen Bundesländern, die manchem Zeitgenossen ferner sind als der afrikanische Busch? In jenen Gebieten also, denen ungerechtfertigterweise nachgesagt wird, Sie seien öd und leer, von Kunst und Kultur keine Spur, die »Eingeborenen« abweisend und mürrisch, und an jeder Ecke lauere ein Neonazi...
Nein, so schlimm ist es nicht, das haben auch Dieter Moor und André Meier erkannt und sich in »Neufünfland« eine neue Heimat geschaffen; der eine in Brandenburg, der andere in Mecklenburg-Vorpommern. Ob es Abenteuerlust war oder das billige zu erwerbende Land? Auf jeden Fall wurde den beiden Auswanderern der Vogel gezeigt nach dem Motto: »Warum wollt ihr ausgerechnet dorthin, von wo alle abhauen?«
Den Schweizer Dieter Moor, Moderator der Kultursendung Titel, Thesen, Temperamente (ttt), zog es 2003 samt Ehefrau Sonja, ein paar Eseln, Hunden und Katzen ins brandenburgische Dörfchen Hirschfelde. Augenzwinkernd beschreibt er die Anfangsjahre im neuen Leben in seinem Buch »Was wir nicht haben, brauchen sie nicht Geschichten aus der arschlochfreien Zone«. Die Moors treffen auf kauzige Originale, skurrile Situationen, ungeahnte Herausforderungen und komische Missgeschicke. Inzwischen sind sie richtig angekommen in der arschlochfreien Zone und beackern 70 Hektar Land, beweidet von Schafen, Wasserbüffeln und Galloway-Rindern. Sonja Moor hing ihr Filmproduzenten-Dasein an den Nagel, absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung und bewirtschaftet nun ihren Bio-Hof nach Demeter-Richtlinien.
Was als lockerer Verbund von Gleichgesinnten und »Arschlochfreie Zone« (AfZ) begann, mündete in den Verein »Alternativen für Zukunft« (AfZ), der die ganze Region nachhaltig (im wahrsten Sinne des Wortes) umkrempeln will. Dass die »Medien-Bauern« mit ihren ehrgeizigen Projekten, etwa aus Hirschfelde ein so genanntes Öko-Modelldorf zu machen, auf massiven Gegenwind stoßen, steht auf einem anderen Blatt.
Einblicke in das Moorsche Leben gibts hier:
Buch "Was wir nicht haben brauchen Sie nicht" bei Jokers
Hörbuch "Was wir nicht haben brauchen Sie nicht" bei Jokers
http://www.modelldorf-hirschfelde.de/
Den Journalisten, Autor und Dokumentarfilmer André Meier zog es vor gut zehn Jahren nach Dorotheenwalde in Vorpommern. Was er da als Berliner Stadtflüchtling an Kuriositäten erlebte, packte er in »Die kleine Aussteigerfibel Landleben für Anfänger«. Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, künftig Blaumann und Gummistiefel zu tragen, sollte einen Blick hinein werfen. Neu-Landeier können sich schon mal damit befassen, welche Tücken das Überleben fern der Großstadt hat. Schließlich soll die Landlust nicht zum Landfrust werden. Unglaublich witzig und voller Selbstironie geschrieben:
Buch "Die kleine Aussteigerfibel" bei Jokers
Buch "Hollerbusch statt Hindukusch" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
29.02.2012, 09.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Weisheit mit Löffeln fressen...
...kann man nicht wirklich, auch wenn uns das als pubertierende Jünglinge unsere Eltern früher gerne vorwarfen: Da hieß es dann, sehr zynisch, dass man wohl glaube, eben jene Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, wenn man mal seine eigene (und im Nachhinein wohl tatsächlich eher naive) Ansicht durchsetzen wollte.
So viel ist also sicher: Klüger kann man wohl nicht portionsweise werden. Aber dennoch sieht es so aus, als ob man den festen Glauben, Recht zu haben, durchaus zu sich nehmen könnte: Mit einer Dosis Testosteron nämlich.
Lange wurde ja schon, nicht nur in Wissenschaftskreisen, gemunkelt, dass das Dominanzverhalten vieler männlicher Zeitgenossen auf ihren höheren Testosterongehalt zurückzuführen ist, und auch Frauen, die beherzt und vehement ihre eigene Meinung vertreten, wird oft nachgesagt, dass sie zu viel des männlichen Hormons hätten. Und eben jene Gerüchte scheinen jetzt durch aktuelle Forschungsergebnisse ihre Bestätigung gefunden zu haben: Nick Wright vom University College London und seine Kollegen führten hierzu ein relativ einfaches Experiment durch. Aufgrund des vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveaus von Testosteron wählten die Forscher Frauen als Probanden. 17 Paare aus Frauen, die sich zuvor nicht kannten, absolvierten Experimente wobei jeweils eine davon eine Dosis Testosteron bekam, die andere ein Placebo. Am folgenden Versuchstag erhielten beide ein Scheinpräparat. Bei dem Test betrachteten die sich im selben Raum befindenden Frauen einen eigenen Bildschirm, auf dem das Gleiche zu sehen war. Sie sollten zuerst unabhängig voneinander feststellen, welches von zwei Bildern, die jeweils kurz erschienen, ein bestimmtes Kontrastverhältnis gezeigt hatte. Unterschieden sich ihre Antworten, sollten eine gemeinsame Entscheidung ausgehandelt werden.
Die Ergebnisse waren eindeutig: Die jeweilige Probandin, die unter dem Einfluss der Dosis Testosteron stand, tendierte dazu, ihre eigene Meinung überzubewerten und darüber hinaus die Partnerin zu drängen, ihre Entscheidung zu akzeptieren sich also zu unterwerfen.
Ich will jetzt gar nicht sagen, dass diese Ergebnisse vollkommen neu sind -. geahnt haben wir es, jenseits der Forscherlabore, ja doch schon längst. Genauso wie Karin Kneissl in ihrem Buch »Testosteron macht Politik« wohl.
27.02.2012, 13.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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