My Home is my Castle…

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Man stellt sich das so romantisch vor: Leben in einem Schloss! Quasi als Prinzessin auf der Erbse, unendlich viel Platz, verwunschene Winkel und Gänge, ein Garten, der so groß ist, dass man darauf einen Fußball-, Reit- und Tennisplatz zugleich anlegen kann. Dazu noch jede Menge Grünflächen, Wasserspiele, Blumenbeete…

Aber wer soll das pflegen? Geschäftige mitteleuropäische ZeitgenossInnen mit dem Workoholic-Syndrom sind bereits mit einem ganz normalen Haus oder einer Wohnung überfordert und benötigen eine Perle. Bei einem hochherschaftlichen Gebäude müsste es allerdings eine ganze Perlenkette sein… Nicht zu vergessen, die Heizkosten. Wahrscheinlich bräuchte man ein eigenes Ölfeld oder einen Wald, um einen solch riesigen alten Kasten warm zu bekommen. Von den ständigen Renovierungsarbeiten mal ganz abgesehen.

Das Schloss in dem Ort, in dem ich aufwuchs, ist nicht besonders überdimensioniert. Eher ein kleines Landschlösschen. Sehr romantisch gelegen, umgeben von Wiesen und Wäldern. In meiner Kindheit stand es lange Zeit leer. Wir nutzten es verbotenerweise zum Spielen. Dann zog eine Kommune ein. Die BewohnerInnen strichen die Räume denkmalschutzwidrig bunt an und waren alsbald wieder verschwunden. Es folgte eine Sekte mit Menschen, die mit fröhlichen sonnengelben Gewändern durch den Garten hüpften. Auch wieder vorbei. Nun ist das alte Gemäuer ein Tagungshotel.

Was man sonst noch mit einem Schloss anstellen kann, zeigt der sehr prächtige und durchaus inspirierende (falls man mal erben sollte) Band „Frauen und ihre Schlösser“. Darin öffnen 19 Damen mit teils ungewöhnlichen Lebensläufen ihre Gemächer und erzählen, wie sie zur Schlossherrin wurden. Da gibt es bewohnbare Schlossruinen, trutzige Burgen, rustikale Jagdschlösser, pittoreske Gartenschlösschen – und die BewohnerInnen sind nicht alle nur „blaublütig“.

Ein ungewöhnliches Band für alle, die sich für ausgefallene Wohnentwürfe und altes Gemäuer begeistern:

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Autorin: Petra Anne-Marie Kollmannsberger