Rocker oder Popper?

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Vor kurzem entbrannte mal wieder eine Diskussion zwischen meinen Freunden. Nur, dass es dieses Mal nicht um Sport, Naturwissenschaft oder Politik ging, sondern um Musik. In einer heiteren Feierabendrunde kamen wir zufällig auf unsere musikalischen Wurzeln zu sprechen. „Die Stones“ schallte es mir unisono aus den Reihen meiner Freunde entgegen, als es um die Lieblingsband unserer Jugendzeit ging. Als ich mich äußerte, wurde es ruhiger: „Die Beatles!“

Die BeatlesIch erklärte: Seit frühester Jugend sparte ich, um mir ein Album – damals selbstverständlich noch auf Vinyl gepresst – nach dem anderen zu kaufen. Mein erstes war „Rubber Soul“. Es folgten „Revolver“, „Abbey Road“, die „Magical Mystery Tour“, der Soundtrack zu „Yellow Submarine“ und selbst- verständlich das legendäre „White Album“. Selbst- redend haben auch zahllose Single-Scheiben sowie das Blaue und das Rote Album, alles bedruckt mit dem original Apple-Label, den Weg in mein Plattenregal gefunden. Auf Klavier konnte ich schon mit zehn Jahren „Hey Jude“, „The long and winding road“ und „Let it be“ spielen. Bereits damals verknotete ich mir die Finger, als ich versuchte auf der Gitarre „While my guitar gently wheeps“ nachzuspielen.

BeatlesAls ich all diese Erinnerungen vor meinen Freunden ausbreitete, wurden ihre Stirnfalten immer tiefer. Bis es schließlich aus einem herausbrach: „Du bist ja ein Popper!“ „Unverschämtheit. So etwas Dummes hat ja nie einer zu mir gesagt“, war meine erste Reaktion. Meine Freunde klärten mich auf: Richtig cool sei nur gewesen, wer schon als Knabe richtig rockte. Laute Gitarrenriffs, speckige Lederjacken und wilde Partys … Ich versuchte mit den psyche- delischen Trips der Fab Four zu „Lucy in the sky with diamonds“ und ihren vielen Indien-Reisen dagegen zu halten. Ver- geblich. Jetzt laufe ich bei meinen Kumpels als „Popper“. Ich nehme es gelassen. Immerhin waren die Beatles die beste Band des letzten Jahrhunderts. Allein schon deshalb, weil von John, Paul, George und Ringo keiner von einer Palme gefallen wäre …

Beatlemania

1 thought on “Rocker oder Popper?

  1. Michael

    Tipp: Deine hämischen Freunde sollen sich mal “I’m Down” auf der Rückseite der Beatles-Single “Help” anhören. Das ist ein brutale Nummer aus den 60ern, die heute noch das Ohrenschmalz zum Kochen bringt.

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