4. Folge spanischer Bürgerkrieg: Kriegsverbrechen

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Kriegsverbrechen Legion Condor

Die Legion Condor in Spanien

Das Motto „No pasarán!“ (“Sie werden nicht  durchkommen!”) prangt auf etlichen Plakaten und wird zum Schlagwort der charismatischen Kommunistin Dolores Ibárruri. La Pasionaria, wie die Leitfigur des Widerstandes genannt wird, trifft den Ton des Volkes und ermahnt die Madrileños in ihren flammenden Reden zum Durchhalten. Auch der legendäre Anarchisten-Führer Buenaventura Durutti eilt aus Barcelona herbei, um die Hauptstadt zu verteidigen, obgleich der Sitz der Regierung zu diesem Zeitpunkt bereits nach Valencia verlegt ist.

Einen größeren Erfolg können die Truppen Francos im Norden des Landes verbuchen, wo Galizien, Zaragoza, Valladolid, Burgos und Pamplona in die Hände der Faschisten fallen. Die Eroberung der neuen Gebiete geht sowohl im faschistischen als auch im republikanischen Lager mit der Ermordung der politischen Gegner einher. Bei den berüchtigten „Spaziergängen“ werden die Festgenommenen vor den Stadtmauern füsiliert und anschließend in Massengräbern verscharrt. Der andalusische Dichter Federico García Lorca gehört zu den ersten Opfern des Terrors: Am 19. August 1936 wird er in den Feldern nahe der Stadt Granada ermordet. Andere Gegner werden in Gefängnissen und Konzentrationslagern festgehalten und sind den grausamen Urteilen der Militärgerichte ausgeliefert.

Während die Truppen Francos auf die Unterstützung von Nazi-Deutschland und Italien zählen können, findet die republikanische Regierung allein in Russland einen starken Verbündeten. Die Zersplitterung der politischen Führung erschwert den Kampf der Republikaner. Immer wieder kommt es zu ideologischen Zusammenstößen zwischen Republikanern, Kommunisten und Marxisten. Während einige von ihnen alle Energie in die militärische Verteidigung stecken wollen, sehen andere das wesentliche Ziel in der Revolution: Anarchisten und Trotzkisten treiben die Kollektivierung von Fabriken und Ländereien voran und zwingen etliche Unternehmer und Großgrundbesitzer zur Flucht. Ihr Besitz fällt in die Hände von Arbeitern und Bauern, welche die Verwaltung der Provinzen übernehmen. Auch viele Ordensbrüder und -schwestern müssen ihre Klöster verlassen, um der republikanischen Gewalt zu entgehen.

Francos Bestrebungen zielen auf die Verkleinerung des republikanischen Territoriums und auf die Eroberung des Landesinneren. Das zähe Ringen um die aragonesische Stadt Teruel im Januar 1938 wird für beide Lager zum entscheidenden Kräftemessen. Zum ersten Mal bietet sich für die linke Volksarmee die Chance, eine Provinzhauptstadt aus den Händen der Faschisten zurückzuerobern, was dem republikanischen Lager nach einer Serie von Niederlagen neuen Kampfgeist einflößen würde. Bei eisigen Temperaturen bieten die Republikaner alle Kräfte auf, um diesen symbolischen Sieg für sich zu gewinnen. Franco ist jedoch fest gewillt, in seinem Eroberungszug nicht den kleinsten Rückschritt hinzunehmen. Zumal seine Truppen sowohl hinsichtlich der Artillerie als auch der Luftabwehr einen deutlichen Vorteil verbuchen können.

Im Februar müssen sich die republikanischen Truppen geschlagen geben – eine Hiobsbotschaft für das ohnehin geschwächte Lager der Linken. Die Niederlage hat für sie nicht nur große materielle Verluste zu Folge, sondern bedeutet vor allem eine moralische Erschütterung, von der sich die Republikaner nicht mehr erholen können: Im Oktober desselben Jahres verlassen die Internationalen Brigaden das Land, wenig später erobern Francos Truppen Barcelona und Madrid. Am 1. April 1939 endet der spanische Bürgerkrieg mit einem Triumph des „Generalísimos“. Die Kräfte der antifaschistisch-en Kämpfer haben nicht ausgereicht, um Francos Feldzug aufzuhalten: Das republikanische Spanien muss sich geschlagen geben.