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Freiheitskampf unter Apfelbäumen

Suedtirol_by_Erich Keppler_pixelio.de.jpgBei dieser Postkartenidylle denkt man nicht an Terrorismus, Bombenanschläge und Aufruhr. Südtirol gilt als beschauliches Urlaubsland für Naturliebhaber, Bergfreunde und Erholungssuchende. Doch die Region hat auch ihre wilden Seiten – und damit sind nicht nur die schroffen Bergmassive der Dolomiten gemeint. Südtirol hat eine kämpferische Natur und die zeigte sich in zahlreichen Befreiungskämpfen.


Los ging’s damit, dass der Süden Tirols nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 Italien zugeschlagen wurde. Die Mehrheit der Bevölkerung überwiegend deutschsprachig, wobei man rund 40 verschiedene Regionaldialekte zählt – lehnte dies ab. Verschlimmert wurde der Konflikt, als eine systematische »Italienisierung« Südtirols einsetzte. Die deutsche Sprache wurde in den Schulen verboten, Amtssprache war allein das Italienische. Zusätzlich wurden gezielt italienische BürgerInnen angesiedelt, um die deutsche Mehrheit aufzuweichen.


Die heiße Phase des Protestes gegen Italien erfolgte allerdings sehr viel später, nämlich in die 1950er- und 1960er-Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die SüdtirolerInnen gehofft, bei der Neuordnung Europas wieder mit dem restlichen Tirol vereinigt zu werden. Diese Hoffnung zerschlug sich; versprochen wurde allerdings weitreichende Autonomie. Die Umsetzung erfolgte allerdings so zögerlich, dass dem gebeutelten Bergvolk buchstäblich der Kragen platzte.


Unter der Federführung des »Befreiungsausschusses Südtirol« (BAS), der von italienischer Seite als terroristische Vereinigung gewertet wurde, hagelte es Anschläge gegen Versorgungseinrichtungen und schließlich auch gegen Menschen. Der Kampf wurde von beiden Seiten unerbittlich geführt. Die Südtiroler Aufständischen sprengten Autos und Strommasten in die Luft und legten Brände, was mit einer rigorosen Verhaftungswelle, drakonischen Strafen und langen Gefängnisaufenthalten für die AttentäterInnen beantwortet wurde.


Erst 1972 kehrte Ruhe ein im Land der Apfelbäume und wildromantischen Bergdörfer. Damals nämlich erhielt Südtirol tatsächlich Autonomie und nennt sich seither »Autonome Provinz Bozen/Südtirol«. Der Wunsch nach einer Loslösung von Italien und die Wiedervereinigung mit dem nun österreichischen Teil Tirols besteht nach wie vor. Und auch der BAS lebt in der »Südtiroler Freiheit« weiter, die sich für ein freies Tirol einsetzt…


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Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



Foto: Schlernmassiv in Südtirol © Erich Keppler/www.pixelio.de

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