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Etwas Spätromantisches von Heine

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Mehr als 150 Jahre ist er bereits tot und immer noch aktuell: Heinrich Heine, der große deutsche Dichter, geboren 1797 in Düsseldorf, gestorben 1856 in Paris, beeindruckte zahlreiche seiner berühmten Autoren- Kollegen. Die Resonanz war nicht immer positiv, Heines Schriften provozierten jedoch immer starke Reaktionen.

"Heine habe ich mit Tränen in den Augen gelesen", ehrte ihn z. B. Christian Morgenstern. "Eine kleine Probe von Heines politischem Wischiwaschi hab ich … neulich … gefunden und großen Ekel dagegen gefasst." Oder "Er ist ein Dichter ganz und gar, aber nit eine Viertelstunde könnt‘ ich mit ihm leben…", bewertete Eduard Mörike seine Begegnung mit ihm. Friedrich Nietzsche hingegen war begeistert: "Den höchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben … Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag … Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind …"

Heinrich Heine war einer der Hauptvertreter des Jungen Deutschland. Empfindungsreichtum ging in seinen spätromantischen Werken und Gedichten mit Skepsis und Ironie („Buch der Lieder“, 1827; „Romanzero“, 1851) Hand in Hand. Sein unterhaltsamer Prosastil („Reisebilder“, 1826 bis 1831) machte ihn zum Begründer des modernen Feuilletonismus.

Jetzt im Monat März fiel mir eines seiner Gedichte wieder in die Hände:

Die Liebe begann im Monat März,
Wo mir erkrankte Sinn und Herz.
Doch als der Mai, der grüne, kam:
Ein Ende all mein Trauern nahm.

Es war am Nachmittag um Drei
Wohl auf der Moosbank der Einsiedelei,
Die hinter der Linde liegt versteckt,
Da hab ich ihr mein Herz entdeckt.

Die Blumen dufteten. Im Baum
Die Nachtigall sang, doch hörten wir kaum
Ein einziges Wort von ihrem Gesinge,
Wir hatten zu reden viel wichtige Dinge.

Wir schwuren uns Treue bis in den Tod.
Die Stunden schwanden, das Abendrot
Erlosch. Doch saßen wir lange Zeit
Und weinten in der Dunkelheit.

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(Geschrieben von Matthias Stöbener)

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