Liebe auf Dauer

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Freunde von mir haben vor ein paar Wochen geheiratet – trotz aller Unkenrufe ihres großen Bekanntenkreises. Angeblich, so witzelten die meisten, dient das Heiraten heutzutage nur noch dazu, den Unterhalt der Scheidungsanwälte zu finanzieren.

EheBöse Worte sind das – die aber keineswegs absolut falsch sind: Es ist einfach eine Tatsache, dass beinahe die Hälfte aller Ehen vor dem Scheidungsrichter landet. Ich diskutierte mit meiner Frau, was wir dem angehenden Ehepaar denn schenken könnten. Sie wohnten bereits seit geraumer Zeit zusammen, ihr Hausrat war also vollständig, und beide verdienen so gut, dass sie für ihre Flitterwochen ohne Spendenaktion selbst aufkommen können. Da rief Bernd an, um uns die Geschenkauswahl des Freundeskreises mitzuteilen: Unser Freundes- und Bekanntenkreis wollte beiden eine private Rechtsschutzversicherung schenken – für alle Fälle. Auf meine verwunderte Frage, wozu das denn gut sein soll, meinte Bernd: "Na, irgendwie muss so eine Scheidung ja bezahlt werden!"

Meine Frau und ich beschlossen, uns nicht an der Versicherung zu beteiligen und den beiden Frischvermählten stattdessen etwas ganz anderes zu schenken: ein Wellness-Wochenende zu zweit in einem romantischen Hotel. Das halten wir für sinnvoller, wenn es darum geht, die Liebe am Leben zu erhalten. Und für die Fahrt ins Wochenende legten wir zu dem Gutschein noch die CD "Liebe auf Dauer" bei – ein Hörbuch mit Anregungen, wie eine Ehe "funktionieren" kann. Denn ganz naiv sind meine Frau und ich ja auch nicht – wir wissen sehr wohl, wie viel Anstrengung es bedeutet, eine Beziehung lebendig zu halten.

1 thought on “Liebe auf Dauer

  1. ulifuchs

    Eine sehr gute Entscheidung, Jokers! Nicht nur, weil “Liebe auf Dauer” mehr helfen dürfte als jede Versicherung – sondern auch, weil es in Deutschland gar keine Rechtsschutzversicherung gibt, die im Falle einer Scheidung die (erheblichen) Kosten übernähme. Solche Policen werden gar nicht erst angeboten!

    Das ist ein leidiges Thema – und wenn man sich das aus der Nähe ansieht, kommen die Anwälte gar nicht gut dabei weg. Ich für meinen Teil habe jede Achtung vor diesem Berufsstand verloren, was ich bei Interesse gerne ausführlich begründen kann – eMail genügt.
    Alles Gute wünscht
    ulifuchs

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